Auf der Höri begann die touristische Saison nahezu gleich wie im Jahr zuvor: Erneut verzögerte sich der Saisonstart durch einen Lockdown, und die Corona-Verordnungen regelten die Form und das Maß der Angebote.

Eine Woche vor Pfingsten öffnete der Campingplatz Horn seine Pforten für die Gäste. Bereits am ersten Tag hatte der Platz eine Auslastung von 80 Prozent. Am Tag darauf war er vollständig belegt – trotz Wetterkapriolen bis zum heutigen Tag.

Zwischen November und Februar waren 1200 Reservierungsanfragen für die Saison 2021 eingegangen. Was sich durch die Corona-Pandemie verschärft habe, sei das Bedürfnis nach Sicherheit, so der Geschäftsführer Thomas Krieg. Seiner Einschätzung nach werde sich dies in den nächsten Jahren nicht ändern. Wer Campen möchte, dem empfehle er eine frühzeitige Reservierung.

Wohnmobile statt Zelte

Der Campingplatz reagierte auf den Wohnmobil-Boom und wandelte eine Zeltfläche auf dem sechs Hektar großen Areal in 16 Stellplätze um. „Das hat uns die Möglichkeit gegeben, auch spontan reisende Gäste aufzunehmen“, erläutert Krieg.

Der Geschäftsführer des Campingplatzes Horn, Thomas Krieg.
Der Geschäftsführer des Campingplatzes Horn, Thomas Krieg. | Bild: Georg Lange

Auf dem Campingplatz werden die Wohnwagen in großen Kreisen ähnlich einer Wagenburg aufgestellt. Die dadurch großen Abstände bieten den Gästen einen guten Schutz. Damit der Campingplatz den Überblick über die Zahl seiner Zeltgäste und die Größe der Zelte behält, führte Thomas Krieg auch für die Zeltwiese Reservierungen ein und kann so die Einhaltung der notwendigen Abstände gewährleisten.

Großes Lob für Camper

Trotz des verregneten Sommers hatte der Campingplatz nur zwei wetterbedingte Stornierungen. „Das freut uns natürlich“, so Krieg. Man merke, dass die Urlauber ins Freie möchten und auch schlechtes Wetter in Kauf nehmen würden. Mit einem eigenen Programm, das von den Campern ebenso gut angenommen wurde wie die kulturellen Angebote im Rahmen der Gästekarte, überbrückte der Campingplatz Horn die Schlechtwetter-Tage.

Krieg spricht den Campern ein großes Lob aus: Sie kämen von sich aus zur Campingplatz-Verwaltung, um die Nachweise über ihren Gesundheits- und Impfstatus nach der neuen Verordnung einzureichen. Besorgt zeigt sich Thorsten Krieg jedoch darüber, dass Testzentren ihre Kapazitäten heruntergefahren hätten. Er könne nur dazu aufrufen, dass sich die Camper impfen lassen.

Schwieriger Start für Schifffahrt Lang

Schwieriger verlief der Start bei der Horner Schifffahrt Lang. Während der Fährbetrieb die Menschen in gewohnter Kapazität zwischen der Schweiz und Deutschland hin und her transportieren konnte, gab es bei Charter-Betrieb herbe Einbußen. Viele Fahrten seien in den ersten zwei Monaten storniert worden, so Harald Lang. Auch Abendfahrten litten unter mangelnden Buchungen. Doch nun habe sich mit einem Schlag alles gewandelt, erklärte Lang: Es gäbe gar nicht genug Termine für die vielen Anfragen.

Harald Lang ist Kapitän der MS Seestern und einer von 15 privaten Charterboot-Unternehmern am Bodensee. Von Ende Mai bis Mitte September verbindet Lang auf dem Untersee die Ortschaften Horn und Gaienhofen mit drei Gemeinden am Schweizer Ufer mit seinem Motorschiff. Mehrere Standbeine sichern dem Bodensee-Kapitän seine Existenz: Neben der Höri-Fähre bietet Harald Lang zwei Mal pro Woche eine kulinarische Abendrundfahrt an. Die MS Seestern kann auch für private Feiern gechartert werden.

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Am Horner Hafen betreibt Lang zudem einen Bootsverleih. Dieser war zunächst als eine Art Zubrot für die wetterabhängige und saisonal begrenzte Schifffahrt gedacht. Bildete vor der Pandemie das Charter-Geschäft die Haupteinnahmequelle für den Horner Kapitän, so entwickelte sich innerhalb der vergangenen 18 Monate der Bootsverleih zum wichtigsten Standbein.

Dieses Jahr viele Stornos

Die zweite Saison unter Pandemie-Bedingungen unterscheidet sich laut Harald Lang deutlich vom Vorjahr: Nach dem ersten Lockdown 2020 erlebte er eine Aufbruchsstimmung unter den Menschen. Jeder sei bereit gewesen, etwas zu unternehmen, erinnert sich der Kapitän.

Im Gegensatz dazu habe der länger andauernde zweite Lockdown die Menschen eingeschüchtert. Während im Vorjahr Veranstaltungen wie Hochzeiten noch aufs Folgejahr verschoben wurden, so wurden nun wegen der sich ständig ändernden Verordnungen viele storniert. Die Paare seien frustriert gewesen, und hätten statt am Bodensee in Italien, Spanien oder Mexiko geheiratet. Dies hätten auch andere der Charter-Unternehmer am See berichtet. Auch Geburtstagsfeiern, vor allem älterer Menschen, seien storniert worden.