Es ist 9 Uhr morgens vor dem Medienhaus des SÜDKURIER. Am Drehtor wartet bereits Christian Bernardi. Denn er darf anlässlich des Duodays einen Tag in der Konstanzer Lokalredaktion des SÜDKURIER verbringen und lernt so das Medienhaus kennen – ein Tag um den journalistischen Alltag zu spüren.

Bild: Esteban Waid

Es ist nicht selbstverständlich, dass Christian Bernardi an diesem Donnerstagmorgen vor dem Tor des Medienhauses steht. Seit eineinhalb Jahren kann Christian Bernardi wieder richtig am Arbeitsleben teilnehmen und arbeitet nun schon einige Monate Vollzeit beim Wohlfahrtsverband in Radolfzell.

Dass Bernardi sich aktuell so frei auf dem Arbeitsmarkt bewegen kann, war nicht immer so. Eine psychische Erkrankung bremste den 50-jährigen lange Zeit aus. Doch das hat sich gewandelt, denn die Erkrankung rückt in seinem Leben immer mehr in den Hintergrund und mittlerweile lebt er symptomfrei.

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Die Krankheit soll auch in diesem Artikel im Hintergrund stehen. Denn es geht um den Duoday und um das, wofür dieser Tag steht: für die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt von Menschen mit seelischen, psychischen und geistigen Beeinträchtigungen. „Ich möchte zeigen, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen ganz normal am Arbeitsleben teilnehmen können. Das ist Inklusion für mich“, macht Bernardi klar.

Bild: Esteban Waid

Wie alle, die im Medienhaus arbeiten, startet der Tag für Bernardi mit dem Schritt durch das Drehtor. Danach braucht es erst einmal einen Überblick: links das große Druckerei Gebäude, rechts der Bau mit den Büros. Er lernt kennen, wo die einzelnen Redaktionen sitzen, wer die Chefredaktion ist und schließlich auch, wo für den heutigen Tag sein Arbeitsplatz sein wird.

Bild: Esteban Waid

Schnell wird auch klar, dass es kein Zufall ist, dass Bernardi ausgerechnet beim SÜDKURIER gelandet ist. „Ich habe mich schon mit 14 Jahren für den Journalismus interessiert“, erzählt er. Nun bekommt er endlich mal einen Einblick, wie es hinter den Kulissen einer Zeitung aussieht. Auch eine Präsentation in einem der Konferenzräume darf da nicht fehlen.

Bild: Esteban Waid

Es sind viele Informationen, die Bernardi an diesem Tag bekommt. Er lernt, wie lokaler Journalismus heute funktioniert, welche Rolle das Internet und die sozialen Medien spielen. Auch hier wird deutlich, dass das Interesse am Journalismus nicht nur so dahingesagt war. Während den Gesprächen mit den Mitarbeitern stellt er Fragen, diskutiert mit, beteiligt sich.

Wie es sich für ein Praktikum gehört, wird auch gearbeitet. In seinem Job beim Wohlfahrtsverband muss Bernardi viel telefonieren, schreibt E-Mails. Tätigkeiten, die auch ein Journalist tagtäglich ausführt, die an diesem Tag aber nicht gebraucht werden.

Bild: Esteban Waid

Das Team aus Praktikant und Mitarbeiter verbringt den ganzen Tag miteinander. Daher kommt auch der Name Duoday. Denn die beiden bilden für diesen Anlass genau das: ein Duo. Bei dem Praktikum von Christian Bernardi arbeitet das Duo an einem Artikel, das den Duoday erklären soll: Wo kommt er her? Wie kam er nach Deutschland? Wer organisiert den Tag in Konstanz? Diese Fragen recherchiert das Duo.

Auch wenn in der heutigen Zeit viel online passiert, der SÜDKURIER hat auch noch eine gedruckte Ausgabe, weshalb ein Besuch in der Druckerei nicht fehlen darf. Die riesigen Maschinen beeindrucken Praktikant und Mitarbeiter gleichermaßen, nur das einer von beiden etwas mitreden kann.

Bild: Esteban Waid

Bernardi arbeitete früher selbst einmal in einem Druckerei betrieb als Druckvorlagenhersteller. Ein bisschen kennt er sich also aus, auch wenn sich viel in Sachen Automatisierung getan hat. Und irgendwann Endet der Tag so, wie auch ein normaler Arbeitstag meist endet. Der Artikel steht, es wird noch einmal drüber gelesen und dann geht es dort durch, wo der Tag begonnen hat, durch das Drehtor.

Bild: Esteban Waid

Zurück bleiben zwei Menschen, die beide mit positiven Eindrücken und neuen Erkenntnissen in Sachen Inklusion in ihren nächsten Tag starten werden.

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