Lisa Hensler ist die neue Integrationsbeauftragte von Engen. Sie wurde vom Gemeinderat zur Nachfolgerin von David Tchakoura, der beruflich nach Konstanz wechselte, gewählt. „David Tchakoura hat ohne Zweifel große Fußstapfen hinterlassen, nicht zuletzt durch die Initiative ‚Unser Buntes Engen‚“, erinnerte Bürgermeister Johannes Moser. Genau diese ist nun für den Deutschen Engagementpreis nominiert. Die Auszeichnung ist eine Initiative des Bündnisses für Gemeinnützigkeit und will engagierte Personen, beeindruckende Projekte sowie die Ausrichter von Engagementauszeichnungen sichtbar machen. Träger ist der Bundesverband Deutscher Stiftungen. Auch die Bürgerstiftung Rielasingen-Worblingen wurde für den Engagementpreis vorgeschlagen.

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Seit Juli 2014, mit dem Einzug der ersten 20 Flüchtlinge ins Pfarrhaus Welschingen, beschäftigt sich die Stadt mit den Helferkreisen vor Ort und dem Landratsamt um die Integration der Flüchtlinge. Zwischenzeitlich waren gut 230 Flüchtlinge in Engen angekommen, womit die Stadt ihre Aufnahmequote von rund 190 Geflüchteten deutlich übererfüllte. Die Geflüchteten wurden in den angemieteten Gemeinschaftsunterkünften Badischer Hof, Pfarrhaus Welschingen und Richthofenstraße, sowie am Bahnhöfle in Welschingen untergebracht. Mittlerweile nutzt das Landratsamt diese Gemeinschaftsunterkünfte nicht mehr. Die Stadt Engen hat entschieden, die Richthofenstraße als Anschlussunterkunft anzumieten. Derzeit leben in Engen 204 geflüchtete Menschen, wovon 127 Menschen sich bereits in der Anschlussunterbringung befinden.

„Wir wollen miteinander, nicht übereinander sprechen.“Lisa Hensler, Engens neue Integrationsbeauftragte
„Wir wollen miteinander, nicht übereinander sprechen.“Lisa Hensler, Engens neue Integrationsbeauftragte | Bild: Jürgen Waschkowitz

Obwohl es in Engen kaum zu Problemen mit geflüchteten Menschen kam, entschloss sich der Gemeinderat im Herbst 2015 zur Schaffung einer kommunalen Integrationsstelle. Die Voraussetzung dazu ergab sich durch eine Bezuschussung durch das Land Baden-Württemberg. Für drei Jahre erhielt die Stadt eine Bezuschussung der Stelle von insgesamt 105 000 Euro, was etwa der Hälfte des Gesamtaufwandes entsprach. Die erste Integrationsbeauftragte war Stefanie Grundler, ihr folgte 2017 David Tchakoura, der im Juli 2019 ausschied. Die 50-Prozent-Stelle wird vom Bund mit maximal 10 000 Euro jährlich bezuschusst.

Silke Graf hat die Leitung der Bürgerstiftung Rielasingen-Worblingen von ihrem Vater Egon Graf übernommen.
Silke Graf hat die Leitung der Bürgerstiftung Rielasingen-Worblingen von ihrem Vater Egon Graf übernommen. | Bild: Sandra Bossenmaier

„Frau Hensler bringt mit dem Studium für Kommunikationswissenschaft und Soziologie sowie Betriebswirtschaftslehre passende Voraussetzungen für ihre neue Tätigkeit mit und hat schon in der Landeserstaufnahmestelle Donaueschingen gearbeitet“, erläutert Moser. Sie wird künftig die Bündelung, Steuerung und Vernetzung aller Beteiligten in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit koordinieren.

