Gerry Mayr ist in Konstanz als Abenteurer und Freund von Motorrädern bekannt. Am Wochenende sprach er auf der Demonstration im Stadtgarten als einer jener Bürger, die die Beschränkungen wegen des Coronavirus als überflüssig anprangern.

So ist Gerry Mayr bekannt: als Abenteurer und Weltrekordler. Bei der Demonstration im Stadtgarten sagte er: „Wo ist die Pandemie? Wo sterben die Menschen in Mengen? Ich sehe sie nicht.“
So ist Gerry Mayr bekannt: als Abenteurer und Weltrekordler. Bei der Demonstration im Stadtgarten sagte er: „Wo ist die Pandemie? Wo sterben die Menschen in Mengen? Ich sehe sie nicht.“ | Bild: privat

Trotz der Lockerungen der Maßnahmen war die Zahl der Demonstranten in Konstanz im Vergleich zum vorherigen Wochenende gewachsen. Polizei und Veranstalter schätzten übereinstimmend, dass sich rund 150 Personen beteiligten.

Demonstranten halten sich an Auflagen

Diese haben sich an die Auflagen gehalten und sich im Stadtgarten mit großen Sicherheitsabständen aufgestellt. Ein Teil der Demonstranten hatte sich auf Decken in den Wiesen rund um den Festplatz vor der Bühne im Stadtgarten niedergelassen.

Gerry Mayr stellte sich auf der Bühne als freiheitsliebender Mensch vor, der nicht zu den privaten Organisatoren der Demonstration gehöre, sich aber um die Freiheitsrechte in Deutschland sorge.

Frage nach der Pandemie

Die Anzahl der in Verbindung mit Corona gestorbenen Menschen zeigten, dass Politik und Wissenschaft die Lage völlig falsch eingeschätzt hätten. Er fragte: „Wo ist die Pandemie? Wo sterben die Menschen in Mengen? Ich sehe sie nicht.“ Es handle sich um einen „Fehlalarm“.

Bitte Abstand halten, das gilt auch im Stadtgarten bei der Demonstration.
Bitte Abstand halten, das gilt auch im Stadtgarten bei der Demonstration. | Bild: Claudia Rindt

Auch ein Mitarbeiter des Bundesinnenministeriums war jüngst in einem Papier zu dieser Einschätzung gekommen. Wegen der Veröffentlichung ohne Absprache ist er inzwischen mit einem Dienstverbot belegt worden.

Auf Plakaten steht: „Lügen“

Dieser Vorgang ist Futter für die Menschen, die davon ausgehen, bei den Beschränkungen handle es sich um ein abgekartetes Spiel der Eliten aus Politik und Wirtschaft. Auf Plakaten war bei der Demonstration von „Lügen“ die Rede, also der bewussten Täuschung der Bevölkerung.

Mehrere Redner forderten dazu auf, die Demonstranten nicht als Spinner abzustempeln, sondern sich mit deren Kritikpunkten und Fragen auseinanderzusetzen.

Ein Redner zeigte sich alarmiert, weil, etwa in Stuttgart, die Zahl der Demonstranten wegen des Infektionsschutzes beschränkt wurde. Die Menschen sollten dem unguten Gefühl vertrauen, dass hierzulande gerade etwas in die falsche Richtung laufe und sich mit denen vernetzen, die dasselbe spürten.

Karl-Ulrich Schaible spricht von Sündenfall

Karl-Ulrich Schaible, Aktivist für den Umwelt- und Klimaschutz in Konstanz, gehörte ebenfalls zu den Demonstranten. Auf Nachfragen sagte er, das Aussetzen der Grundrechte betrachte er als Sündenfall. Er befürchte, es könnten künftig immer wieder Gründe dafür gefunden werden.

Karl-Ulrich Schaible engagiert sich in Konstanz für Umweltschutz. Das Aussetzen der Grundrechte betrachtet er als Sündenfall.
Karl-Ulrich Schaible engagiert sich in Konstanz für Umweltschutz. Das Aussetzen der Grundrechte betrachtet er als Sündenfall. | Bild: Eva Marie Stegmann

Im Anschluss der Demonstration distanzierte er sich ausdrücklich von einem Redner, der unter anderem Stimmung gegen Stolpersteine machte, die an Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Dieser Redner hatte auch davon gesprochen, es gehe in Wirklichkeit darum, den Dritten Weltkrieg anzuzetteln.