Die wehrhaften kleinen Tiere mit den Stacheln haben viele Freunde, aber leider auch große Probleme. Darum kümmert sich Manuela Martin. 36 Igel sind aktuell in ihrer Obhut.

Das Quartier bei Manuela Martin ist eine Außenstelle des Vereins Bio-Top, der die Wildtierhilfe in Volkertshausen betreibt. Martin hat schon viel Tierelend gesehen. Doch speziell die Igel erobern ihr Herz im Sturm. Mittlerweile hat sie fast 130 Igel betreut. „Nur wenige sind gestorben, die meisten konnten in die Natur ausgewildert werden“, sagt sie.

Gefahr durch Mähroboter und moderne Gärten

Darum würde sie sich sehr freuen, wenn sich bis im April oder Mai weitere Menschen finden würden, die einen Igel als Mitnutzer für ihr Grundstück akzeptieren und ihm am Anfang auch noch etwas Futter hinstellen. Denn Verkehr sowie die Versiegelung von Flächen sind für Igel ein sehr großes Problem und auch moderne Gärten, in denen alles aufgeräumt ist. Mähroboter stellen für Igel eine ernste Gefahr dar. Leider wurden schon vielen Igeln Teile des Gesichts weggeschnitten.

Igel brauchen zum Beispiel Laub, um sich ein warmes Winterquartier zu bauen. An trockenen Pflanzenstengeln finden sie aber auch Futter. So sind Schnecken nicht unbedingt ihre Lieblingsnahrung. „Bei Larven und Raupen schmatzen sie ganz besonders“, weiß Manuela Martin aus Erfahrung. Denn Füttern zählt zu ihren Hauptbeschäftigungen.

Oft werden die Igel völlig dehydriert und unterernährt bei ihr abgegeben. Leider reicht es nicht, ihnen einfach Schälchen mit Essen anzubieten, sie müssen mit der Pipette gefüttert werden und brauchen auch oft zusätzlich Infusionen. „Die Kleinen brauchen alle zwei Stunden Nahrung“, erklärt sie.

Alle zwei Stunden gibt es Nahrung und Flüssigkeit mit der Pipette. Auch medizinisch werden die Igel versorgt, beispielsweise indem Schädlinge entfernt werden oder Wunden versorgt werden.
Alle zwei Stunden gibt es Nahrung und Flüssigkeit mit der Pipette. Auch medizinisch werden die Igel versorgt, beispielsweise indem Schädlinge entfernt werden oder Wunden versorgt werden. | Bild: Susanne Schön

Zum Glück ist Manuela Martin ihre eigene Chefin und kann die Igel mit zur Arbeit nehmen und sie dort weiter füttern. Aber an tiefen Schlaf ist bei solchen Fällen nicht zu denken. Darum wäre Unterstützung eine große Hilfe, beispielsweise beim Füttern und Gehege sauber machen, aber ebenso bei Fahrten zum Tierarzt, die schon mal nach Lindau führten.

Sehr sicher wirkt Manuela Martin im Umgang mit den Igeln. Viel der Fachkompetenz habe sie von der Wildtierhilfe übermittelt bekommen. Aber sie hat ebenso bei den Tierarztbesuchen genau aufgepasst und sich das Buch „Der Igel in der Tierarztpraxis“ besorgt. Doch sind die Medikamente, die die Igel brauchen und auch das Spezialfutter nicht günstig. Spenden sind daher willkommen.

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Erfreulich ist die Unterstützung von außen. So bauten die gewerblichen und kaufmännischen Auszubildenden der Firma Aptar zum zweiten Mal 20 Igelhäuschen, die an Gartenbesitzer und Igelfreunde in Eigeltingen und Umgebung weitergegeben wurden, damit sie ein Winterquartier haben.

So sehen sie aus, die Igelhäuschen aus der Lehrlingswerkstatt von Aptar, Sie sind eine große Hilfe beim Auswildern der Tiere.
So sehen sie aus, die Igelhäuschen aus der Lehrlingswerkstatt von Aptar, Sie sind eine große Hilfe beim Auswildern der Tiere. | Bild: Aptar

Das Sportgeschäft Sport Martin wird zusammen mit dem Umweltzentrum Stockach Ende März eine Plogging-Aktion veranstalten. Es geht dabei um Müll, die Vermüllung der Gegend betrifft auch die Igel. So kümmerte sich Manuela Martin mal um einen Igel, dessen Bauch durch einen Gummiring eingeschnürt wurde. Liegen gelbe Säcke am Boden, schlüpfen Igel oft hinein und kommen nicht mehr heraus oder verletzen sich.