Beim Neujahrsempfang der Seelsorgeeinheit Aachtal hat sich Franz Duffner, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, zufrieden über das vergangene Jahr geäußert. Vor allem dankte er Pfarrer Arthur Steidle dafür, dass sich dieser bis zum Rand seiner Kräfte um die Menschen vor Ort kümmere und ihnen Zeit und Aufmerksamkeit schenke.

Ein Haus mit fünf Zimmern

Künftig gelte es für die Seelsorgeeinheit, die aus den fünf Kirchengemeinden Arlen, Bohlingen, Rielasingen, Überlingen am Ried und Worblingen besteht, symbolisch ein gemeinsames Haus mit fünf Räumen, in dem sich alle wohl fühlen, zu bauen.

Dieser Vergleich stünde für ein weiteres Zusammenwachsen der Gemeinden. „Hier weht Gottes Geist“, forderte er die Gemeindemitglieder außerdem dazu auf, gemeinsam ein christliches Leitbild zu erstellen. Denn die Kirche sei mehr als Verwaltung und Organisation.

Das Bläser-Ensemble mit Maximilian Seeger (von links), Ronja Freiberg, Manuel Wieland, Gregor Rupp und Christian Gommel musiziert beim Neujahrsempfang der Seelsorgeeinheit Aachtal.
Das Bläser-Ensemble mit Maximilian Seeger (von links), Ronja Freiberg, Manuel Wieland, Gregor Rupp und Christian Gommel musiziert beim Neujahrsempfang der Seelsorgeeinheit Aachtal. | Bild: Sandra Bossenmaier

Über die Zukunft der Kirche

Nach dem Jahresbericht von Franz Duffner sprach Hermann Schwörer, Theologe von der Höri und Vorstandsmitglied im Diözesanrat über das Thema Kirchenentwicklung 2030 – Untergehendes Schiff oder aufgehender Stern. Beim Projekt „Pastoral 2030“ geht es um die Organisation und Zukunft der Kirche. Schwörer referierte über die Chancen und Risiken dieses Umwandlungsprozesses.

Das könnte Sie auch interessieren

Nicht alle seine Ausführungen waren für die über 100 Zuhörer leicht auszuhalten. Er verglich die Realität der Kirche mit einem leck geschlagenen Schiff. „Die Zeit der Volkskirche ist vorbei“, zitierte er Erzbischof Stephan Burger. Das solle jedoch nicht heißen, dass sich die Kirche nicht zuständig für alle Menschen fühlen würde.

Kirche verliert Einfluss und Macht

Die Kirche sei inmitten der Gesellschaft, würde allerdings ihre Macht und ihren Einfluss verlieren. Ein Rückgang der Bindung zur Kirche sei nicht aufzuhalten. Umso wichtiger seien Themen wie Frauen in der Kirche und eine stärkere Partizipation der Gläubigen. Gleichzeitig bat er darum, die von den Katholiken gut geübte Tugend der Geduld nicht zu verlieren.