Das Coronavirus hat das gesellschaftliche und private Leben auf den Kopf gestellt. Abstand halten ist oberstes Gebot, das Händeschütteln ist komplett abgeschafft und eine Mund-Nasen-Maske zu tragen ist Alltag geworden. Damit lässt es sich eigentlich ganz gut leben, die niedrigen Fallzahlen im Landkreis zeugen von der großen Disziplin jedes einzelnen.

Ohne Impfstoff wird ausgelassenes Feiern schwer

Doch noch gibt es keinen verlässlichen Impfstoff. Und den wird es auch so schnell nicht geben. Eine Frage, die aus diesem Grund viele Narren umtreibt: Kann es eine Fasnacht mit dem Coronavirus geben? Eine Fasnacht ohne gemeinsames Singen, Tanzen und Schunkeln ist schwer vorstellbar. Narrizella-Präsident Martin Schäuble und Zunftschreiber Jörg Sigmund können die Frage nicht abschließend beantworten. „Wir wollen die Fasnacht 2021 auf gar keinen Fall absagen, aber wie sie aussehen soll, das wissen wir noch nicht“, sagt Schäuble.

Der Zunfthaussommer ist abgesagt

Für den Moment steht nur so viel fest: Der Zunfthaussommer ist abgesagt. „Das Risiko ist zu hoch, wir haben einfach keinen Platz, um alle Auflagen zu erfüllen“, sagt Martin Schäuble. Der Platz vor dem Zunfthaus wäre zu klein, um den Frühschoppen am Samstagvormittag durchzuführen.

Musikgruppen dürften ohnehin nicht auftreten. Ebenfalls abgesagt sind die Weibsbilder am 11.11. An diesem Datum möchte die Narrizella ihre Hauptversammlung abhalten und verbindlich über die bevorstehende Fasnacht informieren. „Bis dahin müssen wir wissen, wie wir das durchführen können“, sagt Schäuble.

Diese Bilder wird es im kommenden Jahr sicher nicht geben. Feiernde Narren, dicht an dicht gedrängt während der Machtübernahme auf dem Marktplatz. Doch ausfallen lassen wollen die Narren sie Fasnacht nicht.
Diese Bilder wird es im kommenden Jahr sicher nicht geben. Feiernde Narren, dicht an dicht gedrängt während der Machtübernahme auf dem Marktplatz. Doch ausfallen lassen wollen die Narren sie Fasnacht nicht. | Bild: Jarausch, Gerald

Aktuell hänge alles etwas in der Luft. Die Vereinigung Schwäbisch Alemannischer Narrenzünfte, der die Narrizella Ratoldi angehört, hat ihren eigenen Corona-Fahrplan für die Fasnacht 2021 ebenfalls für den Herbst angekündigt. So lang wolle man sich auch bei der Narrizella mit Entscheidungen zurückhalten.

Doch Gedanken mache man sich schon, wie bestimmte Veranstaltungen eventuell umorganisiert werden können, damit sie stattfinden. „Vielleicht kommen uns ja gute Ideen, die wir dann auch umsetzen“, sagt Jörg Sigmund. Beide vermuten, dass es eine Fasnacht „light“, also eine abgespeckte Version der Fastnacht geben wird.

Alles steht und fällt mit den Corona-Verordnungen

Ob zum Beispiel der Narrenspiegel stattfinden könnte, mit ausreichend Abstand zwischen den Stühlen, das müsse man erst prüfen. Überhaupt wisse man gar nicht, wie die Corona-Verordnungen im nächsten Frühjahr aussehen werden und wie sich der Umgang mit dem Virus entwickelt, gibt der Narrenpräsident zu bedenken. Fest stehe aber, dass man keine Veranstaltung mit Gewalt durchführen werde. Ob das Schlachtfest stattfinden werde, sei aktuell noch unklar.

Trotz aller Unsicherheit sehen beide die kommende Fasnacht durchaus positiv. „Wir nehmen es ernst, aber wir lassen uns die Fasnacht garantiert nicht verderben“, gibt sich Schäuble gewohnt optimistisch. Die schwäbisch-alemannische Fasnacht lebe schließlich von der Tradition. Und diese werde man im gegebenen Rahmen aufrecht erhalten.

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„Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir gerade den Narrenbaum trotz Corona aufstellen können“, sagt Jörg Sigmund hoffnungsvoll. Und eine Straßenfasnacht mit Abstand halten beide für möglich, wenn es nicht gerade eine weitere Welle der Virusinfektionen gebe. Man setze auf die Vernunft der Bevölkerung, sich an alle Regeln zu halten. „Die Maske wird sicher noch länger Teil unseres Lebens sein“, sagt Martin Schäuble.

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