Schon am Hauseingang werden bei Familie Niete Kinder willkommen geheißen. Hier steht ein Kinderstühlchen in Bärenform zum Platz nehmen für die Kleinsten bereit. Auf dem Tisch steht Selbstgebackenes, Feuchttücher liegen parat und im Wohnzimmer steht verschiedenes Spielzeug bereit.

Die fünfjährige Saskia fühlt sich hier pudelwohl, sie bewegt sich, als wäre sie zu Hause. Zu ihrer Tagesmutter Gerlinde Niete hat das hübsche Mädchen mit den strahlenden Augen ein herzliches Verhältnis. Zwischen dem Spielen kommt Saskia immer wieder zu ihrer Tagesmutter auf den Schoß gekrabbelt, um sich ein paar Zuwendungen abzuholen.

Mutter von drei Kindern

Die 55-jährige Gerlinde Niete ist seit 26 Jahren als zertifizierte Tagesmutter tätig. Begonnen hatte alles, als sie ein Kind aus der Nachbarschaft betreute, weil dessen Mutter berufstätig war. Obwohl sie selbst drei Kinder hatte, das Jüngste war noch ein Baby, bereitete ihr diese Aufgabe große Freude. Und das ist in all den vielen Jahren so geblieben.

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Fast als wäre es selbstverständlich, den eigenen Alltag nach den Tageskindern zu richten und die eigenen Interessen in den Hintergrund zu stellen, meistert Gerlinde Niete ihre Aufgabe als Tagesmutter vorbildlich. Bei ihr haben die Tageskinder den Raum und einen Platz, um sich zu entwickeln und sich wohl zu fühlen.

Regeln und Grenzen gibt es auch im Hause Niete, aber die Kinder würden sich ganz gut daran halten. Oft würden sie voneinander lernen, erklärt die in sich ruhende Tagesmutter. „Um die Kleinen zu erziehen, muss man konsequent sein“, erklärt Gerlinde Niete. Druck ausüben oder gar bestrafen müsse sie die Kinder dabei nie.

Eine wahre Berufung

Wie sie die Hausarbeit und die Betreuung von den meist kleinen Kindern unter einen Hut bringt, darüber muss die herzensgute Tagesmutter gar nicht nachdenken. Bescheiden und zurückhaltend wirkt Gerlinde Niete, wenn sie von ihrer täglichen Arbeit erzählt. Dabei hat sie offensichtlich alles im Griff. Der Haushalt ist perfekt in Ordnung, alles ist aufgeräumt und blitzblank.

„Ich mache dies, weil es mir Spaß macht“, lautet die Motivation von Gerlinde Niete. Dass sie dabei etwas Geld verdienen könne, spiele eher eine untergeordnete Rolle. Für sie sei es die schönste Aufgabe der Welt, sich um Kinder zu kümmern. Vorurteile gegenüber diesen oder deren Eltern kenne sie nicht. Dabei wird eines klar: Tagesmutter sein ist für Gerlinde Niete nicht nur ein Job, den man nebenbei macht, sondern eine wahre Berufung.

Gemeinsame Wellenlänge ist wichtig

In den Jahren ihrer Betreuungstätigkeit hätte sich vieles geändert. In den vergangenen Jahren nahmen die Kontrollen und Formalitäten stark zu. Das sei wichtig, aber gelegentlich auch ziemlich kompliziert.

Denn was tun, wenn beispielsweise ein Kleinkind auf dem Spielplatz von einer Wespe gestochen wird? Da muss die Tagesmutter auch mal spontan entscheiden, was zu tun ist. Umso wichtiger ist es, dass zwischen den Eltern und der Tagesmutter ein vertrauensvolles Verhältnis existiert. Man müsse sich auf einer gemeinsamen Wellenlänge verstehen, erklärt die Tagesmutter.

„Wie eine Familie“

So, wie sie dies mit Familie Mayer seit vielen Jahren pflegt. „Wir sind wie eine Familie“, berichtet Jasmin Mayer, Saskias Mutter. Saskia ist das dritte Kind der Mayers, welches von Gerlinde Niete betreut wird. Bereits im Alter von sechs Monaten kam sie in das Haus Niete und fühlte sich von Beginn an wohl.

„Wenn mein Kind bei Gerlinde ist, weiß ich, dass es meiner Tochter gut geht“, so Jasmin Mayer. Auch Vater Markus ist überzeugt von der Zuverlässigkeit der Tagesmutter, keine Erzieherin hätte einen solchen Geduldsfaden und sei so zuverlässig und entspannt im Umgang mit den Kindern.

Kontakt bleibt meistens bestehen

Im Berufsleben von Gerlinde Niete gibt es auch traurige Momente. Und zwar dann, wenn ein Kind geht. Aber so ganz würde der Kontakt in der Regel nicht abbrechen. Nicht selten kommt ein ehemaliges Tageskind zu Besuch oder man trifft sich unterwegs mit einem freudigen „Hallo“.