Die vier Monate seien eine lange Durststrecke gewesen, sagt Betriebsleiterin Katja Welz. Trotz der Restaurantschließung habe sie alle Mitarbeiter halten können. Take away – zum Mitnehmen – lautete und lautet noch heute das Zauberwort. Das Angebot des Außerhausservices werde gut angenommen. Die Kunden des Hauses bestellen und es wird ein Zeitpunkt vereinbart, wann die Speisen abgeholt werden können. „Unsere Kunden schätzen dieses ungewöhnliche Angebot in ungewöhnlichen Zeiten“, sagt die Betriebsleiterin.

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Ganz besonders freut Katja Welz, dass sie die teilweise behinderten Mitarbeiter ohne Unterbrechung hat weiter beschäftigen können. Dass jetzt auch der Restaurantbetrieb wieder angelaufen ist und dass sie sich beinahe jeden Tag über ein volles Haus freuen könne, sei wichtig für den Inklusionsbetrieb.

Pandemie bereitet Umstände

Zur Einhaltung der Abstandsregeln mussten zwar einige Tische entfernt werden und es wurde ein Einbahnstraßenverkehr eingeführt. Die Gäste nehmen laut Welz solche Umstände gerne in Kauf. Alle Gäste und Mitarbeiter seien sehr diszipliniert, hat die Betriebsleiterin beobachtet.

Es bleibt ein Zuschussgeschäft

Damit der Betrieb mit den aktuell fünf behinderten Mitarbeitern aufrechterhalten werden kann, benötigt sie etwa ein Fünftel mehr Personal, sagt Welz, weshalb der Fohrenhof nach wie vor ein Zuschussbetrieb und auf Spenden angewiesen sei. „Wenn wir eines Tages eine schwarze Null schreiben können, bin ich glücklich.“

Hier entsteht leckerer schwäbischer Kartoffelsalat, Küchenchef Rolf Hilpert liebt seinen Beruf und die Zusammenarbeit mit seinen Kollegen.
Hier entsteht leckerer schwäbischer Kartoffelsalat, Küchenchef Rolf Hilpert liebt seinen Beruf und die Zusammenarbeit mit seinen Kollegen. | Bild: Caritasverband

Jetzt sei sie erst einmal zufrieden darüber, den Betrieb wieder aufnehmen und alle weiter beschäftigen zu können. Während der Schließungszeit waren die meisten Mitarbeiter anderweitig innerhalb des Caritasverbands eingesetzt worden. Auch die Chefin Katja Welz war wochenlang im Dienste der Tafel im Kreisgebiet unterwegs.

Barkeeper ist unverzichtbar

Im Fohrenhof in Unterkirnach arbeiten Menschen mit unterschiedlichen Handicaps in Küche und Service. So ist zum Beispiel Barkeeper Kevin Graf trotz einer Behinderung seit vielen Jahren hier beschäftigt. Er sei für den Betrieb unverzichtbar, wie ihm Katja Welz bescheinigt.

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„Der Kevin ist unser Mädchen für alles“, schwärmt die Betriebsleiterin und bescheinigt dem Mitarbeiter beste Arbeit. Für Graf selber bedeutet sein Arbeitsplatz viel. „Ich verdiene Geld und kann mir eine eigene Unterkunft und ein unabhängiges Leben leisten“, erzählt der Barkeeper. Am liebsten mixt er Cocktails, Tische eindecken sieht Graf eher als langweilige Tätigkeit an.

Chefin geht in ihrem Beruf auf

Der Fohrenhof beschäftigt zurzeit elf Mitarbeiter in Küche und Service, wobei zwei mehr dem Betrieb guttun würden, wie Restaurantleiterin Katja Probst erklärt. Gerne hätte sie auch noch zwei Azubis mehr um Engpässe im Ablauf gar nicht erst entstehen zu lassen. Sie selber sieht ihren Beruf auch als Berufung an: „Ich wollte nichts Anderes machen“, bestätigt Katja Welz die Freude, die sie täglich empfindet.

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