1. Wird der Wasserstand noch weiter sinken?
    Laut der Pegelvorhersage der Internetseite www.bodenseee.net wird der Wasserstand auch in den nächsten Wochen weiter sinken. Manuel Wunderli, der Leiter der Internetseite, schätzt einen Abfall des Wasserpegels auf drei Meter oder niedriger. „Erst wenn es merkliche Niederschläge geben wird, fängt der Wasserstand wieder an zu steigen“, sagt Karl-Otto Rothhaupt vom Limnologischen Institut an der Universität Konstanz.
  2. Gab es eine solche Trockenphase schon einmal?
    Ein historisches Beispiel ist der Sommer 2003, der ähnliche Werte brachte. „Das war ein extremes Trockenjahr“, sagt Karl-Otto Rothhaupt. Der Bodenseewasserpegel sei im August auf nur knapp über drei Meter gesunken und ist bis zu den nächsten erwähnenswerten Niederschlägen im Oktober auf einen Wert von etwa 2,60 Meter gefallen. „Dieses Jahr könnte es ähnlich laufen“, meint Rothhaupt. Ohnehin seien milde Winter gefährlicher für den See als warme Sommer, weil dadurch kein frisches und sauerstoffreiches Wasser in die Tiefe gelangt.
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  3. Fahren Schiffe weiterhin?
    An mehreren Landestellen der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) kommt es zu Einschränkungen. Laut einer Pressemitteilung der BSB wird die Landestelle Bad Schachen bis auf Weiteres nicht mehr angefahren. Wegen einer pegelbedingten Umorganisation an der Insel Mainau kann es dort beim Ein- und Ausstieg zu Verzögerungen kommen. Rollstuhlfahrer können auf der Reichenau, in Iznang und Mannenbach nicht mehr zu- oder aussteigen. Ab einem Pegel von etwa 3,15 Metern rechnen die BSB mit weiteren Einschränkungen.
    Bild: Schuler, Andreas
  4. Was müssen Badende beachten?
    Die Wasserqualität etwa am Hörnle ist durch den niedrigen Pegel nicht beeinflusst. „Die hat seit langer Zeit die höchstmögliche Qualitätsstufe des Gesundheitsamts, ausgezeichnet bei der monatlichen Prüfung“, erklärt Robert Grammelspacher, Geschäftsführer der Stadtwerke Konstanz. Dies gelte auch für sämtliche andere Bäder der Konstanzer Stadtwerke. Ab einem gewissen Tiefstand ist das Springen von den Floßen verboten.
  5. Sind die Bodenseefische wegen der hohen Wassertemperaturen bedroht?
    „Fische, die es gerne kühl haben, schwimmen einfach tiefer“, sagt Karl-Otto Rothhaupt. Wirklich warm sei das Wasser nur an der Oberfläche, zurzeit etwa 25 Grad. Normalwerte für die Wasseroberfläche des Bodensees wären 20 bis 22 Grad. Schlechter geht es Fischen, die Flachwasser bevorzugen, weil sich niedriges Wasser schneller erwärme. Wie zum Beispiel am Hochrhein, wo bereits tote Fische geborgen wurden.
  6. Wird unser Trinkwasser bald knapp?
    „Die Trinkwasserversorgung ist überhaupt nicht gefährdet“, sagt Limnologe Rothhaupt. Pro Jahr werden etwa 160 Millionen Kubikmeter Trinkwasser aus dem Bodensee entnommen, davon etwa 130 Millionen Kubikmeter aus 60 Metern Tiefe in Sipplingen. Das hört sich zunächst nach viel an: Würde dieses Menge auf einen Schlag abgepumpt, sinke der Wasserstand um lediglich rund 0,34 Meter. Die natürliche Schwankung des Pegelstands liege bei 1 bis 1,50 Meter.
  7. Wie sieht es in den Bächen und Flüssen aus?
    Hierzu hat das Landratsamt am Freitag in einer Pressemitteilung erklärt: "Durch die anhaltende Trockenheit führen viele Bäche und Flüsse im Landkreis Konstanz derzeit nur noch wenig Wasser. Da die Wetterprognose weiterhin sehr hohe Temperaturen und keinen nennenswerten Niederschlag erwarten lässt, untersagt das Landratsamt per Allgemeinverfügung die Wasserentnahme aus Oberflächengewässern; hiervon ausgenommen sind der Bodensee, der Hochrhein und die Radolfzeller Aach." Diese Verfügung zum Schutz der Ökologie gilt zunächst bis 17. August. Wer gegen das Verbot verstößt, riskiere eine Strafe von bis zu 10.000 Euro, heißt es vom Landratsamt weiter.