Tierquälerei? Wilderei? Nächtliche Kämpfe zwischen Tieren mit tödlichem Ende? Das Rätsel um Überreste auf dem Bodanrück wird immer geheimnisvoller. Vor rund drei Wochen war es noch „nur“ ein frisch gehäutetes Fell von einem unbekannten Tier (wir berichteten) – doch nun ist ein Schädel gefunden worden.

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Der erste Fund: Das mysteriöse Tierfell

Doch der Reihe nach. Das Fell mit Fleisch- und Blutspuren lag auf einem kleinen Feldweg zwischen Litzelstetten und Oberdorf, ganz in der Nähe der Verbindungsstraße der beiden Konstanzer Teilorte. Penibel genau wurde es offenbar vom Körper abgetrennt.

Das Fell auf dem Feldweg zwischen Litzelstetten und Oberdorf. Mittlerweile ist es verschwunden.
Das Fell auf dem Feldweg zwischen Litzelstetten und Oberdorf. Mittlerweile ist es verschwunden. | Bild: Schuler, Andreas

Ein wenig Fleisch hing noch daran, die Hautreste waren noch feucht und frisch. Jede Menge Fliegen machten sich darüber her, Greifvögel pickten an den Fleischfetzen, offenbar dazugehörige Haarbüschel lagen im Umkreis von rund 20 Meter verteilt auf Feldern und Wiesen.

„Definitiv kein Biber“

Das Veterinäramt des Landkreises Konstanz ließ durch Pressesprecherin Katrin Roth ausrichten: „Bei dem Fell handelt es sich definitiv um keinen Biber, da keine Kelle vorhanden ist und die Fellhaare zu lang und zu flauschig sind. Auch schließen wir aus, dass es sich um eine andere bekannte heimische Wildtierart handelt. Somit liegt auch keine Wilderei vor.“

Der zweite Fund: Fangnetz mit Blut- und Haarspuren

Einen Tag später war das Fell verschwunden. Wiederum einen Tag später fand ein Mann aus Oberdorf, der ein paar Meter daneben einen Schrebergarten bewirtet, weitere Stücke des Felles, ein Fangnetz mit Fleischstücken sowie Haarbüschel.

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Als das Veterinäramt vom neuerlichen Fund erfuhr, wurde es hellhörig und schickte eine Tierärztin auf den Bodanrück, um Proben zu entnehmen. Diese befinden sich derzeit noch im Labor. Alleine anhand der Bilder können die Experten aus Radolfzell nicht bestimmen, um was für ein Tier es sich handeln könnte.

In einem angrenzenden Schrebergarten wurden ein Fangnetz mit Haarbüschel und Blutspuren gefunden. Das Veterinäramt sammelte die Hinweise und brachte sie in ein Labor zur Analyse.
In einem angrenzenden Schrebergarten wurden ein Fangnetz mit Haarbüschel und Blutspuren gefunden. Das Veterinäramt sammelte die Hinweise und brachte sie in ein Labor zur Analyse. | Bild: Schuler, Andreas

Der dritte Fund: Ein frischer Tierschädel

Am Dienstag nun lag exakt an der Stelle, wo zuvor das Fell gefunden wurde, ein Tierschädel. Ebenso wie das Fell mit frischen Fleisch- und Blutspuren. Der SÜDKURIER schickte die Bilder abermals ans Veterinäramt. Leiterin Cornelia Pfleghar schrieb daraufhin zurück: „Die Fotos zeigen einen Schädel von einem kleinen Wiederkäuer. Das heißt, es könnte sich hierbei um einen Schädel von einem Schaf oder einer Ziege handeln. Irgendwelche Schlüsse aus diesen Funden lassen sich unsererseits derzeit nicht ziehen.“

Laut Veterinäramt gehört der Schädel zu einem kleinen Wiederkäuer, vermutlich zu einer Ziege oder einem Schaf.
Laut Veterinäramt gehört der Schädel zu einem kleinen Wiederkäuer, vermutlich zu einer Ziege oder einem Schaf. | Bild: Schuler, Andreas

Erst, wenn das Labor in Aulendorf anhand der Analysen sagen könne, zu was für einem Tier das Fell gehöre, sei das Amt zu weiteren Stellungnahmen in der Lage. Die Analysen dauern derzeit noch an – und der Schädel ist mittlerweile ebenfalls verschwunden. Sehr mysteriös.