Die Aussichten sind nicht gut: „Wir erwarten eigentlich das schlimmste Jahr für die Wälder im Landkreis“, erklärte Förster Alexander Fischer in der jüngsten Gemeinderatssitzung zur Situation im Wald. Es gebe bereits viel Borkenkäferholz, die Holzpreise seien niedrig und es befinde sich viel Holz auf dem Markt. Im Haushaltsplan 2020 seien 70.000 Euro als Einnahmen und 49.000 Euro als Ausgaben veranschlagt. Momentan lägen die realen Beträge bei 65.000 und 45.000 Euro. „Es ist aber nicht absehbar, wieviel Käferholz anfällt, wieviel wir verkaufen und zu welchem Preis“, so Fischer.

Schutzspritzung oder Trockenlager

Der Rat hatte in dieser Sitzung zwar nichts zu entscheiden, aber Fischer stellte die Möglichkeiten für die Lagerung von Borkenkäfer-Schadholz vor, falls weiteres anfalle: Eine Schutzspritzung oder ein Trockenlager. Ein Nasslager komme nicht in Frage, sagte er. Es dürfte hier nicht eingerichtet werden. Und für die Entrindung gebe es in ganz Baden-Württemberg lediglich eine Maschine dafür.

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Schutzspritzungen seien in den vergangenen zwei Jahren gemacht worden, erklärte Fischer. Allerdings handle es sich um kein artspezifisches Gift, so dass auch andere Insekten betroffen wären, die mit den Stämmen in Kontakt kommen. Zudem sei das nicht förderfähig und muss nach einiger Zeit wiederholt werden.

Im Falle eines Trockenlagers würde das Holz einfach nur rund einen Kilometer weit vom Wald gebracht. Solche Strecken könnten die Käfer nicht zurücklegen. Die Sitzungsvorlage nennt die Borkenkäfer-Arten Buchdrucker, Kupferstecher und Lineatus, vor denen das Holz geschützt werden müsse.

Die Kosten wären gleich

Fischer erklärte, dass die Kosten für das Schutzspritzen und das Trockenlager gleich wären. Er habe sich bereits umgehört und einen Standort für ein Trockenlager gefunden. Es wäre eine Fläche in der Nähe des Mooshofs im Ried, die der Gemeinde gehört und derzeit verpachtet ist. „Der Pächter wäre einverstanden.“

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Uwe Specht (CDU) erkundigte sich nach der Haltbarkeit des Holzes im Trockenlager. Fischer erklärte, dass es sich ein Jahr oder 1,5 Jahre halte. Im Vergleich dazu müsse eine Schutzspritzung nach ein paar Monaten erneuert werde. Sonja Hildebrand (Freie Wähler) wies noch darauf hin, dass die Qualität leide, falls das Holz länger als die genannte Zeit liege und nicht verkauft werde.

Das weitere Vorgehen

Und wie geht es nun weiter? Es soll ständige Kontrollen geben und sofortige Maßnahmen, um die Menge des Schadholzes gering zu halten. Aber nur qualitativ gutes Stammholz soll aufgearbeitet werden. Diese Aufarbeitung werde mit fünf Euro pro Festmeter bezuschusst. Beim Trockenlager gäbe es sieben Euro pro Festmeter als Zuschuss. Laut Fischer werde das Lager umgesetzt, sofern Holz anfalle und die Genehmigungen zur Lagerung vorliegen.

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