In dieser Woche fällt der Startschuss für die fünfte Jahreszeit und im Hegau beziehungsweise am Randen können sich die Menschen auf zwei große Narrentage der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee einstellen. Eines der Treffen findet in Gailingen statt, das andere in Tengen.

Die Narrenzunft Eichelklauber Gailingen ist die Gastgeberin am Hochrhein. Die Vorbereitungen für das große Fest am letzten Januarwochenende laufen schon seit eineinhalb Jahren. Für das Verkehrskonzept sind der Eichelklauber-Präsident Mark Eferl und der Oberzunftrat Meinrad Sienel verantwortlich. Wie sie sagen, ist die Organisation eine Herausforderung. Die Zunft hat zwar unter anderem als Mitveranstalter des Dorffests einige Erfahrungen, aber eine Veranstaltung in dieser Größenordnung gab es laut Mark Eferl bisher in Gailingen noch nicht: "Da fehlen uns die Erfahrungswerte."

Allein für den samstäglichen Nachtumzug sind 1100 Hästräger und Musiker in 35 Gruppen angemeldet, für den großen Umzug am Sonntag wird mit 4500 Teilnehmern beziehungsweise 63 Gruppen gerechnet. Mit wie vielen Besuchern die Hochrheingemeinde rechnen muss, lässt sich nicht abschätzen – das dürfte nicht zuletzt vom Wetter abhängen. Dass zurzeit die Hochrheinhalle grundlegend saniert wird und den Eichelklaubern nicht zur Verfügung steht, hat ihnen ihre Aufgabe nicht leichter gemacht. Was Letzteres anbelangt, so hat die Zunft eine Lösung gefunden: Anstelle der Halle gibt es ein beheiztes Festzelt.

In Einklang gebracht werden musste die spezielle Lage Gailingens zwischen Rauhenberg und Rhein, die wenig Parkraum und noch weniger Rangiermöglichkeiten für Busse bietet, mit der Notwendigkeit, den Durchgangsverkehr möglichst nicht zu behindern. Dank des guten Willens der Anlieger im Gewerbegebiet Rheinauer von den Gebäudeeigentümern bis hin zu den großen Discountern stehen jetzt die dortigen Parkplätze zur Verfügung. "Aber es war zeitaufwendig, die jeweiligen Ansprechpartner zu finden", sagt Mark Eferl.

Für Autos stehen nun im Gewerbegebiet, am Bauhof und am Rheinuferpark 1100 Parkplätze zur Verfügung. Am besten aber, so legen die Organisatoren den Besuchern ans Herz, sei die Anreise mit dem Bus. Die SBG habe zugesagt, einen Pendelverkehr vom Bahnhof Gottmadingen aus einzurichten.

Als sehr zielorientiert schildern die zwei Organisatoren die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Konstanz, der Polizei, dem DRK und der Feuerwehr, der SBG und der Gemeinde. Größere Straßensperrungen sind nach langen Hin-und Hertüfteln tatsächlich nur für den Sonntag geplant. An diesem Tag werden ab dem späten Vormittag für den Umzug Teile der Haupt- und die Ramsener Straße gesperrt, ferner die Rheinstraße für weitere Busparkplätze.

Was als Nächstes ansteht, ist die Standortstimmung der Toiletten. Klingt einfach, ist es aber wohl nicht, denn sie müssen sowohl an die Wasser- als auch Abwasserentsorgung angeschlossen werden können, wie Meinrad Sienel erläutert. Er ist insbesondere für die praktische Umsetzung der Planung zuständig und da trifft es sich gut, dass der Oberzunftrat auch Leiter des Gemeinde-Bauhofs ist. Mit seinem Team wird er entsprechend der verkehrsrechtlichen Vorgaben des Landratsamtes Schilder und Absperrungen besorgen, zusammenschrauben und aufstellen – insgesamt sechs Tonnen Gewicht werden die Bauhofmitarbeiter dabei bewegen.

Spannend wird es dann noch ganz zum Schluss. Denn falls es an den Narrentagen schneit, muss vieles wieder umgekrempelt werden. Einen Plan B haben Mark Eferl und Meinrad Sienel dafür zwar auch schon zur Hand – aber lieber wäre es ihnen, wenn sie darauf nicht zurückgreifen müssten.

Das Narrenprogramm

  • Samstag, 27. Januar: ab 15 Uhr Warm-up Party im Feuerwehrhaus; 15 Uhr Narrenbaumstellen; 16 Uhr Eröffnung des Narrennestes, danach närrisches Treiben; 18 Uhr Umzug; 20 Uhr offizieller Teil im Festzelt, närrisches Treiben bis 3 Uhr
  • Sonntag, 28. Januar: 9.30 Uhr Narrenmesse in der katholischen Kirche; 10.30 Uhr närrisches Treiben im Narrennest; 13.30 Uhr Umzug, närrisches Treiben bis 20 Uhr