Im Zuge der andauernden Corona-Krise und den jüngst verschärften Auflagen könnten manche Veranstaltungen auch 2021 gestrichen werden. Vorneweg die nächste Fasnacht. Doch so schnell wollen die Narren in der Region nicht aufgeben. „Eine fünfte Jahreszeit wird stattfinden“, ist Rainer Hespeler, Präsident der Narrenvereinigung Hegau Bodensee, überzeugt. Unterscheiden müsse man zwischen großen und kleineren Events.

„Narrentage und Freundschaftstreffen haben eine längere Vorlaufzeit. Hier brauchen die Zünfte Planungssicherheit“, so Hespeler. Man werde daher abwarten, wie sich die Infektionszahlen bis Mitte September entwickelten und dann eine Entscheidung bezüglich dieser Veranstaltungen treffen.

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„Für die Ortsfasnacht haben wir noch mehr Zeit, unsere Zünfte sind hier flexibel“, betont der Präsident. Und auch Fasnachts-Urgestein Walter Benz appelliert an die Mitgliedszünfte, abzuwarten: „Vor sechs Monaten war von Corona nicht die Rede, wer weiß, was in einem halben Jahr ist“, sagt der Ehrenzunftmeister der Gottmadinger Gerstensäcke und Senator der Narrenvereinigung. Zunächst bleibe abzuwarten, wie sich die Zahlen mit den Urlaubsrückkehrern entwickeln. „Kleine Hemdglonker-, Narrenbaum- und Kinderumzüge in Dörfern haben noch die größte Chance“, so Benz.

Hallenveranstaltungen seien zumindest unter den jetzigen Vorgaben schwer vorstellbar. In Gottmadingen würde es die Gerstensackkonzerte treffen. Mit einem geänderten Konzept und anschließender Party hatte die Veranstaltung in diesem Jahr wieder mehr Zulauf bekommen. „Aber unter Pandemie-Bedingungen ginge nur das Programm mit zugewiesenen Plätzen. Eine Party könnte man nicht verantworten“, macht Walter Benz klar. Die Konvente, Treffen und Sitzungen der Narrenvereinigung werden vorerst auf Sparflamme – wie Benz erläutert – weiterlaufen.

„Wir sind alle zuversichtlich, dass wir die Fasnacht machen können“, sagt Sigmar Hägele von der Narrenzunft Engen.
„Wir sind alle zuversichtlich, dass wir die Fasnacht machen können“, sagt Sigmar Hägele von der Narrenzunft Engen. | Bild: SK-Archiv

Eine gemeinsame Lösung hält auch Sigmar Hägele, Präsident der Narrenzunft Engen für wichtig. Hägele zitiert dazu den Präsidenten des Verbands Schwäbisch Alemannischer Narrenvereine, Roland Wehrle, der eine Absage verneint. „Nur in welcher Form sie stattfindet, ist, wie bei jeder anderen Veranstaltung, noch offen“, so Hägele. Auch er hält vor allem örtliche Aktionen für möglich: „Veranstaltungen im Freien sind derzeit besser plan- und durchführbar“. Insgesamt sei die Stimmung in der Zunft gut: „Wir sind alle zuversichtlich, dass wir die Fasnacht machen können – in welcher Form auch immer“, so Sigmar Hägele: „Fasnacht ist nicht kaputt zu kriegen, sie komplett zu verbieten ist nicht möglich“.

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Stephan Glunk von der Singener Poppele-Zunft sieht vor allem Massenveranstaltungen wie den legendären Zunftball in der Scheffelhalle auf der Kippe. „Es ist nicht absehbar, dass wir die Auflagen, die es geben könnte, erfüllen können“, sagt der Zunftmeister. Das Narrenbaumstellen im Hohgarten wäre wohl möglich. „Aber den Umzug werden wir, wenn es nicht gelockerte Regeln gibt, nicht machen können.

Zuletzt hatten wir 20 000 Besucher“, gibt Glunk zu bedenken. Der Singener Zunftrat sei sich einig: „Wir müssen alles tun, um den Virus zu bekämpfen. Wenn der Verzicht auf große Veranstaltungen dem dient, dann machen wir das auch“, zeigt sich Glunk überzeugt, dass die Narren dies ebenso überstehen, wie die Fasnachtsabsage 1991 wegen des Irak-Kriegs.