Hohenfels Schloss Hohenfels hat zwei Interessenten: Dort könnte ein Tagungszentrum entstehen

Es gibt zwei Interessenten für das leer stehende Schloss Hohenfels. Einer will ein Tagungszentrum mit Schullandheim, der andere en Tagungszentrum mit Musikakademie umsetzen. Der Gemeinderat freut sich über die Ideen und ist offen für eine Änderung des Bebauungsplans. Zunächst lässt der Besitzer (Schule Schloss Salem, die dort bis 2017 ihre Unterstufe hatte) die Untere Baurechtsbehörde prüfen, ob die Konzepte denkmalschutz- und brandschutzrechtlich umsetzbar wären.

Ein Tagungszentrum mit Schullandheim oder eine Musikakademie? Es gibt zwei Interessenten für das Schloss Hohenfels, aus dem im vergangenen Jahr die Unterstufe der Schule Schloss Salem ausgezogen ist. Die Schule hat zwei Anträge auf Bauvorbescheid gestellt, um zu erfahren, ob die Nutzungen, die die Interessenten planen, umsetzbar wären. Die Kernpunkte sind hier Denkmalschutz und Brandschutz in der historischen Burganlage mit weiteren Gebäuden.

"Beide Interessenten haben jeweils ihr Konzept vorgestellt, um zu schauen, ob es umgesetzt werden kann", sagt Christian Niederhofer, kaufmännischer Leiter der Schule Schloss Salem. Mit den Bauvoranfragen will die Schule nun abklären, ob die geplante Nutzung bauplanungsrechtlich zulässig ist oder ob der Ausbau der Gästezimmer mit Toilette und Dusche möglich ist. Auch die eingeschränkte Barrierefreiheit, die laut Niederhofer den historischen Gebäuden geschuldet sei, spielt eine Rolle. Die Untere Baurechtsbehörde des Landratsamts ist hierfür zuständig, aber die Anträge auf Bauvorbescheid waren auch am Mittwochabend Thema in der Sitzung des Gemeinderats in Hohenfels. Das Gremium war einstimmig dafür, den Anträgen sein Einvernehmen zu erteilen. "Es wäre ein Mehrwert für die Gemeinde", sagte Bürgermeister Florian Zindeler über die Ideen für die künftige Nutzung des Schlosses.

Der Rat sprach auch über die Aufstellung der ersten Änderung des Bebauungsplans "Schloss Hohenfels", die er dann einstimmig beschlossen hat. Zindeler erklärte, dass die Gemeinde mit einem Aufstellungsbeschluss ihre Unterstützung zeigen könne. "Ins Verfahren geht es später", sagte er. Die Mitglieder des Gremiums waren sich einig, dass eine neue Nutzung des Anwesens sehr gut für die Gemeinde sei, doch Karl Schmid (FUW) ging es mit der Planänderung eigentlich etwas zu schnell. "Ich denke, es ist ein positives Signal, aber frage mich, warum wir jetzt schon einen Aufstellungsbeschluss brauchen", so Schmid. Zindeler betonte, dass es um "die reine Signalwirkung" gehe und noch keine Kosten bedeute. "Es zeigt nur, dass der Gemeinderat bereit ist, einen Planer zu suchen, um weiter in die Tiefe zu gehen."

Die Ratsmitglieder Karlheinz Lehmann (FUW) und Anita Moser (BLH) sprachen sich deutlich für den ersten Schritt zur Änderung des Bebauungsplans aus. "Wir sollten froh sein, dass es zwei Interessenten gibt, die etwas machen wollen", sagte Lehmann im Anschluss an die Wortmeldung von Karl Schmid. Anita Moser gab außerdem zu bedenken, wie eine Vertagung dieser Entscheidung wirken würde: Statt Unterstützung würde soetwas das Gegenteil zeigen. "Es wäre eine Bremse, wenn wir uns zurückhalten würden." Nach dem Ja für den Aufstellungsbeschluss der Bebauungsplanänderung geht die konkrete Planung nun erst weiter, wenn feststeht, wer der Eigentümer wird und welches Konzept dann letztendlich umgesetzt werden soll.

Christian Niederhofer freut sich über die Entscheidungen des Gemeinderats. Er wartet nun auf Nachricht von der Unteren Baurechtsbehörde und deren Antworten auf die Fragen in den beiden Anträgen auf Bauvorbescheid. Wenn diese so ausfallen, dass den Konzepten der Interessenten nicht im Weg steht, könne es in die Verkaufsverhandlungen gehen. "Beide Konzepte sind sehr interessant und würden dort passen", sagt Niederhofer. Die Schule visiert einen Kaufpreis von rund 3,5 Millionen Euro an. Ein Käufer müsste allerdings mindestens nochmal denselben Betrag in die Umbauten investieren, schätzt Niederhofer. Es gebe zwar bereits die Schülerzimmer, doch müssten heutige Standards gebaut werden, also zum Beispiel ein Bad für jeden Zimmer.

Und der weitere Zeitplan? "Ich würde gerne alles bis Herbst abgewickelt haben", erklärt Niederhofer. Das hänge aber von den Behörden und den Käufern ab. Er hofft, dass die Bauvorbescheide positiv ausfallen.

 

Das sind die Ideen für das Areal

  • Tagungszentrum und Schullandheim: EOS-Erlebnispädagogik aus Freiburg würde gerne ein Tagungszentrum und Schullandheim einrichten. Die Burg selbst soll Tagungszentrum mit 93 Betten in Doppel- und Einzelzimmern werden. Die Zehntscheuer soll Mensa mit Küche sein. Die Gebäude Zeiserhof und Josenberg sollen je zum Schullandheim mit Küche und Speiseraum für 38 Schüler und zwei Lehrer werden. Die Ölmühle ist für drei Mitarbeiterwohnungen vorgesehen.
  • Musikakademie und Weiterbildungsstätte: Eine Investorengruppe aus München möchte eine Musikakademie mit Tagungszentrum eröffnen. Die Burg selbst soll Tagungszentrum mit 80 Betten in Doppel- und Einzelzimmern sowie Appartements werden. Die Zehntscheuer ist als Mensa Küche vorgesehen. Der Zeiserhof soll Weiterbildungsstätte mit drei Appartements werden, Josenberg eine Weiterbildungsstätte für den Instrumentenbau mit zwei Appartements im Dachgeschoss. Die Ölmühle ist für drei Mitarbeiterwohnungen vorgesehen. (löf)

"Was die Interessenten planen, wäre jeweils ein Mehrwert für die Gemeinde."

Florian Zindeler, Bürgermeister

"Ich frage mich, warum wir jetzt schon einen Aufstellungsbeschluss brauchen."

Karl Schmid, Gemeinderat für die FUW

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