Wie groß dürfen Balkone beziehungsweise ihre Überschreitungen der Baufenster werden? Diese Frage kam in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung von Bodman-Ludwigshafen auf. Bei einem großen Mehrfamilien-Bauvorhaben direkt neben der historischen Schlosstorkel in Bodman, über das der Ausschuss entschieden hat, sahen die Pläne eine fünf mal 1,50 Meter große Überschreitung vor.

Die Meinungen darüber gingen auseinander. Ratsmitglied Christian Pichler (CDU) warf die Frage auf, wozu es Baugrenzen gebe, wenn diese nicht eingehalten würden. Sein Fraktionskollege Alessandro Ribaudo (CDU) zum Beispiel hatte aufgrund der Gesamtdimensionen kein Problem mit dem Balkon – das sei geringfügig. Bürgermeister Matthias Weckbach wies darauf hin, dass solche Überschreitung oft vorkämen. Das sei etwas anderes, als wenn es das Gebäude selbst wäre.

Bauvorhaben schon mehrfach Thema

Mit vier Ja-Stimmen gab es eine Zustimmung für die Bauanfrage. Das bestehende Wohngebäude soll vollständig abgebrochen werden und ein neues Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen errichtet werden. Dies war bereits mehrfach Thema, da das lange, schlauchartige Grundstücke direkt neben der Schlosstorkel nicht unproblematisch zu bebauen ist.

Eine Frage der Optik

Alessandro Ribaudo regte noch an, dass generell über die Flächenverhältnisse von Balkonen gesprochen werden sollte. Es sollte definiert werden, was genau eine geringfügige Überschreitung ist. Weckbach erinnerte an einen Fall vor 15 Jahre im Gebiet Schilt, bei dem es schon um Balkongrößen und Formen ging. Außerdem sagte er, dass man einen freien Balkon als untergeordnet empfinde, während es mit einem eingehausten Balkon etwas anderes sei. Gemeinderätin Claudia Brackmeyer (SPD) betonte, dass es nicht auf die Quadratmeter ankomme, sondern darauf, wie ein Balkon städtebaulich wirke.

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