Auf der Suche nach neuen Veranstaltungsformen sind die Aktionsgemeinschaft Radolfzell und die Tourismus- und Stadtmarketing GmbH (TSR) fündig geworden: „Radolfzeller Adventsgassen„ heißt das Programm statt Christkindlemarkt, Schokomarkt und Adventsdorf. Und ja, es ist kein Programm für Geselligkeit und Austausch im großen Stil. Nina Hanstein, Geschäftsführerin der TSR, nennt das oberste Gebot in diesen Zeiten der Pandemie: „Es geht darum, Menschenansammlungen zu vermeiden und doch Leute in die Stadt zu holen.“

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Die Lösung, die Nina Hanstein und Andreas Joos von der Aktionsgemeinschaft präsentieren: Die 28 Christkindlemarkt-Hütten werden verteilt in der Innenstadt vom Seemaxx bis zum Bahnhof im empfohlenen Abstand aufgebaut und ausschließlich von Kunsthandwerkern oder „einem Angebot, das in einem weihnachtlichen Zusammenhang besteht“ (Hanstein) bestückt. Fünf Mal drei Tage in den Vorweihnachtszeit-Wochen sollen die Hütten öffnen (Siehe Infokasten).

Keine Glühweinparty an den Hütten

Auch hier gilt: Eine Glühweinparty mit zu vielen, sich zufällig treffenden Menschen an einer Hütte darf es nicht geben. Deshalb soll die Radolfzeller Gastronomie die Verköstigung übernehmen. Diese Bereitschaft hätten einzelne Wirte bei einer Besprechung schon signalisiert. Sie können wie im Sommer auf den Freiflächen vor der Gaststätte bewirten. Aber auch hier gelten die Corona-Regeln mit einer Registrierung der Gäste für eine mögliche Nachverfolgung bei einem aufgetretenen Corona-Fall. Das sei mit ein Grund gewesen, warum die TSR auf die beliebte Adventshütte auf dem Seetorplatz als Angebot für Vereine und Schulklassen verzichtet habe: „In dieser Hütte hätte jeden Tag ein anderer Kreis bewirtet, dafür wäre der Aufwand für ein Schutzkonzept und die Verantwortung zu groß. Wir können die Nachverfolgung nicht leisten“, sagt Nina Hanstein.

Impuls für den Einzelhandel

Andreas Joos aus dem Vorstand der Aktionsgemeinschaft unterstreicht, wie wichtig die ersten Radolfzeller Adventsgassen sind. Nach der Absage der verkaufsoffenen Sonntage und des Christkindlemarkts brauche der Einzelhandel einen Impuls. Dass Stadtmarketing und die Aktionsgemeinschaft so schnell ein Alternativkonzept auf die Beine haben stellen können, findet Joos eine „Superleistung“. Von den Kunsthandwerkern, die sonst auf dem Christkindlemarkt anzutreffen sind, hätte ihn diese Rückmeldung erreicht: „Viele sind froh, dass Radolfzell wenigstens etwas macht, und wollen kommen.“ Dass die Stadt mit einer Alternative für einen ausgefallenen Weihnachtsmarkt bereits an die Öffentlichkeit gehen kann, nimmt Stadtmarketings-Geschäftsführerin Nina Hanstein gerne mit: „Viele machen sich Gedanken. Jetzt sind wir die ersten mit einem Konzept, ist ja auch nicht so schlimm.“

Leitsystem auf dem Boden

Als Herausforderung bleibt die Darstellung der Radolfzeller Adventsgassen: „Im Gegensatz zum Christkindlemarkt findet man die Hütten nicht alle an einem Platz“, sagt Nina Hanstein. Eine erste Idee sei ein Leitsystem auf dem Boden, das die Besucher von Hütte zu Hütte führt. Für das nötige Flair soll die Weihnachtsbeleuchtung sorgen: „Die wird natürlich angemacht, auch unser Weihnachtsbaum steht wieder auf dem Marktplatz.“

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Auch wenn die Radolfzeller auf ihren Christkindlemarkt in diesem Jahr verzichten müssen, eine Hauptattraktion bringt die Aktionsgemeinschaft an den Start: „Unser Schneeflockengewinnspiel gibt es trotzdem“, sagt Beate Grünwald von der Geschäftsstelle der Aktionsgemeinschaft. Mit einer kleinen Einschränkung: „So lange der wöchentliche Vorrat an Schneeflocken reicht.“ Der Stand der Aktionsgemeinschaft wird in der Seestraße 41 aufgestellt.

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