In der Gemeinde Hohenfels sollten aktuell, gemäß des Flüchtlingsaufnahmegesetzes, 42 Geflüchtete eine Anschlussunterbringung erhalten. Momentan sind 28 Personen untergebracht. Wird die Zahl von 42 Unterbringungen nicht erreicht, muss die Gemeinde eine, wie Bürgermeister Florian Zindeler in der jüngsten Ratssitzung sagte, „nicht unerhebliche“ Fehlbelegerabgabe an das Land zahlen – ein mittlerer vierstelliger Betrag pro Jahr und Kopf.

Aus diesem Grund zeigt die Gemeindeverwaltung stetig Bemühungen, Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete zu schaffen. Die Quote werde wohl eher stabil bleiben oder sogar zunehmen, solange die Flüchtlingskrise andauere, vermutete Zindeler.

Skepsis bei zunächst favorisierten Mobilheimen

Erst waren Mobilheime im Gespräch, doch inzwischen stehen Wohncontainer als Lösung im Raum. Mobilheime würden etwa 46.000 Euro kosten, zuzüglich Transportkosten. Im Großen und Ganzen stand der Gemeinderat dieser Idee ursprünglich positiv gegenüber.

Zu diesen Mobilheimen äußerte sich Ratsmitglied Günter Leute (BLH) aktuell jedoch so: „Ich kenne die Mobilheime vom Campingplatz in Orsingen. Die sehen nach spätestens zwei Jahren katastrophal aus, wenn zum Beispiel Wasser mal wohin läuft, wo es nicht hin soll.“

Container sehen „viel besser aus, als man dachte“

Anfang des Monats hat der Kämmerer der Gemeinde Hohenfels, David Ossola, in Konstanz eine Container-Anlage besichtigt. Im Rat informierte er über seinen Eindruck von den Containern, die wohl sehr gut aussähen, „viel besser als man dachte“, wie Ossola sagte. Die Container zeichneten sich für die Gemeinde als die beste Lösung ab. Denn für diese entstünden relativ geringe Kosten im Vergleich zu den Mobilheimen.

Die Kosten für die Wohncontainer seien zwar, so Zindeler, noch nicht zu 100 Prozent absehbar, da der Löwenanteil vom Transport abhängig sei, lägen aber wohl insgesamt im unteren fünfstelligen Bereich. Für die Gemeinde Hohenfels würden wohl, so Zindeler, sechs bis acht Wohncontainer gebraucht werden. Dazu kämen noch Sanitär- und Küchencontainer.

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Die Nutzung der alten Grundschule in Liggersdorf als Flüchtlings- oder Obdachlosenunterkunft hatte der Gemeinderat bereits im Frühjahr 2020 diskutiert. Auch konnte mittlerweile ein weiteres Gebäude in der Hauptstraße in Liggersdorf angemietet werden, das für die Unterbringung nutzen könnte.

So sieht es im Inneren der Wohncontainer aus, wie sie für Geflüchtete in der Gemeinde Hohenfels zur Verfügung gestellt werden könnten.
So sieht es im Inneren der Wohncontainer aus, wie sie für Geflüchtete in der Gemeinde Hohenfels zur Verfügung gestellt werden könnten.

Ein Gebäude in der Hauptstraße 41 in Liggersdorf, genannt Musikhaus, ist Eigentum der Gemeinde. Es ist Teil der Konzeption zur Neunutzung der alten Grundschule und könnte, so heißt es in der Sitzungsvorlage des Gemeinderates, ebenfalls und zumindest temporär für die Unterbringung Geflüchteter genutzt werden.

„Am liebsten wäre uns immer, man könnte etwas anmieten“, sagte Bürgermeister Florian Zindeler. Jedoch gebe es fast keine Angebote und der Markt sei ziemlich leergefegt.