„Das ist eine so wichtige Stelle. Vielen Dank“, gab Stadträtin Ines Lutz (UWV) der Integrationsbeauftragten Lisa Hensler jüngst zu verstehen. Hensler hatte im Gemeinderat ihren Jahresbericht vorgelegt und von den Herausforderungen durch den Krieg in der Ukraine berichtet. Auf Nachfrage erläuterte Lisa Hensler wie sich die Situation aktuell in Engen darstellt.

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Die Aufgaben der Integrationsbeauftragten sind breit gefächert. Im vergangenen Jahr hat sie gemeinsam mit Kollegen aus dem Landkreis die Smartphone-Applikation „Integreat“ auf den Weg gebracht. Die befindet sich noch im Aufbau und soll künftig wichtige Informationen zu Gesundheit, Bildung, Wohnen und vielem mehr für Zugewanderte in verschiedenen Sprachen bereithalten. Nachdem aufgrund von Corona seit Herbst wenig stattfinden konnte, möchte Lisa Hensler auch den ausgefallenen afghanischen Abend nachholen. Auf ihrer Projektliste steht außerdem die Etablierung eines festen Frauentreffs.

Thema Wohnraum bleibt zentral

Lisa Hensler ist bewusst, dass mit dem Ukraine-Krieg neue Herausforderungen auf sie und die gesamte Stadt zukommen: „Das Thema Wohnraum ist sehr zentral.“ Bis vor Kurzem versuchte die Stadt zusätzlichen Wohnraum für geflüchtete afghanische Ortskräfte und Kontingentflüchtlinge aus der Türkei zu schaffen. Angedacht wurde ein Containerbau an der Jahnstraße. Es sei allerdings momentan problematisch an Wohncontainer ranzukommen, gab Bürgermeister Johannes Moser unlängst zu verstehen.

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Im Moment sind zudem weitere mögliche Standorte in der Diskussion, da es kritische Stimmen zum Standort Jahnstraße gegeben hatte. Nun kommt die Unterbringung von Menschen aus der Ukraine hinzu, während weiterhin auch Menschen aus dem arabischen Raum Zuflucht suchen. „Aktuell sind 41 Geflüchtete aus der Ukraine in Engen“, so Hensler. Bislang seien ausschließlich Menschen in die Hegaustadt gekommen, die hier Bekannte oder Verwandte haben, bei denen sie Unterschlupf finden. „Die Priorität liegt darauf, dass die Personen angemessenen Wohnraum bekommen“, sagt sie. Im Moment sei überhaupt nicht abzuschätzen, wie viele Menschen kommen werden, so Hensler.

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Es hätten sich viele Privatleute gemeldet, um Wohnungen oder auch Zimmer anzubieten. Die Integrationsbeauftragte sucht in erster Linie nach längerfristigen Mietmöglichkeiten. „Keiner weiß, wie sich der Krieg entwickelt“, so Hensler. Hilfsbereite Angebote für Zimmer in Privatwohnungen und Häusern möchte sie nur im Notfall und für kurzfristige Unterbringungen nutzen. Gerade würden viele verschiedene Planungsstrategien ins Rollen gebracht, um Menschen unterzubringen. Dazu zählten die bereits erwähnten Container, Mietwohnungen, der Bau von Wohnungen und im Zweifelsfall auch die Belegung von Hallen. Neben dem Wohnraum geht es auch darum, die geflüchteten Kinder und Jugendlichen an den Engener Schulen zu verteilen.

Lisa Hensler macht klar, dass sich der Zuzug ukrainischer Geflüchteter stark von dem der Menschen aus dem Nahen Osten unterscheidet. Die Ukrainer hofften möglichst schnell wieder nach Hause zurückkehren zu können, während die Afghanen oder Syrer hier eine neue Heimat suchen. „Das sind ganz unterschiedliche Perspektiven und Ansätze bei der Integration“, sagt sie.