Die Polizei hat im Zusammenhang mit der tödlichen Messerattacke gegen einen 19-jährigen Mann aus der Schweiz am späten Sonntagabend einen weiteren Tatverdächtigen festgenommen. Es handelt sich laut der gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Konstanz und des Polizeipräsidiums Konstanz um einen 17-jährigen Deutschen. Er gilt demnach "aufgrund der bisherigen Erkenntnisse als Haupttatverdächtiger", der auf den 19-Jährigen Schweizer eingestochen haben soll. Er wurde nach intensiven Fahndungsmaßnahmen laut Staatsanwaltschaft in Konstanz von Beamten der 50-köpfigen Sonderkommission festgenommen und wird noch im Laufe des Montags dem Haftrichter vorgeführt.
 
Bei drei der vier jungen Männern, die bereits am Samstag von der Polizei vorläufig festgenommen worden waren, hat sich der dringende Tatverdacht laut der Mitteilung nicht bestätigt. Sie wurden deshalb wieder freigelassen. "Dennoch stehen sie nach wie vor im Verdacht an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen zu sein", so Polizeisprecher und Staatsanwalt weiter.

Vorläufige Ergebnisse der Obduktion liegen vor

Der vierte aus der Gruppe der am Samstag Festgenommenen - ein 21-jähriger Mann syrischer Herkunft - muss jedoch auf Antrag der Staatsanwaltschaft und auf Anordnung der Bereitschaftsrichterin in Untersuchungshaft in eine Justizvollzugsanstalt. Gegen ihn haben sich "die Verdachtsmomente erhärtet", so die Mitteilung. Er wurde laut dem Staatsanwalt in Singen festgenommen.
Erinnerungsort an der Shisha-Bar Pasha of Dubai im Konstanzer Industriegebiet. Hier wurde ein 19-jähriger Schweizer Opfer einer tödlichen Messerattacke.
Erinnerungsort an der Shisha-Bar Pasha of Dubai im Konstanzer Industriegebiet. Hier wurde ein 19-jähriger Schweizer Opfer einer tödlichen Messerattacke.

Auch der vorläufige Obduktionsbericht liegt nun vor: Demnach sei dem 19-jährigen Opfer ein Stich in den Oberkörper zugefügt worden. Verletzungen an der Lunge und den Blutgefäßen führten zum Tod. Die Ermittlungen nach den Hintergründen der tätlichen Auseinandersetzung, in deren Verlauf der 17-Jährige auf den 19-Jährigen einstach, dauern an. Ein Antanzen oder eine verbale Anmache einer Frau hat es nach Auswertung der bislang vorliegenden Fakten nicht gegeben.

Der 17-jährige mutmaßliche Haupttäter wurde im Stadtgebiet von Konstanz festgenommen. Diese SÜDKURIER-Information bestätigte am Montagnachmittag Andreas Mathy, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz. Nach Recherchen unserer Redaktion erfolgte auch die Festnahme des Mann syrischer Herkunft in Konstanz, dazu machten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst aber keine Angaben. 

17-jähriger Tatverdächtiger ist vorbestraft


Der 17-Jährige gehörte zu einer bekannten kriminellen Jugendbande, die in Konstanz seit mehr als zwei Jahren im Fokus von Polizei und Staatsanwaltschaft steht. Die so genannte Ermittlungsgruppe Berchen hatte 2015 einige Fahndungserfolge erzielt, zuletzt war es um die Bande eher ruhig geworden. Andreas Mathy, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz, bestätigte Recherchen des SÜDKURIER, nachdem der 17-Jährige der Jugendbande zugerechnet wird.

Im Juli 2016 stand er bereits wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht, er wurde zu einer Jugendhaftstrafe verurteilt, die aber zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Die Festnahme sei an seiner Wohnadresse erfolgt, hieß es am Montag. Inzwischen wurden Haftbefehle erlassen gegen den 17-jährigen Hauptverdächtigen und seinen 21-jährigen Begleiter. Sie befinden sich in Untersuchungshaft. 

Zum genauen Tathergang ermittelt die Polizei weiter, die 50-köpfige Sonderkommission ist weiter aktiv. Im Zentrum steht vor allem die Frage, wie es zum Kontakt zwischen der Gruppe des Opfers und der Gruppe um die beiden Tatverdächtigen kam. Die Frage nach einem Tatmotiv könne erst nach Abschluss dieser Ermittlungen beantwortet werden, erklärte Staatsanwalt Mathy.

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