Das sind Zahlen, die aufhorchen lassen: Die Gemeinde Gailingen plant eine Vier-Megawatt-Solaranlage, die sie selbst betreiben will. Mit dem Strom ließe sich die Hochrheingemeinde mit ihren 3000 Einwohnern theoretisch ein gutes halbes Jahr versorgen.

Dazu wird es allerdings nicht kommen. Der Gemeinderat wird wohl der Empfehlung von Bene Müller, Vorsitzender der Solarcomplex AG Singen, folgen, und sich als Abnehmer des Stroms einen Großverbraucher suchen.

Wo die Anlage entstehen soll

Als Standort ist eine vier Hektar große Fläche südöstlich des Weinguts Zolg ins Auge gefasst. Dieser Standort wurde auch bereits mit dem Landratsamt Konstanz besprochen. Ein großer Teil der Flächen gehört der Gemeinde.

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Mit den anderen Eigentümern habe er bereits Vorgespräche geführt, so Bürgermeister Thomas Auer. Bene Müller sieht das Areal noch aus einem weiteren Grund als sehr geeignet: Die Anlage falle von höher gelegenen Standorten nicht ins Auge.

Gemeinde muss hohe Investition tätigen

Nach den Ausführungen des Solarcomplex-Vorsitzenden liegen die derzeitigen Erzeugungskosten in Solarparks dieser Größenordnung bei 4,1 Cent pro Kilowattstunde. Die notwendige Investition bezifferte er auf 2,8 Millionen Euro. Bei einem Einsatz von zehn Prozent Eigenkapital liege die Rendite darauf bei zehn bis 15 Prozent.

Er legte den Räten nahe, die geplante Freiflächen-Solaranlage als Gemeinde selbst zu betreiben. „Ich denke, der Gemeinderat will diesen Weg gehen“, stimmte der Rathaus-Chef zu.

Finanzierung steht noch nicht fest

Über die Finanzierung wird noch beraten. Müller riet davon ab, dafür eine neue Bürgerbeteiligungsgenossenschaft zu gründen. Er halte das für viel zu kompliziert. Wenn man eine derartige Lösung anstrebe, sei es sinnvoller, sich an eine der bestehenden Genossenschaften zu wenden.

Alleine kann die Gemeindeverwaltung die Konzeption und Umsetzung dieses Solarparks nicht stemmen. Deshalb wird Solarcomplex das Vorhaben als Projektentwickler begleiten. Als Nächstes muss ein Bebauungsplan-Verfahren eingeleitet werden. Eine Inbetriebnahme der Anlage könnte in der ersten Jahreshälfte 2023 erfolgen.