Wer sich zu Weihnachten ein Drift-Trike gewünscht, es aber nicht bekommen hat, könnte sich auch selbst eines bauen: Die Maschinenbau-Studenten Robert Winklar aus Eigeltingen und Hannes Emrich aus Lahr haben es gemacht.

Sie haben Drift-Trikes im Internet gesehen und fanden die Vehikel „richtig cool“. Als Studienleistung im Rahmen ihres Studiums „Maschinenbau Konstruktion und Entwicklung“ an der Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) bot sich ihnen hierfür die Möglichkeit.

In CAD-Programm entworfen

Laut Pressebericht der HTWG begann das Projekt mit einer Konstruktionsarbeit im fünften Semester. Dabei entwarf Robert Winklar mit einem Kommilitonen das Trike mit einem CAD-Programm in 3D. „Es war gar nicht so einfach, die vielen unterschiedlichen Komponenten zusammenzufügen, damit am Ende alles passt“, erläutert Winklar. Es habe viele verschiedene Möglichkeiten gegeben, angefangen bei der Auswahl des Motors, über die Räder bis hin zum Design des Rahmens.

In einer Projektarbeit im sechsten Semester ging es dann ans Bauen. Als Mitstreiter hat Robert Winklar hierfür Kommilitone Hannes Emrich gefunden. „Das hat dann noch mehr Spaß gemacht als das Konstruieren“, sagt Winklar. Einfach wurde es dennoch nicht, nun musste sich zeigen, ob die Konstruktion stimmte.

Kosten von 700 Euro pro Trike

Den kompletten Rohrrahmen mussten die Studenten selbst herstellen, biegen und verschweißen. „Das Biegen und fachgerechte Verschweißen der Rohre waren dabei eine Herausforderung“, erklärt Emrich. „Überall waren noch Kleinigkeiten zu erledigen wie zum Beispiel die Aufnahme der Bremsanlage, das war schon knifflig“, ergänzt sein Kommilitone.

Ein Drift-Trike von hinten: Für das Gefährt wurden unter anderem eine Motorrad-Bremsanlage und ein modifizierter Standmotor eines Stromaggregats verwendet.
Ein Drift-Trike von hinten: Für das Gefährt wurden unter anderem eine Motorrad-Bremsanlage und ein modifizierter Standmotor eines Stromaggregats verwendet. | Bild: HTWG

Dank ihrer Begeisterung haben die Studenten auch einen Sponsor gefunden, sodass sie für ein Drift-Trike lediglich 700 Euro an Materialkosten aufbringen mussten. Als Komponenten dienten unter anderem eine Motorrad-Bremsanlage und ein modifizierter Standmotor eines Stromaggregats.

Als Sitz dient ein ausgemusterter Traktorsessel. Besondere Unterstützung erhielten sie von der Go-Kart-Bahn Alemannenring in Singen, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stand und die benötigten Teile aus dem Kartsport zur Verfügung stellte.

„Gute Übung für Arbeitsalltag„

„Das Projekt war an sich nicht so sehr innovativ, dennoch war es eine sehr gute Übung für den bevorstehen Arbeitsalltag“, räumt Hannes Emrich ein. Auch Studierende anderer Hochschulen haben sich bereits den Bau von Drift-Trikes zur Aufgabe gemacht.

Kein Wunder, denn: „Das Projekt war unglaublich wertvoll für uns. Es ist einfach etwas anderes, das Projekt von Beginn bis Ende umzusetzen und gerade für Jungingenieure ist es sehr wichtig, Planungsfehler auf diese Weise erkennen zu können“, sagt Emrich.

Grundregel: „Einfach konstruieren“

Ihr Professor Kurt Heppler ist voll des Lobes: „Die Studenten haben sehr wohl, wenn auch nicht nach gängiger Definition, innovativ konstruiert.“ Sie hätten die Grundregel „Einfach Konstruieren“ konsequent umgesetzt und ein Sportfahrzeug ohne störungsanfällige elektronische Steuerung und Assistenzsysteme gebaut. Die einfache Konstruktion führe in den meisten Fällen zur kostengünstigsten und funktionssichersten Lösung.

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Außerdem „sind einfache, auf die Funktion reduzierte Konstruktionen auch am ehesten Ressourcen schonend“, so Heppler. Und noch jemand fand die Umsetzung des Projekts mehr als respektabel: Als Winklars Bruder von dem Drift-Trike hörte, wollte er auch eins. Also bauten die beiden Studenten einfach noch ein zweites.