Die Eröffnung: Das Radolfzeller Altstadtfest ist ein fester Bestandteil der Festkultur in der Stadt. Die betonte auch Oberbürgermeister Martin Staab bei der offiziellen Eröffnung auf dem Marktplatz. Nach der sommerlichen Urlaubszeit bereite das Fest die Bürger auf den Herbst vor, so Staab. Das Fest habe im Jahreskalender eine besondere Bedeutung. Durch die Altstadt und geprägt von vielen Mitmachangeboten für viele Altersklassen, unterscheide es sich vom Hausherrenfest. Das Altstadtfest habe einen ganz anderen Charakter und sei ein wichtiger Bestandteil der Radolfzeller Lebenskultur.

Bild: Georg Lange

Der Kinderflohmarkt: Sie sind eine moderne Familie: Julia Bierbach begleitete Lilian Spillman auf den Kinderflohmarkt, der sich auf dem Altstadtfest über die Teggingerstraße und von der Fürstenbergstraße bis zum Obertor erstreckte. In Lilians Sortiment waren lustige Spiele, Kleider und Lernmaterialien. Schweren Herzens trennte sie sich von einigen ihrer Puppen. Weil sie so viele habe und Platz für Neues schaffen wolle, erklärt sie mit einem lachenden wie traurigem Auge: Mit den Einnahmen wolle sie sich ein Fahrrad kaufen.

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Die Musikanten: Sie zählen 304 Jahre an Lebenserfahrung und sind die Fossile der Rockmusik – angereichert mit Rheuma und dem Muff von 50 Jahren, scherzen die Veteranillis über sich selbst. Robert Grünwald kennt noch die Zeiten der Tanzkapellen aus den 1960er Jahren. Dieses Flair an funk- und fernsehfreier Unterhaltung verbreiteten sie vor dem Zunfthaus einem tanzfreudigen Publikum. Sie stehen repräsentativ für mehr als ein Dutzend Kapellen, Bands und Chöre, die auf dem Altstadtfest aufspielten.

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Die Miniaturen: Vor dem Seemaxx schwammen im Teich motorisierte Flöße, Küstenmotorschiffe, norwegische Eisbrecher und Tierattrappen im Modellbau. Reinhard Hofer kam mit 20 Schiffen und 15 Personen von der IG Modellbau Hegau-Bodensee auf das Altstadtfest. Die meistgestellte Frage der Besucher war die nach der Geschwindigkeit der Modellboote. Selbst die mitgebrachte Titanic fährt mit maßstabsgerechter Geschwindigkeit, erläuterte Hofer.

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Die Gäste aus Frankreich: Es duftet nach provencialischem Lavendel am Stand der Radolfzeller Partnerschaftsstadt Istres. Seit mehr als 15 Jahren pflegen die Jumilage-Komitees freundschaftliche Begegnungen auf den Altstadtfesten mit Radolfzeller Bürgern und Vereinen. Im Gepäck brachte Alexandra Tschumi Seifen aus der Marseiller Region, Fischsuppen, Pastis und Olivenöl mit und bot sie auf dem Altstadtfest feil: Herbert Boschert aus Radolfzell sowie Danielle Poignard Alain Gambi aus Istres.

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Die Modemacher: Neben Musik gab es beim Altstadtfest auch etwas für den Kleiderschrank. So zeigten gleich eine ganze Reihe von Models die neusten Modetrends. Dafür gab es viel Applaus von den Besuchern.

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Viele Mitmacher: Wolfgang Scheinberger vom Radolfzeller Verein Compurama bot für Kinder Bastelarbeiten an um sie an die Elektronik heran zu führen. Zufällig entdeckte der Verein, dass Kinder gerne Schmuckarbeiten löten. Die Messmer Stiftung unterstützt das Basteln mit Draht und elektronischen Bauteile. Maximilian nahm sein Schmuckstück mit in die Schweiz. Kinder bastelten auf vorbereiteten Holzplatten und mit Schaltplänen Blinkanlagen und Morsegeneratoren und löteten Leitungen mit Widerständen.

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Die Künstler: Detlev Eilhardt bot auf der Kunstmeile Pop Art an. Zum zehnten Mal stellte der Künstler auf dem Altstadtfest aus. Pop Art sei ein Spiegel unserer Zeit: Lebendig, schnell, bunt, beweglich und oft auch lustig, so der Friedinger. Mit der Pop Art könne man auch schwierige Themen leichtfüßig darstellen. Eilhardt geht mit seiner Kunst gerne auf die Straße. Denn dort seien die Reaktionen der Betrachter ehrlicher als in den Galerien.

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