Einen deutlichen Mehrwert für die Region soll die Sanierung und Erweiterung des Schwimmbads Egelsee mit sich bringen. Das ist das Ziel, das die Stadt Kreuzlingen und die Sekundarschulgemeinde mit dem Bauprojekt anstreben. Nicht nur von den Schulen und den Sportvereinen wird das sanierungsbedürftige Bad rege genutzt – auch von den Bürgern der Region, darunter zahlreiche Konstanzer.

Wie viele Deutsche das Angebot in Anspruch nehmen, kann nicht beziffert werden. "Aber es sind viele", so Ruedi Wolfender, Leiter des Departements Gesellschaft und Liegenschaften, der über die neuen Planungen sagt: "Das Konzept ist schlüssig und klar auf Familie, Freizeit und Schule ausgelegt." Das Plus: "Durch die bauliche Trennung von eher lautem Familien- und ruhigem Schwimm- und Kursbereich wird die Aufenthaltsqualität extrem hoch", so Wolfender, der feststellt, dass das neue Egelsee-Schwimmbad das Angebot der Konstanzer Therme und des Schwaketenbads gut ergänze. "Mit diesen drei Angeboten decken wir die Bedürfnisse in der Region gut ab".

Die Kosten beziffert die Vize-Stadtpräsidentin Dorena Raggenbass auf 35,5 Millionen Schweizer Franken. 25,4 Millionen werden für den Erweiterungsbau und 10,1 Millionen für die Bestandssanierung veranschlagt. Die Sekundarschule beteilige sich mit 4,5 Millionen, der Kanton Thurgau mit 2,8 Millionen und 900.000 Franken würden vom Sportfonds beigesteuert, so dass die Stadt Kreuzlingen 27,3 Millionen Franken zu tragen habe.

Einsparungen sehen die Planer im Bereich der Betriebskosten. Der Bau solle im Minenergiestandard ausgeführt werden und der Energiebedarf durch ein ausgeklügeltes System (Photovoltaikanlage, Mehrfachnutzung des Thermalwassers und dessen Wärmenutzung) verringert werden. An den auf 1,4 Millionen Franken geschätzten Betriebskosten wollen sich auch die Nachbargemeinden beteiligen. Zudem werde sich die Einnahmeseite verbessern. Dies soll nicht nur durch das erweiterte Angebot, sondern auch die Erweiterung der Öffnungszeiten (Montag bis Freitag 6 bis 22 Uhr, samstags und sonntags von 6 bis 20 Uhr) erzielt werden.

Im Neubau ist ein 25 auf 25 Meter großes Sportbecken geplant, das auch für Wettkämpfe geeignet sei, so Vize-Schulpräsident Michael Thurau. Der Clou: Daneben, nur durch eine Hubwand getrennt, soll ein Becken für Schwimmschule, Wassergymnastik und für Behinderte eingerichtet werden. Mittels der herunterfahrbaren Hubwand könnten beide Becken zusammengelegt werden, so dass auch Wasserball-Wettkämpfe stattfinden können. Eine Tribüne sowie Multifunktionsräume, die als Wettkampfbüro oder für Schulungszwecke genutzt werden können, sind ebenfalls vorgesehen.

Der Zwischentrakt zum Altbau soll ein Bistro, Dampfbad, Erlebnisduschen, Ruheräume beinhalten. Im Altbestand sind ein vergrößerter Kleinkind-Bereich, eine Riesenrutsche mit Auslauf, ein Sprungbereich sowie ein Thermalbecken mit Sprudelliegen und Wasserdüsen vorgesehen. Die Wasserfläche werde um mehr als das Doppelte auf gut 12.000 Quadratmeter erweitert, so Ruedi Wolfender.

"Das Bad ist als Familien- und Schulbad für alle Nutzergruppen ausgelegt", so Michael Thurau. Einen Wellness-Tempel hatte keiner der Initiatoren aufgrund des Angebots in der Region – der Konstanzer Therme mit Saunabereich – je im Sinn. Egal, ob das Bauprojekt realisiert wird. "Die Sauna wird so oder so geschlossen", sagte Dorena Raggenbass bei der Pressekonferenz. Zwei Kreuzlinger Sauna-Liebhaberinnen haben bereits eine Unterschriftenaktion für den Erhalt einer Sauna gestartet.

Warum ein zweiter Anlauf für Sanierung und Erweiterung des Bades nötig ist

  • Vorgeschichte: Das Schwimmbad Egelsee besteht seit 40 Jahren. Nicht nur die technischen Anlagen sind veraltet, es ist insgesamt dringend sanierungsbedürftig. Es wurde ein Konzept für die Modernisierung und den Ausbau des in der Region beliebten Bades erarbeitet, das 37 Millionen Schweizer Franken gekostet hätte. Das Großprojekt lehnten die Kreuzlinger Stimmbürger jedoch im Jahr 2014 ab.
  • Weiterentwicklung: Auf Initiative von Schulpräsident René Zweifel wurde "der Ball wieder aufgenommen", berichtet die stellvertretende Stadtpräsidentin Dorena Raggenbass, und ein neues Konzept für die Sanierung und die Erweiterung des Hallenbades erarbeitet. Die Ausrichtung ist klar definiert: Ein Schwimmbad für Familie, Freizeit und Schule, in dem auch Wasserballturniere möglich sind. Die Investitionskosten werden jetzt auf 35,5 Millionen Schweizer Franken geschätzt, wobei neben der Stadt Kreuzlingen und der Sekundarschulgemeinde unter anderem auch der Kanton Thurgau und der Sportfond zur Finanzierung beitragen.
  • Vorgehen: Im November 2017 wird die Botschaft dem Kreuzlinger Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt. Die Volksabstimmung findet am 4. März 2018 statt. Sollten die Kreuzlinger sich für die Erweiterung des Schwimmbads Egelsee aussprechen, könnte ab dem Jahr 2019 mit dem Neubau begonnen werden, anschließend das Bad saniert und im Jahr 2022 das Gesamtprojekt vollendet sein. Das Schwimmbad müsste aufgrund der Bauabschnitte nicht geschlossen werden; der Badebetrieb könnte nahezu uneingeschränkt möglich sein. 

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