Die Kuppel ist aufgebaut, die Manege bereit: Unter dem Motto Menschen, Tiere, Sensationen kommt der Circus Voyage für ein einziges Gastspiel am Bodensee nach Hilzingen. Von heute Abend bis Sonntag gastiert der Zirkus in Hilzingen. Premiere ist um 18 Uhr auf dem Hilzinger Festplatz.

Von Donaueschingen aus hat die Tour den Tross direkt in den Hegau geführt. Mitte August heißt es dann im Allgäu „Manege frei!“ Schweißtreibend waren die Aufbauarbeiten des Teams auf dem Festplatz. "Bei den hochsommerlichen Temperaturen wurden die vor allem von den afrikanischen Großtieren regelrecht genossen", berichtet Zirkussprecher Sascha Gorodtzki.

Seit 20 Jahren gibt es das Unternehmen, das auch den Berliner Weihnachtszirkus veranstaltet, und zu diesem Anlass hat Direktor Alois Spindler das Programm komplett neu zusammengestellt. Das Besondere ist, dass hier gleich zwei Shows geboten werden. Circus Voyage wirbt damit, Europas größte Wassershow mit moderner Artistik, mit raffinierten Ton- und Lichteffekten und sage und schreibe 150 000 Litern Wasser in der Manege zu bieten. Spektakulär wird's auch auf dem Trockenen. In der Motorradkugel zeigen drei Fahrer gleichzeitig atemberaubende Stunts. Mit Leonardo ist ein wahrer Newcomer der Seilläufer zu bewundern. Bemerkenswerte Sprünge und Formationen zeigt er auf dem nur einige Millimeter breiten Seil in bemerkenswerter Höhe. "Selbst den Sprung durch einen Feuerreifen meistert er souverän", verspricht der Zirkusdirektor. Viele weitere artistische Meisterleistungen in der Manege und unter der Circuskuppel sowie zu Wasser verspricht das neue Programm, welches sogar mit Live-Gesang begleitet wird.

Circus Voyage reist mit achtzig Tieren – von der Gans über die großen Grasfresser der afrikanischen Steppe bis hin zum Flusspferd. Dressurdarbietungen gibt es aber eigentlich nur mit Pferden. Die Zuschauer bekommen in erster Linie eine Tier-Präsentation zu sehen. Das mittelständische Zirkusunternehmen legt großen Wert auf eine vorbildliche Tierhaltung. Flusspferd, Giraffen und Elefanten können sich frei in einem Gehege bewegen, das in einen Innen- und Außenbereich gegliedert ist. Zwei 30-Tonnen-Anhänger braucht es, um die Stallung zu transportieren. Für Jedi, das Flußpferd, gibt es darüber hinaus ein reisendes Schwimmbecken mit einem Fassungsinhalt von 140 000 Litern temperierten Wassers. Die Giraffen reisen in einem Niederflurwagen, der einen Transport in aufrechter Stellung garantiert.

Um die Zirkus-Stadt aufzubauen brauchen zwanzig Mitarbeiter zwei Tage. Gespielt wird dann in einem Rundkuppel-Zelt italienischer Bauart mit 1000 Sitzplätzen. Dann lockt der Duft von Sägespänen, Popcorn und Tieren zum Festplatz nach Hilzingen.

Der Circus Voyage hat seine Zelte auf dem Hilzinger Festplatz an der B 314 aufgeschlagen. Vorstellungen finden heute am Donnerstag um 18 Uhr statt. Am Freitag und am Samstag jeweils um 16 Uhr und um 19.30 Uhr, am Sonntag um 14 Uhr.

Weitere Infos beim Circus Voyage, Tel. (0171)473 07 26 oder im Internet unter: http://www.circus-voyage.de

Tierrechtsorganisation fordert ein kommunales Wildtierverbot

  • Der Streit um Wildtiere in Zirkussen beschäftigt auch Juristen. Im Tierschutzgesetz ist in Paragraf 11 geregelt, das vom Bundesbildungsministerium das Zurschaustellen von Tieren wildlebender Arten an wechselnden Orten beschränkt oder verboten werden kann, wenn die Tiere unter erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden gehalten oder befördert werden. Hierzu bedürfe es jedoch der Zustimmung des Bundesrats als Länderkammer der Gesetzgebung.
  • Tierschutzorganisationen verweisen auf häufige Verhaltensstörung und höhere Sterblichkeit von Zirkustieren. Der mit zahlreichen exotischen Tieren reisende Circus Voyage wird von der Tierrechtsorganisation PETA wegen mangelhafter Haltungsbedingungen der Tiere kritisiert. Angesichts der Tierschutzproblematik appelliert die Organisation einmal mehr an den Gemeinderat von Hilzingen, wie 100 weitere Kommunen im Land ein kommunales Wildtierverbot zu beschließen.
  • Hilzingen ist eine der wenigen Kommunen in der Region, die Großzirkusse beherbergen kann. Hier gibt es einen großen Festplatz mit Wasser- und Stromanschluss und direkt an den Festplatz angrenzende Freiflächen. Dass dies so bleiben soll, beschloss der Hilzinger Gemeinderat erst vergangenes Jahr. In Hilzingen sind Zirkusse willkommen. Das Image der Gemeinde profitiere davon, wenn Unternehmen mit Weltruf gastieren, so Bürgermeister Rupert Metzler. (bie/drm)