Kaum haben Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn und der städtische Radverkehrsbeauftragte Gregor Gaffga die neue Fahrradstraße eröffnet, machen sie sich mit weiteren Anwesenden zur Inbetriebnahme eines neuen Geräts auf: Am Herosépark nahe der Fahrradbrücke steht jetzt eine Stele. Darin und im Boden verbaute Technik erfasst die passierenden Radfahrer. Die Daten sollen eine Grundlage für den Ausbau von Konstanz zur fahrradfreundlichen Kommune sein.

„Das ist die erste Fahrraddauerzählstelle in Konstanz“, sagt Gregor Gaffga. Der Autoverkehr werde seit langem erfasst, der Radverkehr aber nicht. Die neuen Daten seien für die Verkehrsplanung wichtig, um Antworten etwa darauf zu erhalten: Wie viele Radfahrer an welchen Tagen unterwegs sind. "Wir wollen den Radverkehr fördern", erklärt Gaffga.

Das soll über den Masterplan Mobilität sowie ein Handlungsprogramm geschehen. Erst durch verlässliche Zahlen könne jedoch überprüft werden, ob Konstanz auf einem guten Weg ist oder nachsteuern muss. Ein Vorschlag im Masterplan ist der Bau zweier weiterer Fahrradbrücken: eine am Schänzle und eine auf Höhe der Wessenbergschule.

Video: Veronika Eckhardt

Durch die im Radweg verlegten Messschleifen zeichnet die Säule rund ums Jahr die Anzahl der Radfahrer in beide Fahrtrichtungen auf. Sie zeigt bei der Auswertung also auch an, woher die Radler kamen. "Wir wollen die Daten nicht nur im stillen Kämmerlein haben, sondern auch sichtbar machen, wie viel Rad gefahren wird in Konstanz", sagt Gaffga. Dienstagmittag war die Zählstelle auf 0. Um 16.30 hat sie bereits über 1600 Radfahrer gezählt und am Mittwoch um 15.45 Uhr waren es mehr als 4200.

Bisherige Hochrechnungen gehen von bis zu 16.000 Radlern an Spitzentagen aus. In einem Jahr, so schätzt Gaffga, sollen etwa 1,5 Millionen Radfahrer sein. „In gut zwei Jahren werden wir die 3,5 Millionen erreichen. Da sind wir optimistisch“, sagte der Baubürgermeister. Damit stünde Konstanz Freiburg in Nichts nach. Dort sollen die meisten Radler unterwegs sein, heißt es.