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„Ich habe mich über die bisher geleistete, vorbildliche Ausrichtung der Integrationsarbeit bestens informiert“, betont Hensler. Nun wolle sie mit den vorhandenen Gruppen den weiteren Ausbau Arbeit besprechen. „Darüber hinaus ergeben sich aber zahlreiche Bereiche des täglichen Lebens, in denen die Geflüchteten weitere Hilfe und Unterstützung brauchen“, beschreibt sie ihre wichtigsten Berufsfelder. Wichtig sei ihr, das gute Zusammenwirken von Geflüchteten und Bevölkerung weiter auszubauen: „Wir wollen miteinander, nicht übereinander sprechen.“

Stiftung für das Miteinander

Das Miteinander steht auch für die Bürgerstiftung Rielasingen-Worblingen im Zentrum. Gefördert werden soziale Projekte innerhalb der Gemeinde. „Die Besonderheit der Stiftung sind die vielen Zustiftungen“, verrät Heiko Regitz von der Gemeindeverwaltung. Zugunsten der Bürgerstiftung wird jährlich ein Benefizkonzert veranstaltet, um Geld zu sammeln und engagierten Bürgern etwas Besonderes bieten zu können. Die Projekte werden breit aufgestellt: Ältere Menschen werden ebenso unterstützt, wie auch Kinder, Behinderte, Schulen und Jugendliche. Und, so Regitz: „Eigens für die Jugendlichen wurde eine Bürgerstiftung gegründet.“

Vier Fakten zum Engagementpreis

  1. Ein Preis für Preisträger: Nur ausgewählte Initiativen werden zum Deutschen Engagement Preis nominiert: Ausschließlich wer bereits eine Auszeichnung gewonnen hat, kann vom auszeichnenden Verband gemeldet werden. 10 000 Euro Preisgeld warten auf den Gewinner des Publikumspreises. In dieser Kategorie kann für die beiden Nominierten aus dem Hegau bis zum 24. Oktober per Online-Abstimmung unter http://www.deutscher-engagementpreis.de/publikumspreis abgestimmt werden.
  2. Eine Abstimmung für alle: Auf der Seite des Online-Votings muss ein Suchwort eingegeben werden. Beispielsweise „Bürgerstiftung Rielasingen-Worblingen“ oder „Unser buntes Engen“. Zur Abstimmung auf den Button „Jetzt abstimmen“ klicken, Name und E-Mail-Adresse eingeben und zum Schluss nach einer Bestätigungs-E-Mail den Aktivierungs-Link anklicken. Dann wird die Stimme gezählt.
  3. Eine Stiftung von und für Bürger: Die Bürgerstiftung Rielasingen-Worblingen wurde vom Bundesverband Deutscher Stiftungen für den Deutschen Engagementpreis 2019 nominiert. Die Stiftung sammelt Geld von Bürgern in Rielasingen-Worblingen und fördert soziale Projekte innerhalb der Gemeinde. Besonders ist die große Zahl an Zustiftungen. Zugunsten der Bürgerstiftung wird jährlich ein Benefizkonzert veranstaltet, um Gelder zu sammeln und engagierten Bürgern etwas besonderes zu bieten. Die Projekte werden breit aufgestellt, so dass ältere Menschen ebenso unterstützt werden wie Kinder, Jugendliche oder Behinderte.
  4. Eine Initiative des Helferkreises: Der Helferkreis Asyl Engen hat für die Initiative „Unser buntes Engen“ im Wettbewerb „Kommune bewegt Welt“ bereits einen Preis für herausragende kommunale Beispiele zu Migration und Entwicklung gewonnen. Dadurch wurde die Initiative nominiert. Der zivilgesellschaftliche Zusammenschluss steht für ein harmonisches Miteinander, das durch Engagement das Zusammenwachsen der Bevölkerung zu einer Gesellschaft in Vielfalt anstrebt. Die Integrationsbeauftragte entlastet dabei administrativ die ehrenamtlich Tätigen in den Helferkreisen und unterstützt Geflüchtete bei Behördengängen. (bie)