Die Engener Stadtbibliothek hatte im vergangenen Jahr deutlich weniger Ausleihen als in den Jahren zuvor. Ganze 12,5 Prozent weniger, wie die Bibliothekarinnen Bärbel Oetken und Judith Maier-Hagen in ihrem Jahresbericht feststellten. Grund ist nicht etwa gesunkenes Interesse an der Einrichtung, sondern die Pandemie.

Die Corona-Maßnahmen sorgten für deutlich geringere Öffnungszeiten und viele Einschränkungen beim Ausleihen von Medien. Die gute Nachricht ist aber, so das Bibliotheks-Team, dass die Besucherzahlen aktuell wieder steigen. Das dürfte auch ein Stück weit der Erfolg eines sehr engagierten Auftretens während der Pandemie-Hochphasen sein.

Medientüten auf Bestellung

Von Mitte Dezember bis Mitte März musste die Stadtbibliothek für den Publikumsverkehr geschlossen bleiben. Um die Nutzer weiterhin mit Lesestoff zu versorgen, wurden 400 Medientüten auf Bestellung zusammengestellt, die vor der Tür abgeholt werden konnten. Wer quarantänebedingt das Haus nicht verlassen konnte, wurde auf Wunsch beliefert.

Die wechselnden Corona-Regeln mit „Click und Meet“, dann 3G, anschließend 2G und 2Gplus seien für die Kunden sehr unübersichtlich gewesen, deshalb seien viele weggeblieben, berichtete das Bibliotheks-Team im Gemeinderat. „Wir haben leider weniger Ausgaben bei Veranstaltungen, da wir viele absagen mussten“, berichtete Judith Maier-Hagen weiter.

Bibliotheksportal Open

Die ruhige Phase in der Bibliothek nutzte das Team, um den Online-Katalog fit für die Zukunft zu machen. Seit kurzem steht das neue Bibliotheksportal Open zur Verfügung, das nun auch per Smartphone bequem zu nutzen ist und deutlich mehr Filtermöglichkeiten bei der Literaturrecherche bietet.

Ganz neu ist, dass über das Portal nun auch Medienwünsche geäußert werden können. Außerdem finden sich darin der Zugriff auf Datenbanken wie den Brockhaus, Hinweise auf Veranstaltungen und Führungen. „Es war sehr viel Textarbeit für das Portal zu machen. Da war die ruhige Phase ganz gut“, so Bärbel Oetken. Der neue Open-Katalog konnte durch Fördergelder finanziert werden, ebenso wie 17 Tablet-Computer, die künftig zur Medienrecherche dienen.

Rückblick auf viele Veranstaltungen

Trotz der Corona-Einschränkungen konnten die beiden Bibliothekarinnen dennoch auf viele Programmpunkte zurückblicken. Die Lesereihen für Kinder „Mit zwei dabei“ und die „Traumstunde“ konnten jeweils zwei Mal stattfinden. Im Sommer wurden fünf Mal „Draußengeschichten“ hinterm Rathaus gelesen und Kinder jagten bei der Harry-Potter-Rallye durch die Stadt.

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Im kurzen Leseherbst war zumindest das Kindertheater „Das Lumpenkasperle“ zu sehen, und auch der beliebte Bücherflohmarkt in der Stadthalle konnte stattfinden. Mit einem Jahr Verzug feierte die Stadtbibliothek Engen außerdem ihr 20-jähriges Bestehen mit verschiedenen Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene, die allesamt gut besucht waren. Glück hatte der Förderverein der Stadtbibliothek, denn er konnte seine Autorenlesungen alle durchführen.

Leben ohne Plastik

In den kommenden Wochen stehen zwei auf ganz unterschiedliche Weise spannende Veranstaltungen auf dem Bibliotheks-Programm. Am 27. April ist Bloggerin und Autorin Nadine Schubert mit dem nachhaltigen Thema „Besser leben ohne Plastik“ zu Gast.

Am 5. Mai entführen Autor Wolfgang Schorlau und Schauspieler Claudio Caiolo in die Geschäfte der sizilianischen Mafia. Auf die stößt nämlich Commisario Morello in seinem zweiten Fall „Der Tintenfischer“. Karten gibt es im Vorverkauf oder an der Abendkasse in der Bibliothek. Eine Online-Reservierung ist über den Förderverein der Stadtbibliothek Engen möglich.