Ein echtes Unikat ist die Weihnachtskrippe in der Stadtkirche Aach. Sie kann in diesem Jahr ein Jubiläum feiern: Vor 25 Jahren kam Alfred Wenger auf die Idee, in Handarbeit eine Krippe zu schaffen. Unterstützt wurde er von Josef Neidhart, einem begnadeten Bastler.

In künstlerischer Zusammenarbeit und mit Anregungen des Krippenspezialisten Ulrich Scheller aus Engen, entstand in fast zweijähriger Bauzeit ein Kleinod mit hohem Wiedererkennungswert und zahlreichen individuellen Einzelheiten. Die Krippe in der Aacher Stadtkirche ist einmalig und überrascht den Betrachter immer wieder.

Hegaulandschaft im Hintergrund

Die Weihnachtskrippe in Aach ist mehr als eine normale Bastelarbeit. Sie hat mit ihren drei Dimensionen auf rund sechs Quadratmetern Fläche mehr als die übliche Breite und Höhe normaler Krippen. In Aach kommen noch die Tiefe des umgebenden Raumes und verschiedene markante Botschaften an die Betrachter dazu.

„Die Hintergrund-Kulisse spiegelt einen Teil des Stadtbildes der Altstadt von Aach wider“, beschreibt Alfred Wenger die Gestaltung der Umgebung für das Krippenszenarium. Der Weg zur Krippe beginnt durch das Stadttor, im Hintergrund ist die Hegaulandschaft zu erkennen.

Aacher Gebäude nachgebildet

Er führt über einen gewundenen und gepflasterten Anstieg zum ehemaligen Rathaus, vorbei an einem „Wanderer zwischen den Welten“ mit dem Amtsblatt in den Händen und dem originalgetreuen Hund der Spenderin der Figuren, bis zum Alten Rathaus mit Schuppenanbau, in dem sich die weihnachtliche Szene abspielt“, so Alfred Wenger.

Josef Neidhart ergänzt: „Die markanten Gebäude sind nicht nur dekorativ anzusehen, sondern sie erfüllen im Szenarium der Krippe einen bestimmten Zweck. So dient das Alte Rathaus zum Beispiel als Herberge, vor der sich die erste Szene der Weihnachtsgeschichte abspielt.“

Bild wird jede Woche umgestaltet

Die Weihnachtskrippe in Aach hat nämlich eine einzigartige Besonderheit. Vom zweiten Advent an – die Krippe wird am Patrozinium der Stadtkirche aufgestellt – wird das Bild jede Woche umgestaltet und auf diese Weise die Weihnachtsgeschichte in ihrer ganzen Vielfalt veranschaulicht.

Von der Herbergssuche von Maria und Josef, über die anschließende Geburt im Schuppen bis zum Besuch der Heiligen Drei Könige. „Somit ändert sich das Bild jede Woche und Christus wird sozusagen in Aach geboren, mitten unter uns“, erklärt Josef Neidhart stolz.

Handgeschnitzte Puppen aus dem Grödnertal

Der aufmerksame Betrachter findet aber noch weitere liebevolle und einzigartige Details, alle von Alfred Wenger und Josef Neidhart in Handarbeit angefertigt, mit handgeschnitzten Puppen von einem Bildhauer aus dem Grödnertal, angezogen mit zur Zeit passenden Kleidung, speziell von Hand von Barbara Leuschner genäht.

Nicht nur die Vorbereitung der Weihnachtskrippe habe viel Zeit und viel Innovation gefordert, erinnert Josef Neidhart. „Wenn ich nur an die akribische Tätigkeit für die 1390 Holzplättchen denke, die speziell auf kleines Maß gesägt und einzeln gespaltet sowie versiegelt werden mussten, als Pflastersteine, wie in Original, für den Aufstieg vom Tor zum alten Rathaus.“

Krippe hat über 30 Teile

Etwas mehr als einen ganzen Tag brauchen Alfred Wenger und Josef Neidhart für die Aufstellung der Krippe mit ihren über 30 Teilen. Schon bei der Entstehung der Krippe hat die Tochter Martina von Alfred Wenger, die beiden Bastler unterstützt. Mittlerweile hat sie die Regie und Verantwortung zusammen mit ihren Kindern übernommen.

„Ihren Einsatz und später dann auch die Hilfe ihrer Kinder können wir nur loben“, bestätigen Alfred Wenger und Josef Neidhart. „Es waren die besonderen Arbeiten, wie zum Beispiel unter die Aufbauten klettern, um die Figuren alle speziell anzuschrauben damit sie sicher stehen“, beschreibt Alfred Wenger ihre mühevolle Aufgabe.

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Und heute sind Alfred Wenger und Josef Neidhart besonders stolz, dass ihr Werk nun nahtlos in die Verantwortung der nächsten Generation übergegangen ist. „Darüber sind wir besonders froh“, berichten beide unisono. Und mit den Enkeln Emanuel, Brigitte und Benjamin sei sicherlich sogar auch schon die nächste Generation gesichert, sind sich alle einig.