Um ein guter Jugendtrainer zu sein, braucht es mehr als sportlichen Ehrgeiz und körperliche Fitness. Nico Bruno aus Worblingen trainiert die Fußballjugend des SV Worblingen. Er nimmt die ihm anvertrauten Kinder als solche wahr, respektiert sie und versucht ihnen neben dem Sport auch gesellschaftlich wichtige Werte mit auf den Weg zu geben.

Dabei stellt er sich der Herausforderung, seinen verantwortungsvollen Beruf in einem großen Unternehmen, die eigene Familie und den Sport unter einen Hut zu bringen. Denn wenn der 39-jährige Familienvater zusammenrechnet, wie viel Zeit er für sein Ehrenamt im SV Worblingen wöchentlich aufbringt, kommen da schon etliche Stunden zusammen.

Der Coach hat selbst einen gesunden Ehrgeiz

Nico Bruno ist ein sportlicher Mann mit einem gesunden Ehrgeiz. Er selbst verbrachte seine sportliche Jugend beim ESV Südstern Singen. Durch eine Schul-AG kam der damalige Schüler Nico zu seiner zweiten sportlichen Leidenschaft, dem Squash-Spiel.

Hierin war er sehr erfolgreich, wurde mit seinem Verein zweimal Deutscher Mannschaftsmeister und war auf internationalen Wettkämpfen unterwegs. Bedingt durch einen Umzug wechselte er dann als junger Mann den Fußballverein und spielte beim SV Worblingen, bevor er aufgrund seines zeitraubenden Arbeitslebens erst einmal mit dem Fußballspielen aufhören musste.

Im Sport geht es auch um Respekt und Fairness

Das änderte sich wieder, als sein heute zehnjähriger Sohn vor vier Jahren zu den Bambinis des SV Worblingen kam. „Ziemlich schnell wurde ich vom Zuschauerpapa zum Trainer“, erzählt der sportbegeisterte Mann. Zum damaligen Zeitpunkt kam die Jugendarbeit im Verein zu kurz. Und auch Bruno hatte berufsbedingt eigentlich zu wenig Zeit, um sich für ein Ehrenamt zu engagieren. Hätte er sich damals nicht für die Bambinis engagiert, wäre das Trainieren der Kleinsten womöglich eingeschlafen, ahnte er damals.

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Spontan übernahm er das Training für die Kleinsten. Als Papa und Trainer gleichzeitig zu agieren, sei nicht immer einfach gewesen. Aber immerhin war es dem Vater so möglich gewesen, wertvolle Zeit mit dem Sohn und den anderen Jungs in der Gruppe zu verbringen. Seitdem ist Nico Bruno ehrenamtlich für den SV Worblingen aktiv.

Auch gute Streitkultur ist wichtig

„Fußball ist meine Leidenschaft, die ich gerne an die Kinder vermitteln möchte“, erklärt der Trainer. Gerade in einer Zeit, in der sich vieles innerhalb kurzer Zeit verändere und die Digitalisierung auch eine Gefahr darstellen könne, sei Sport für Jugendliche wichtig.

Nicht immer klappe es, aber immer möchte Nico Bruno als Fußballtrainer seinen anvertrauten Schützlingen Werte vermitteln, die ihm wichtig sind: Respekt, Anstand und ein offener Umgang ohne Vorurteile. Da gehöre auch dazu, sich mal die Meinung sagen zu können, ohne sich dabei gegenseitig zu kränken. Unterschiede zwischen kulturellen und religiösen Hintergründen spielen für ihn dabei keine Rolle.

Solche Werte den Jungs im Training zu vermitteln, sei manchmal anstrengender als der Sport selbst. „Nico Bruno behandelt alle Kinder immer absolut korrekt, fair und gleich“, lobt Rainer Graf, Jugendleiter des SV Worblingen das Engagement des Jugendtrainers.

Spaß am Spiel entstehen lassen

Beim Fußball ließen sich reale Gefühle erleben, sagt Bruno. Und wenn es dabei oft um Niederlagen und die eigene Frustrationsgrenze gehe und manchmal bei den Nachwuchskickern Tränen flössen, sei der Trainer als Tröster gefragt. Denn trotz seines persönlichen sportlichen Ehrgeizes stehe für ihn bei der Jugend der Spaß am Fußballspielen im Vordergrund, sagt Bruno.

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Es gelte dabei, eine Balance zwischen sportlichem Ehrgeiz, Spaß und Motivation zu halten, bei den den starken Spielern ebenso wie bei den weniger versierten. Traurige Momente gebe es auch für ihn als Trainer. Und zwar dann, wenn ein Kind die Gruppe verlässt oder den Verein wechselt.

Einfühlungsvermögen ist gefragt

Nico Bruno ist ein Fußball-Jugendtrainer mit Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl. Um mit den Kindern arbeiten und sie in einem Lernprozess begleiten zu können, müsse er wissen, wie Kinder ticken, erklärt der Coach. Mit seinem Können am Ball beeindruckt er die Jungs und erhält auch dadurch Zugang zu ihnen. Gepaart mit einer gesunden Portion Autorität, könne er sich dann Respekt und Gehör verschaffen.