Nach Monaten der Corona-Zwangsschließung und anschließenden Sommerferien geht es für Schüler und Lehrer am kommenden Montag wieder in den Unterricht. Und dieses Mal müssen wieder alle in die Schule. Damit das unter Pandemiebedingungen funktionieren kann, müssen Radolfzeller Schulen eine Vielzahl an Auflagen erfüllen. Nicht immer ist dies so ohne Weiteres möglich. Das müssen Schulen beachten, wenn Montag wieder hunderte Kinder und Jugendliche in den Unterricht kommen.

  • Es gilt Maskenpflicht: Sobald Schüler der weiterführenden Schulen die Schule betreten herrscht Maskenpflicht. Dies gilt auch für Lehrer und andere Besucher der Schule. Sobald die Kinder im Unterricht sitzen, dürfen sie die Mund- und Nasenbedeckung wieder abnehmen.

    Gabriele Wiedemann, Rektorin der Gerhard-Thielcke-Realschule fände eine längere Maskenpflicht jedoch sinnvoller. „Es wäre gut, wenn die ersten zwei Wochen die Masken auch während dem Unterricht im Klassenzimmer getragen werden“, sagt sie. Das würde die Sicherheit erhöhen, ist sie sich sicher. Für Grundschüler gilt die Maskenpflicht nicht.

    Einzig die Ratoldusschule hat sich laut Schulleiterin Angelika Haarbach gemeinsam mit dem Elternbeirat dazu entschieden für alle Kinder die Maskenpflicht einzuführen, auch für die Grundschüler.
Maske auf und Hände waschen gehört für die Schüler im neuen Schuljahr zur täglichen Routine, sobald sie das Schulhaus betreten. Das Kultusministerium hat den Schulen etliche Corona-Auflagen erteilt, die diese nun umsetzen müssen.
Maske auf und Hände waschen gehört für die Schüler im neuen Schuljahr zur täglichen Routine, sobald sie das Schulhaus betreten. Das Kultusministerium hat den Schulen etliche Corona-Auflagen erteilt, die diese nun umsetzen müssen. | Bild: Schneider, Anna-Maria
  • Die Toiletten-Frage: Damit nicht zu viele Kinder gleichzeitig auf die Schultoilette gehen, hat sich die Ratoldusschule etwas Kreatives ausgedacht. Jeder Schüler bekommt eine Wäscheklammer mit seinem Namen und muss diese außen an der Toilette anbringen. So wissen andere Kinder, wie viele Personen sich im Raum aufhalten.

    Am Friedrich-Hecker-Gymnasium geht man diese Thematik etwas pragmatischer an: „Wir lassen die Türen auf und die Kinder sollen reinrufen und fragen“, sagt Rektorin Ulrike Heller.
In der Ratoldusschule gibt es auch auf den Fluren eine strenge Trennung.
In der Ratoldusschule gibt es auch auf den Fluren eine strenge Trennung. | Bild: Schneider, Anna-Maria
  • Regelmäßiges Lüften: Die Klassenzimmer sollen laut Kultusministerium regelmäßig gelüftet werden. Dies stellt einige Radolfzeller Schulen jedoch vor Herausforderungen. Das Gymnasium kann laut Information von Ulrike Heller die Fenster nicht komplett öffnen, sondern nur kippen. „Hier widersprechen sich Sicherheitsverordnung und Corona-Verordnung“, sagt sie.

    Die Ratoldusschule hat im Neubau nicht einmal Fenster, die geöffnet werden können. Die Klassenzimmer werden laut Schulrektorin Haarbach durch eine Belüftungsanlage versorgt. „Wir haben uns versichern lassen, dass der Luftaustausch ausreichend ist, um das Ansteckungsrisiko zu verringern“, sagt die Gemeinschaftsschulrektorin. Die Frischluft werde vom Dach entnommen und die verbrauchte Luft würde an einer anderen Stelle des Gebäudes wieder abgeführt.

