Nach einem am Montagvormittag bekannt gewordenen positiven Corona-Testergebnis eines Mitarbeiters der Gemeindeverwaltung Reichenau haben sich drei Mitarbeiter in Quarantäne begeben. Über die Ursachen der Infektion ist laut Bürgermeister Wolfgang Zoll nichts bekannt.

Wie er im Gespräch mit dem SÜDKURIER weiter sagte, sind in der Gemeinde im Laufe des Herbst 17 Infektionen bekannt geworden, bei der ersten Welle im Frühjahr waren es 30. „Zum Glück handelte es sich bisher um keine schweren Fälle und niemand musste ins Krankenhaus“, führte der Chef der Gemeinde mit rund 5000 Einwohnern aus.

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Auf die Arbeitsabläufe im Rathaus hat die Infektion keine spürbaren Auswirkungen. Laut Wolfgang Zoll kommen der Verwaltungsmannschaft dabei die Erfahrungen im Frühjahr zugute, als etwa die Hälfte des Teams mit insgesamt 16,7 Stellen von zuhause aus arbeitete. „Da ändern sich zurzeit die Arbeitsstrukturen grundsätzlich“, so die Überzeugung des Verwaltungschefs.

Bürgermeister Wolfgang Zoll: „Die langfristigen sozialen Folgen des Lockdowns lassen sich nicht abschätzen. Aber ich bin überzeugt davon, dass wir sie zu spüren bekommen.“
Bürgermeister Wolfgang Zoll: „Die langfristigen sozialen Folgen des Lockdowns lassen sich nicht abschätzen. Aber ich bin überzeugt davon, dass wir sie zu spüren bekommen.“ | Bild: Zoch, Thomas

Gleichzeitig warnt er vor den Folgen der Verlagerung der Arbeit in den privaten Raum – wie überhaupt die langfristigen Auswirkungen des Zurückfahrens im sozialen Leben für ihn nicht abschätzbar sind. Schon jetzt allerdings glaubt er zu spüren, dass der Lockdown beispielsweise im Vereinsleben das Gemeinwesen insgesamt verändert. Einen Unterschied zwischen Sport- und kulturellen Vereinen macht er dabei nicht, der Verlust sozialer Kontakte leiste der Vereinsamung Vorschub. „Hier bei uns in der Gemeinde Reichenau ist die Musik der Sport“, sagt er, wobei sich der Ausfall der Inselfeiertage besonders schmerzlich bemerkbar mache.