Die Stadt ist weiterhin auf der Suche nach einem Wohnmobilplatz. Nach Informationen des SÜDKURIER favorisieren die Verantwortlichen die "Brigachinsel" an der Mühlenstraße in Villingen. Dort könnte ein stadtnahes Refugium für Wohnmobil-Touristen entstehen. Allerdings gibt es noch einige ungeklärte Fragen.

Vor kurzem wurden die Mitglieder des Aufsichtsrates der städtischen Wirtschafts- und Tourismus-Gesellschaft (WTVS) von den Überlegungen der Stadt informiert. Diese begrüßten nach Informationen des SÜDKURIER die Initiative und stimmten dafür, dass die WTVS die Initiative weiter fortsetzt.

Bei dem Gelände handelt es sich um ein Grundstück hinter der "Herrenmühle" in der Mühlenstraße. Es wird eingegrenzt zwischen der Brigach und einem Gewerbekanal und daher auch als "Brigachinsel" bezeichnet. Bis zur Insolvenz im Jahre 2013 es von der Firma Hess AG als Lagerstätte genutzt.

Bevor das Grundstück aber zum Wohnmobil-Stellplatz umgebaut werden kann, müssen nach Informationen des SÜDKURIER noch einige Probleme gelöst werden. Zum einen befindet das das Gelände in Privatbesitz, zum anderen müsste das Gelände saniert, eine Lagerhalle abgerissen und die gesamte Fläche attraktiv renaturiert werden. Zu klären wäre außerdem die Altlastenproblematik, da sich im nördlichen Bereich des Grundstücks eine Tankstelle des ehemaligen C +C Großmarktes befunden hat. Zu klären bleibt ferner, ob der Hochwasserschutz an dem Gelände an der Brigach gewährleistet ist.

Wirtschaftsförderin Beate Behrens, die Geschäftsführerin der WTVS, bestätigte auf Nachfrage, dass die Stadt das Grundstück im Auge habe. Sollten die Fragen von Hochwasserschutz und Altlasten positiv geklärt werden können, wäre das Grundstück aus ihrer Sicht ein ideal gelegener Standort. Die Anfahrbarkeit sei unproblematisch und würde keine Wohngebiete belasten, der Platz sei idyllisch gelegen, biete für die Besucher kurze Wege in die Innenstadt sowie direkten Anschluss an das Fahrradwegenetz. "Ein Wohnmobilstellplatz an dieser Stelle wäre von hohem Nutzen für die Innenstadt", urteilt sie. Handel, Gastronomie, die Tonhalle oder das Theater könnten unmittelbar von den Gästen profitieren. Eine weitere positive Nachricht: "Wir haben mehrere Investoren an der Hand." Die Stadt verhandle mit mehrere Interessenten, die das Areal kaufen und den Wohnmobilstellplatz betreiben würden.

Behrens hofft nun, dass sie mit diesem Standort mehr Glück hat als mit letzten. Im Herbst 2015 scheiterte der Vorschlag, einen Wohnmobilplatz für bis zu 60 Fahrzeuge auf einer Wiese neben der St. Konradskirche einzurichten. Damals wehrten sich Anlieger der Südstadt und der Pfarrei St. Konrad gegen das Vorhaben.