Zwischen Hörsaal und Herosé-Park: Für viele junge Menschen beginnt im September und Oktober das Studentenleben in Konstanz. Lange Zeit stiegen die Studierendenzahlen in der Stadt. Die Auszeichnung Exzellenzuniversität, der See und gute Noten in Hochschulvergleichen lockten immer mehr Bewerber nach Konstanz. Seit ein paar Jahren pendelt sich die Zahl bei rund 16.000 Studierenden in Konstanz ein. Baulich wachsen die Hochschulen und die Studentenwohnheime unterdessen aber weiter.

Das sind die Pläne im Überblick:

1. Universität will um ein Viertel wachsen.

Allerdings nicht, um die Zahl der Studierenden zu steigern, betont Uni-Sprecherin Julia Wandt. Um international wettbewerbsfähige Forschung zu betreiben, brauche man heute für Laborplätze, Technik und Seminarräume eine andere Fläche als noch vor 50 Jahren – und plane deshalb in einem großen Wurf auch genauso langfristig. Bis zum Jahr 2060 benötigt die Universität laut einer Prognose rund 55.000 Quadratmeter mehr Fläche und etliche Neubauten. Unter anderem für Projekte wie jenes Spitzenforschungszentrum zur Untersuchung von Schwarm- und Kollektivverhalten, das seit 2018 auf dem Campus entsteht. „Solche Forschungsprojekte können Sie nur hierher holen, wenn Sie auch die entsprechende Fläche vorweisen können“, sagt Wandt.

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Die Pläne für die Erweiterung der Universität liegen inzwischen bei der Stadt, die nächstes Jahr über den Bebauungsplan und die Vergabe an ein externes Planungsbüro entscheiden soll. Auch die Beteiligung der Öffentlichkeit werde fortgeführt, betont Wandt. Bislang seien unter anderem Umweltverbände in die Planung miteinbezogen gewesen. Mehrere Umweltgutachten haben demnach ergeben, dass für die Erweiterung vor allem die Fläche der bisherigen Parkflächen zur Verfügung steht.

Ein Teil der HTWG könnte bald in die angrenzende Wessenbergschule umziehen.

Die Hochschule will weiter zu einem Campus für Ausbildung, Lehre, Forschung, Wohnen und Existenzgründung wachsen – und so auch den Wirtschaftsstandort Konstanz stärken. Rund 5000 Studierende gibt es an der HTWG, mehr sollen es auch hier nicht werden, betont HTWG-Präsident Carsten Manz immer wieder. Nur fehlt ihnen an der HTWG schon jetzt der nötige Platz. Genauer gesagt: 1600 Quadratmeter laut einer Analyse der HTWG. Hinzu kommt, dass in einem der größten Gebäude eine Grundsanierung ansteht und somit bestehende Räume wegfallen.

Als Zwischenlösung zeichne sich die Wessenbergschule ab, wie Manz erklärt. Aber auch langfristig sind die denkmalgeschützten Blomeier-Bauten der Wessenbergschule attraktiv für die HTWG. Ursprünglich war angedacht, mit dem Technologiezentrum dort einzuziehen. Dass dieses nun unter dem Namen Konstanzer Innovationsareal (KINA) auf das alte Siemensareal zieht, ändere an diesen Plänen nichts. „Trotz des Projektes KINA halten wir weiterhin daran fest, langfristig hier mit dem Technologiezentrum einen gemeinsamen Standort zu finden. Es wäre fatal, wenn das Potenzial der Wessenbergschule für die HTWG nicht mehr zur Verfügung stehen würde“, so Manz. Auch ein weiterer Neubau steht zur Debatte.

3. Die Zahl der Wohnheimplätze ist um 20 Prozent gestiegen.

Auch das Studierendenwerk Seezeit hat in den vergangenen Jahren einiges gebaut und die Zahl der Bettenplätze von 1961 im Jahr 2012 auf aktuell 2355 Plätze in 13 Wohnanlagen gesteigert. Hinzu kommen Wohnheime der kirchlichen Träger mit über 1000 Plätzen. Die Warmmiete inklusive Nebenkosten für die Mehrzahl der Seezeit-Zimmer liegt nach Angaben von Pressesprecherin Elke Scherer unter 300 Euro, das günstigste Zimmer in Konstanz koste monatlich 230 Euro Warmmiete inklusive Nebenkosten.

Entsprechend begehrt sind die Plätze, die derzeit vergeben werden, auch dieses Jahr. „Die Nachfrage ist wie immer vor Beginn des Wintersemesters hoch, im Vergleich zu den beiden Vorjahren jedoch leicht gesunken“, so Scherer. Ein klares Bild ergebe sich aber erst kurz vor dem Vorlesungsbeginn im Oktober. Der Rest der Studierenden, zuletzt waren es insgesamt rund 16.300, müssen auf dem privaten Konstanzer Wohnungsmarkt etwas finden oder pendeln.

Durchschnittlich 11,70 Euro Kaltmiete ohne Nebenkosten kostet in Konstanz der Quadratmeter laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftswoche über die Wohnungspreise in Uni-Städten. Für die, die auch kurz vor der ersten Vorlesung noch kein Zimmer haben, hält Seezeit Notunterkünfte frei.