In der zweiten Februarwoche traf sich am Innovations- und Forschungscentrum (IFC) in Tuttlingen ein Kreis von Vertretern von Unternehmen, aus Politik und Forschung, darunter Minister Guido Wolf, zum „Wasserstoff Kick off“. Die Wasserstoffinitiative „H2-Region SBH“ ist ein Ergebnis der Arbeit des Landtagsabgeordneten Karl Rombach (CDU, Wahlkreis Villingen-Schwenningen), der bereits im Sommer 2019 Wasserstoff-Fachleute zusammengebrachte hatte, um Konzepte und Projekte für die Region zu entwickeln.

Rombach erklärt in einer schriftlichen Mitteilung dazu: „Wir erleben eine Veränderung des Energiesystems hin zu erneuerbaren Energien. Wasserstoff wird in der Zukunft ein bedeutender Energieträger werden.“ Der Anteil von Kohle und Erdöl an der Energieversorgung werde immer mehr abnehmen. Das betreffe auch das Auto und daher auch die mittelständische Zuliefererindustrie in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg.

Angesichts der Schwierigkeiten im Automobilsektor sehe er in der Wasserstofftechnologie gerade für die mittelständischen Zulieferer der Region neue Geschäftsmöglichkeiten, um sich im internationalen Wettbewerb neu zu positionieren, so Rombach. „Die Wasserstofftechnologie erfordert ähnliche Fähigkeiten wie die Verbrennertechnologie.“

Dabei böte die Erzeugung und die Nutzung von Wasserstoff viele Anwendungsmöglichkeiten: Autos, Züge und Schiffe können mit Wasserstoff fahren. Beim Einsatz erneuerbarer Energien für die Stromversorgung sieht Rombach den Wasserstoff in einer Schlüsselfunktion. „Energie aus Windrädern und Solaranlagen kann mit Wasserstoff gespeichert werden. Strom kann dann mit diesem Wasserstoff erzeugt werden.“

„Die Wasserstoff-Initiative plant bereits die Umsetzung eines Projektes, für das 300 000 Euro im Landeshaushalt bereitstehen“, berichtet Rombach. Frank Allmendinger vom Hochschulcampus Tuttlingen, Waldemar Epple vom Automotive Engineering Network aus Karlsruhe und Christian Klaiber von der Initiative Zukunftsmobilität aus Trossingen hätten das Projektkonzept auf Anregung und mit meiner unterstützenden Begleitung in äußerst kurzer Zeit erstellt. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) in Ulm konnte als Projektpartner gewonnen werden. Die CDU-Landtagsfraktion habe erreicht, dass 300 000 Euro für das Projekt im Doppelhaushalt 2020/2021 eingeplant sind, hebt Rombach hervor.

Japaner und Südkoreaner hätten aktuell bei der Wasserstofftechnologie die Nase vorne, auch die Chinesen seien engagiert, führt Rombach aus. „Es muss jetzt verhindert werden, dass deutsche Unternehmen ins Hintertreffen geraten wie damals bei der Herstellung von Photovoltaikanlagen.“ Er sehe großes Potenzial der ganzen Region bis zum Bodensee, die Abhängigkeit vom Verbrennungsmotor zu reduzieren und zukunftsfähige Geschäftsmodelle für die Wasserstofftechnologie zu erarbeiten. Es müsse in Test- und Prüfeinrichtungen investiert werden.