    Einzig die Bedienung der Belüftungsanlage sei etwas kompliziert, gibt Haarbach zu. Aktuell könne nur die Herstellerfirma die Intervalle der Belüftung steuern, die Schulleiterin hätte aber gerne selbst Zugriff auf diese Funktion, um selbstständig handeln zu können. „Da sind wir aber dran“, sagt sie.
In der Ratoldusschule gibt es auch auf den Fluren eine strenge Trennung.
In der Ratoldusschule gibt es auch auf den Fluren eine strenge Trennung. | Bild: Schneider, Anna-Maria
  • Strikte Trennung: Eigentlich dürfen sich die Klassen laut Vorgabe des Kultusministeriums nicht mischen. In den Grundschulen ist es möglich es einzuhalten. Doch bei den weiterführenden Schulen wird das schwer. Eine Durchmischung der Klassen finde im Fachunterricht statt, sagt FHG-Rektorin Ulrike Heller. Im Sprachunterricht oder in den naturwissenschaftlichen Fächern würden Schüler aus unterschiedlichen Klassen gemeinsam lernen.

    Anders sei der Stundenplan nicht zu organisieren. Aus diesem Grund werde man versuchen, die Stufen zu trennen. Wenn es dann einen Ausbruch gäbe, müsse eben die gesamte Klassenstufe in Quarantäne, aber nicht die ganze Schule.
Der Schulhof der Ratoldusschule ist in fünf Bereiche eingeteilt. Der Bauhof hat diesen mit Markierband ordentlich abgegrenzt. Jede Klasse wird ihre Pause nun abwechselnd auf einem der fünf Schulhöfe verbringen.
Der Schulhof der Ratoldusschule ist in fünf Bereiche eingeteilt. Der Bauhof hat diesen mit Markierband ordentlich abgegrenzt. Jede Klasse wird ihre Pause nun abwechselnd auf einem der fünf Schulhöfe verbringen. | Bild: Schneider, Anna-Maria
  • Getrennte Pausen: Die Radolfzeller Schulen haben ihre Schulhöfe in verschiedene Zonen eingeteilt. Die Klassen oder Klassenstufen müssen zu getrennten Zeiten in die Pause gehen. „Das führt leider dazu, dass über einen langen Zeitraum auf dem Schulhof Lärm herrscht, das macht es für andere schwer sich zu konzentrieren“, sagt Norbert Schaible, Schulleiter der Teggingerschule.

    Den zeitlich versetzten Unterricht, wie er in den Wochen vor den Ferien praktiziert wurde, haben alle Schulen zurückgefahren. „So lässt sich kein Stundenplan erstellen, wenn alle Lehrer so unterschiedliche Zeiten haben“, sagt Angelika Haarbach. Die Klassen sollen sich aber vor der Schule an Sammelpunkten mit ihren Lehrern treffen und gemeinsam mit Abstand zu anderen Klassen in die Schule gehen.
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  • Die Digitalisierung: Die von der Stadt Radolfzell bestellten digitalen Endgeräte hat bisher noch keine der Schulen erhalten. Diese sollen an Schüler, die kein eigenes Gerät haben, ausgeliehen werden. Die Realschule hat laut Schulrektorin Wiedemann etwa 300 Stück beantragt. Die Schulen haben im Vorfeld abklären müssen, wie hoch der tatsächliche Bedarf ist. Die Ratoldusschule hat 90 Ipads beantragt und eine Zusage für 60 Stück erhalten.

    Die Teggingerschule hat 60 Laptops beantragt, bekommt aber nur 45 Stück. Das Gymnasium hat die Zusage für 80 Android-Tablets bekommen. Schulrektorin Ulrike Heller hat aktuell aber größere Sorgen als fehlende Endgeräte. Der neue Schulserver sei wegen Corona nicht wie geplant in den Sommerferien geliefert worden. Jetzt müsse man warten, bis er kommt und ihn bei laufendem Schulbetrieb einrichten. „Und wenn der alte Server bis dahin ausfällt haben wir ein richtiges Problem“, sagt sie.
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