Den 85. Geburtstag feiern wohl die meisten Menschen ruhig und im Kreise der Familie und Freunde. Regina Hiekisch öffnet an ihrem Geburtstag hingegen ihr Zuhause im Alpenblick und lädt Freunde, Bekannte und auch bisher Fremde zu einer Kunstausstellung mit Werken im, am und ums Haus herum ein.

Mit dabei sind auch drei weitere Künstler aus der Region – Angela Flaig und Josef Bücheler aus Rottweil sowie Andreas Wiertz aus Königsfeld. Angela Flaig und Josef Bücheler arbeiten bei ihrer Kunst mit Materialien und erschaffen so dreidimensionale Objekte. Beiden sei gemein, dass sie sich bei ihrem Werken vom Material leiten lassen, erklärt Regina Hiekisch. "Das Material in seiner Eigenart bestimmt die Gestaltung." Es sei eine Herausforderung an den Künstler, sich darauf einzustellen und nicht dem Material eine Form aufzwingen zu wollen. Die Spezialität von Andreas Wiertz sei wiederum die Malerei. Besonders seien seine Werke mit Farbpigmenten, beispielsweise mit Pulver aus Amethyst. "Die Arbeiten werden dann natürlich teuer", sagt Regina Hiekisch und lacht.

Sie selbst will sich nicht wirklich auf eine Kunstform beschränken. Sie praktiziere eine vielseitige Kunst, sagt sie. Sie malt, skizziert und radiert. Ihren Werken liege oft ein soziales Thema zugrunde, erklärt sie. "Die Gesellschaft, die Familie, das Miteinander." Sie malt aber auch Porträts. Hier komme ihr die Ausbildung in der ehemaligen DDR, aus der sie ursprünglich stammt, zugute. Die dortigen Zwänge beim Bearbeiten von Gipsbüsten habe ihr beigebracht, exakt zu sein. Auf der anderen Seite habe sie aber auch lange Zeit gebraucht, sich von dieser Exaktheit, dem Realismus zu lösen.

Dass ihr Geburtstag so sehr im Zentrum der Veranstaltung steht, ist der bodenständigen Künstlerin eigentlich nicht so lieb. Viel lieber sehe sie die Kunst, ihre und die der anderen Beteiligten, im Vordergrund. Die Idee dazu kam bei einem Besuch im Kunstraum in Königsfeld, wo zu dieser Zeit Andreas Wiertz ausgestellt hatte. Dort habe sie Josef Bücheler getroffen, den sie von früheren Ausstellungen, unter anderem der Regionale in Donaueschingen, kannte. Spontan habe sie dann vorgeschlagen, eine gemeinsame Ausstellung zu organisieren. "Das war ein echter Geistesblitz", sagt Regina Hiekisch. Dass die Ausstellung anlässlich des Geburtstags stattfinden sollte, sei wiederum die Idee von Josef Bücheler gewesen. Und da sie ihren Geburtstag zu Hause feiern wollte, wurden ihre eigenen vier Wände kurzerhand zu Ausstellungsräumen bestimmt.

Berührungsängste hat Regina Hiekisch nach eigener Aussage nicht. Sie werde bei der Eröffnung die Gäste persönlich empfangen und in die Ausstellungsräume führen. "Ich öffne auch meinen Ruheraum", kündigt sie an, um dann selbstbewusst zu fragen: "Warum auch nicht?" Eine übergeordnetes Thema wird die Ausstellung übrigens nicht haben. Jeder der vier Künstler bekomme einen eigenen Raum, den er oder sie bestücken kann. Ohnehin hänge sie nicht so sehr an dem Begriff Ausstellung. "Es soll ein Künstlerfest werden, keine Ausstellung", sagt sie.