Freie Parkplätze auf der Oberen Laube. Das ist mehr als ungewöhnlich für einen Samstag in der Vorweihnachtszeit, kurz nach 13 Uhr. Dies bestätigen zwei Ordnungsamtsmitarbeiter, die gerade vor Ort die Parkscheine kontrollieren.

Bild: Marcel Jud

Es ist allgemein bisher eher ruhig in den Gassen und auf den Straßen der Konstanzer Innenstadt. Das erstaunt umso mehr, als am Tag zuvor angekündigt wurde, dass Bund und Länder am Sonntag über einen harten Lockdown für ganz Deutschland entscheiden würden.

Doch selbst auf dem Stephansplatz, der tatsächlich gut gefüllt ist mit Autos, muss man nicht lange warten, bis ein Parkplatz frei wird.

Bild: Marcel Jud

Auch vor dem Einkaufszentrum Lago bilden sich keine Staus: Einkaufswillige müssen um 14 Uhr nicht Schlange stehen, um eingelassen zu werden. Im Innern des Zentrums dasselbe Bild. Es herrscht zwar Betrieb, aber vor den wenigsten Geschäften warten Kunden, damit die Maximalzahl Personen pro

Verkaufsfläche eingehalten werden kann.

Bild: Marcel Jud

Auf den Straßen fließt der Verkehr derweil nach wie vor, selbst im Döbele-Kreisel. Zwar kommt es vor dem Grenzübergang Emmishofer-Tor kurz zu einem Rückstau Richtung Schweiz, doch der Kreisverkehr rollt ungehindert weiter.

Video: Marcel Jud

Zurück in den Einkaufsstraßen und -gassen der Innenstadt: Obwohl dieser Samstag die vielleicht letzte Möglichkeit ist, die Weihnachtseinkäufe zu erledigen, kommen einem kaum mit Taschen und Geschenken voll bepackte Menschen entgegen. Von Gedränge kann vielerorts keine Rede sein, wie ein Blick in die Hussenstraße vom Schnetztor aus zeigt.

Bild: Marcel Jud

Auf der Marktstätte und in der an sie anschließenden Kanzleistraße herrscht etwas mehr Betrieb. Aber auch dieses Epizentrum der Einkaufsstadt ist nicht überfüllt.

Bild: Marcel Jud

Einzig vor dem DM in der Kanzleistraße und vor dem Eingang des Müller-Spielwarengeschäfts bilden sich jeweils kurz vor 15.30 Uhr Warteschlangen.

Bild: Marcel Jud

Keine wartenden Kunden vor ihrem Laden hat Jacqueline Wernicke, Inhaberin des Kinderbücher- und Spielzeuggeschäfts „Die Eule“ in der Hussenstraße. „Heute sind die Leute entspannter als am Freitag. Da war richtig was los und viele haben groß eingekauft“, sagt Wernicke, die den Laden dieses Jahr übernommen hat.

Einem erneuten Stillstand blickt sie am Samstag mit Sorge entgegen: „Das Weihnachtsgeschäft sollte schon bis 24. Dezember laufen. Wenn das nicht geht, wird es gerade für kleine Konstanzer Geschäfte ohne staatliche Hilfe schwierig.“

Jacqueline Wernicke
Jacqueline Wernicke | Bild: Marcel Jud

Einige hundert Meter vom Spielzeugladen „Die Eule“ entfernt, in der Parfümerie „Gradmann 1864“, zieht Filialleiterin Franziska Bantle für den Samstag eine positive Bilanz: „Es ist verhältnismäßig ein bisschen mehr los. Aber ich würde sagen, das liegt eher daran, dass der Weihnachtsbummel angefangen hat.“

Einen Zusammenhang zum drohenden Lockdown sieht Bantle nicht. „Nur heute Morgen haben einige Kunden Unsicherheit geäußert, wie es wohl weitergehen werde.“ Ein erneuter Lockdown sei natürlich für alle Geschäfte nicht einfach. „Aber für uns ist das Schöne, dass wir wie im ersten Lockdown mit unserem Online-Shop und einer Hotline weiterhin für unsere Kunden da sein können.„

Franziska Bantle.
Franziska Bantle. | Bild: Marcel Jud

Von der Hussenstraße geht es weiter in die Paradiesstraße, wo Joachim Söhnen vom Konstanzer Bücherschiff bisher keinen Kundenansturm erlebt hat: „Trotz drohenden Lockdowns sind nicht viel mehr Leute gekommen. Zum Glück: Sonst wäre es schwierig geworden mit den Abstandsregeln.“

Das Weihnachtsgeschäft beginne im familieneigenen Bücherladen in der Regel sowieso erst messbar ab Mitte Dezember. „Und das fällt jetzt definitiv ins Wasser„, so Söhnen. Er werde nun wie im Frühjahr wieder einen Außer-Haus-Verkauf und Bücher-Lieferungen anbieten. „Aber damit werden wir den stationären Handel nicht kompensieren können.“

Joachim Söhnen.
Joachim Söhnen. | Bild: Marcel Jud

Dass es an diesem Samstag keinen Ansturm auf die Konstanzer Geschäfte gab, wie die Ladenbesitzer sagen, bestätigt sich auch am frühen Abend. Nach wie vor fließt der Verkehr und in den Gassen herrscht wenig Gedränge. Einzig in der Bodanstraße stauen sich die Autos kurz vor 17 Uhr auf einer kurzen Strecke vor der Ampel in der Oberen Laube.

Bild: Marcel Jud