Der Aluminiumhersteller Constellium hat seine Jubilare geehrt – nicht etwa an den Unternehmensstandorten Singen oder Gottmadingen, sondern im Inselhotel Steigenberger in Konstanz. Die Mitarbeiter mit 25-jähriger und 40-jähriger Dienstzeit sollten im Rahmen eines Ausflugs gefeiert werden. Zunächst ging es deshalb von Singen nach Überlingen und von dort bei strahlendem Sonnenschein mit der Fähre über den Bodensee. Die Ehrungen fanden dann am Abend in den Mauern des ehemaligen Dominikanerklosters auf der Konstanzer Insel statt.

Warum dieser historische Ort als Rahmen passend sei, erklärte Geschäftsführer Jochen Chwalisz: Allein die 20 Jubilare, die vor Ort an der Feierlichkeit teilnahmen, brächten es schon auf insgesamt 665 Jahre im Dienste der Alu, rechnete Chwalisz vor. Damit könnten die Frauen und Männer ebenfalls auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, betonte er. Anschließend erinnerte Betriebsratsvorsitzender Heinrich Holl daran, dass der Teil der Unternehmensgeschichte, den die Jubilare mitgestalten konnten, in einer herausfordernden Zeit begonnen hatte.

“Ein schwieriges Jahr in der Rezession”, so habe der damalige Generaldirektor Dietrich H. Boesken das Jahr 1993 in einem Beitrag für die Werkszeitschrift beschrieben, begann Holl seine Rede. “Liebe Jubilare, euer Einstiegsjahr war eines der wirtschaftlichen Problemjahre in der BRD”, rief Holl den Anwesenden in Erinnerung.

Auch die 40-jährigen Jubilare hätten ihre Arbeit in einem von Streiks geprägten Jahr begonnen. “Langsam aber sicher starb bei uns am Standort die Ätzfolie – ein Produkt, das zur Kondensatoren-Herstellung benötigt wurde”, blickte der Betriebsratsvorsitzende zurück. “Da in der Elektronik die Bauteile immer kleiner und die ausländische Billigkonkurrenz immer größer wurde, mussten wir in diesem Bereich gerade 1978 mehr und mehr in Kurzarbeit treten.”

Heinrich Holl zog Parallelen zur heutigen Zeit, in der sich Technologien erneut rasant veränderten und neue Ansprüche an Belegschaft und Unternehmen stellten. Genau wie in jenen schwierigen Jahren 1978 und 1993 müssten auch im Hier und Jetzt neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Holl appellierte deshalb an die Unternehmensführung, ausreichend Ausbildungsplätze und Ausbilder zur Verfügung zu stellen. Gerade der Personalabteilung fehle es an Mitarbeitern, um den aktuellen Herausforderungen gerecht zu werden.

Bevor die Mitarbeiter ihre Urkunden überreicht bekamen, fasste Holl abschließend zusammen: “Liebe Jubilarinnen und Jubilare, letztendlich geht es darum, das von euch Aufgebaute weiter zu entwickeln und im Sinne von euch und des Unternehmens aufrecht zu erhalten. Diese Region braucht dieses Unternehmen.”