"Wenn’s gut wird, dann liegt es an uns", zeigte sich Ingrid Koch in der Torkel von Bankholzen mit schwäbischem Humor selbstsicher. Zum Lachen hatte das Publikum bei Günther Bretzel und Ingrid Koch reichlich. Nicht nur die Menschen bleiben irgendwie gleich, sondern auch ihre Themen und ihr Trott: "Alldag s’Gleiche", so das humorige Programm der Tettnangerin mit ihrem Bühnenpartner aus Friedrichshafen. Singend, dichtend und reimend ging das Bühnenpaar in schwäbischer Mundart dem Alltag auf die Spur. Bei dem wohl nur eines hilft: Eine gehörige Portion Humor und Selbstironie.

Ungeschminkt erzählt Ingrid Koch von Situationen, die jeder kennt und die man am Besten selbsttherapeutisch angeht. Jeder hat seine eigenen Erfahrungen mit dem Altern gesammelt. Koch bemerkte ihr Älterwerden, als sie beim Röntgen nicht mehr gefragt wurde, ob sie schwanger sei. Bretzel, als ihm ein "junger Soicher" in der S-Bahn einen Sitzplatz mit dem Kommentar angeboten hat, dass man bei alten Leuten aufstehen müsse.

Wegschauen kann so schlimm sein

Es sei schon schlimm, wenn keiner mehr herschaut, bedauert Koch. Schlimmer sei jedoch, wenn die Männer zuerst hin und dann gleich wieder wegschauen. Tapfer erzählt Ingrid Koch Geschichten über die Midlifecrisis und von Knochenbrüchen: "Wenn man nicht mehr im Gesicht wie 20 aussieht, kann man das auch nicht von den Knochen verlangen", so ihr Orthopäde. Ingrid Koch resümiert: 80 Jahre lang 40 bleiben – so hätten es die Menschen gerne, wenigsten den Abgang weit nach hinten schieben und bitteschön nicht vor der Zeit die Freud’ verderben.

Auf Günther Bretzels Wetter-App war es deutlich abzulesen: Etwas zieht über den See, doch es zieht wohl knapp vorbei. Wie dieses "knapp vorbei" tatsächlich ausgesehen hat, war ein musikalisches und humoristisches Glanzlicht. Zuerst verwandelte sich sein Sommerfest in einen Wet-T-Shirt-Contest, bis fliegende Bänke und Sonnenschirme das Fest gänzlich ruinierten. Das Publikum konnte sich vor Lachen nur noch mit einer Portion Baldrian beruhigen.