Mitte Juli hatte ein Unwetter in Moos, Bankholzen und Iznang für Überschwemmungen auf Feldern und in den Orten gesorgt. Etliche Keller liefen voll. Die Gemeinde Moos hatte Bürger aufgefordert, Schadensfälle an die Gemeinde zu melden.

In einer Informationsveranstaltung zum Thema Hochwasser beschrieb Burkhard Raff vom beauftragten Ingenieurbüro, welche Auswirkungen Starkregen in der Gemeinde auf Bäche, Kanalsysteme und das Grundwasser haben kann. Er sprach auch darüber, welche Schutzmaßnahmen die Gemeinde und Privatpersonen treffen können.

Dreizehn Personen melden Schaden

Bürgermeister Patrick Krauss äußerte gegenüber den Anwesenden Verständnis dafür, dass eine Überschwemmung für „viel Arbeit und Frust“ sorge. Dreizehn Schadensfälle waren der Verwaltung gemeldet worden. Krauss sicherte zu, jeder einzelne Fall werde geprüft.

Schäden, die durch Hochwasser entstehen, könnten vielfältige Ursachen haben, erläuterte Raff. Es müsse im Einzelfall geprüft werden, woher das Wasser kam und was zu einer Überschwemmung auf dem Grundstück oder im Haus führte, so der Ingenieur. Nicht immer liege die Ursache beim öffentlichen Kanalisationsnetz.

Mitten in der Nacht: Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Moos machten im Juli auf dem Schienerberg nach einem Unwetter und heftigem Starkregen den Weg frei, damit auch das Wasser wieder abfließen konnte.
Mitten in der Nacht: Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Moos machten im Juli auf dem Schienerberg nach einem Unwetter und heftigem Starkregen den Weg frei, damit auch das Wasser wieder abfließen konnte. | Bild: Feuerwehr Moos/Julia Pryss

Durch die Gemeinde Moos fließen mehrere Gewässer. Im Besonderen beschrieb Raff das Einzugsgebiet des Mühlbachs und des Bankholzer Dorfbachs. Gräben entlang der Straßen sorgten bei Starkregen für ein geordnetes Abfließen des Wassers. Sie würden regelmäßig gepflegt.

Jedoch: „Leistungsfähige Gräben stehen oft in krassem Gegensatz zum Naturschutz“, erklärte der Ingenieur. Beim Bankholzer Dorfbach stünde man bei Unwettern mit Starkregen zusätzlich vor dem Problem der Bodenerosion. Wo die losgeschwemmte Erde sich schließlich absetze, sei unberechenbar. Hierfür gebe es keine Schutzmaßnahmen.

Am besten liefe Wasser bei Starkregen über die Durchfahrtsstraßen ab. Weil sie breit und in der Regel frei seien, könnten sie deutlich mehr Wasser abführen als ein Kanal. Dies sei bei dem starken Regen im Juli gut zu beobachten gewesen, merkte Patrick Krauss an.

Rückstausicherung soll helfen

Zum Kanalisationssystem in den Orten führte Raff aus, dass alle Entwässerungssysteme in Moos und Iznang Strom benötigen. In Weiler, Bankholzen und Bettnang spätestens ab dem Zulauf zur Kläranlage. Jedes System, das in der Gemeinde zum Einsatz kommt, sei vor jedem Haus mit einem Kontrollschacht versehen, der 200 Liter aufnehmen könne.

Sollte dieser Speicher bei starkem Regen nicht ausreichen, könnte eine Rückstausicherung auf dem eigenen Grundstück unter Umständen ein gutes Mittel sein, um sich vor Hochwasserschäden zu schützen, riet Raff.

Viele Bürger kamen zur Informationsveranstaltung zum Thema Hochwasser in die Bürgerhalle in Moos. Nicht wenige von ihnen waren selbst betroffen.
Viele Bürger kamen zur Informationsveranstaltung zum Thema Hochwasser in die Bürgerhalle in Moos. Nicht wenige von ihnen waren selbst betroffen. | Bild: Natalie Reiser

Mehrere Bürger meldeten sich zu Wort und schilderten, was sie während des Starkregens im Juli und auch bei starken Niederschlägen in der Vergangenheit erlebt haben. Wesentlich bei einem Schaden sei, herauszufinden, woher das Wasser kam, erklärte Raff.

Ob es sich um einen Rückstau aus der Kanalisation handle oder um Oberflächenwasser, das etwa über einen Schacht ins Haus eindringt. Einige der geschilderten Grundwasserprobleme im Eichweg in Moos beruhten auf einer undichten Bauweise der Keller oder undichten Öffnungen, die unter dem Grundwasserspiegel lägen, so der Fachmann.

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Die Gemeinde werde im Kontakt mit den Betroffenen bleiben, sagte Bürgermeister Krauss in der Versammlung zu.