Es herrscht Bestürzung bei der evangelischen Kirchengemeinde Radolfzell: Nur wenige Tage, nachdem in der Christuskirche der letzte Gottesdienst vor der geplanten Renovierung gefeiert wurde, haben Unbekannte am Freitagabend den Innenraum der Kirche schwer beschädigt.

63-Jähriger festgenommen

Laut der Polizei meldete ein Zeuge über Notruf zunächst eine männliche Person, die den Schaukasten bei der Kirche mit einem Stein eingeschmissen habe. Eine Streifenbesatzung nahm vor Ort einen 63-Jährigen fest und stellte dann innerhalb der Kirche eine starke Rauchentwicklung fest. Die Freiwillige Feuerwehr Radolfzell, die ein kleines Feuer schnell löschte, ging am Freitag zunächst noch von einem Schwelbrand an einem Sicherungskasten aus. Nun aber vermutet die Polizei Brandstiftung, wie die evangelische Kirchengemeinde mitteilt: Der Schaltkasten der Beleuchtung soll angezündet worden sein.

Bild: Evang. Kirchengemeinde Radolfzell, Alexander Philipp

Zahlreiche Gegenstände im Innenraum zerstört

Und nicht nur das: Im Inneren der Kirche wurden noch mehr Schäden festgestellt. Unter anderem wurde laut der Kirchengemeinde auch die für die Renovierungsarbeiten angebrachte Orgelverkleidung heruntergerissen, der Kirchenboden beschmiert und die Kücheneinrichtung im Gemeindesaal beschädigt und unter Wasser gesetzt. Zudem wurden Lichtschalter und Steckdosen aus dem Mauerwerk gerissen, Möbelstücke sowie die schmiedeeiserne Gittertür zur Empore von der Empore in den Kirchenraum geworfen und zum Teil zerstört. Die Polizei ermittelt laut der Kirchengemeinde darum neben Brandstiftung auch wegen Vandalismus.

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„Das tut weh“, sagt Pfarrer Christian Link. Eine Schadenssumme konnte er am Sonntagmittag noch nicht nennen, allerdings ging er davon aus, dass ein fünfstelliger Betrag schnell erreicht sei. Die Kirche war nach dem Abschiedsgottesdienst geöffnet gewesen. Am Montag soll der Schaden genauer begutachtet werden.

Bild: Evang. Kirchengemeinde Radolfzell, Alexander Philipp

Renovierung wird teurer

Immerhin: Der beschmierte Boden sollte im Zug der Renovierung ohnehin herausgerissen und erneuert werden. Auch eine neue Küche ist eingeplant, zudem wurden wichtige Gegenstände wie Bibel, Osterkerze und Wandteppiche bereits nach dem Abschiedsgottesdienst aus der Kirche getragen.

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Aber trotzdem schmerzt der Vandalismus auch finanziell: Wie Pfarrer Link erklärt, müssen „manche Arbeiten nun noch einmal gemacht werden.“ So muss etwa die Spezialfirma, die die Verkleidung an der Orgel angebracht hat, nun erneut anrücken – denn die Verkleidung ist wichtig, damit die Orgel während der Bauarbeiten vor Staub und Schutt geschützt werden kann. Ursprünglich waren rund 4 Millionen Euro für die Renovierung eingeplant. Nun wird es laut Christian Link noch mehr.