Die Kulisse ist magisch

Das große Kammerkonzert brachte die Besonderheiten der Höri Musiktage auf den Punkt – herausragende Musiker, erstklassige Konzerte und außergewöhnliche Arrangements in historischer Kulisse. Für ihre Interpretation großer Werke für zwei Klaviere hätten sich die Pianisten Konstantin Lifschitz und Leonhard Dering keinen schöneren Rahmen als die Stiftskirche des Augustiner Chorherrenstifts wünschen können.

Werke für zwei Klaviere

Eröffnet wurde das Konzert mit der Suite Nr. 1 op. 5 "Fantaisie tableaux" aus dem Jahre 1893 des russischen Komponisten Sergei Rachmaninow. Es zählt zu dem Repertoire an Originalkompositionen, die speziell für zwei Klaviere komponiert wurden.

Kein großes Orchester notwendig

Im Gegensatz dazu wurde "Trois Nocturnes" des französischen Komponisten Claude Debussy im Jahre 1899 für ein Orchester komponiert, die Transkription für zwei Klaviere erfolgte im Jahre 1909 durch Maurice Ravel. Auch ohne große Orchesterbesetzung verstanden es die beiden Pianisten, das Publikum in die unterschiedlichen Stimmungen der drei Stücke umfassenden Komposition zu versetzen. Von dem eher undurchsichtigen, fast düsteren Stück "Nuages" wechselten die Pianisten in das leichte, sinfonische Spiel des Stücks "Fêtes", bevor die Interpretation mit dem Stück "Sirènes" einen melancholischen Ausklang fand.

Pianisten spielen perfekt zusammen

Das perfekt aufeinander abgestimmte Zusammenspiel der beiden Pianisten mit einer bis ins kleinste Detail präzisen Übereinstimmung der Spielabläufe zeugte von ihrem herausragenden musikalischen Können. In der Walzer-Suite von Franz Schubert, die im Jahre 1923 von Sergei Prokofjew für zwei Klaviere arrangiert wurde, wechselten die Musiker die Stimmung mühelos zwischen munter, elegant und festlich. Auch die vier Sätze des "Concerto per due pianoforti soli" von Igor Strawinsky lebt von ihren Kontrasten. Der russischen Komponist komponierte das Werk für zwei Klaviere, um gemeinsam mit seinem Sohn Soulima auch ohne große Orchesterbesetzung spielen zu können.

Hochwertiges Programm für zwei Klaviere

Einen furiosen Abschluss fand das Kammerkonzert mit "La Valse" von Maurice Ravel aus dem frühen 20. Jahrhundert. In "La Valse" griff Ravel Elemente des Wiener Walzers auf, verband diese aber mit verzerrten Rhythmen und dissonanten Harmonien. Die Pianisten setzten die Wechsel von langsamen, fast wehmütigen Klängen eines Walzers bis hin zum fulminanten Ausbruch musikalisch brilliant um und wurden vom Publikum mit "Standing Ovations" gefeiert.

Musiker von herausragender Klasse

Dass die Höri Musiktage den russischen Pianisten Konstantin Lifschitz als musikalischen Schirmherren und Künstler für das Kammerkonzert gewinnen konnten, zeugt von dem herausragendem Konzept des Festivals. Lifschitz zählt weltweit zu den renommiertesten Pianisten. Seit 2008 unterrichtet er eine eigene Klasse an der Musikhochschule in Luzern, zu der seit 2017 auch Leonhard Dering zählt. Seit seinem zwölften Lebensjahr konzertiert Dering europaweit und gewann 2016 den 1. Preis des XVI. Concours International de Piano Alexandre Scriabine in Paris. Dering gehört zum Leitungsteam der Höri Musiktage.