Eine ruhige Nacht haben die Feuerwehrleute beim Schilteckhof und am Schauplatz des großen Erdrutsches beim Thomas-Philipps-Markt verbracht. In Vier-Stunden-Schichten haben sie dafür gesorgt, dass nur noch wenig Wasser in den abrutschgefährdeten Hang floss. Mit Erfolg, wie Landesgeologe Clemens Ruch bei einer Besprechung vor Ort bestätigte: "Am Abbruch hat sich nicht mehr viel getan. Es hat sich im wesentlichen stabilisiert."

Auch am dritten Tag Schufterei bleiben die Feuerwehrleute gut drauf.
Auch am dritten Tag Schufterei bleiben die Feuerwehrleute gut drauf. | Bild: Martin Himmelheber

Rückblick: Enorme Erdmassen sind am Montagvormittag einen Hang heruntergerutscht und haben den Eingangsbereich des Thomas-Philipps-Marktes (früher Handelshof) in Schramberg blockiert. Zu dem Erdrutsch kam es aufgrund von Schneeschmelze und Dauerregen. Etwa 2500 Kubikmeter Erdmasse sind abgerutscht. Es wurde niemand verletzt.

Hier rutschten die Erdmassen herunter.
Hier rutschten die Erdmassen herunter.

Beim Parkplatz beim Schilteckhof hatte die Feuerwehr nun zwischenzeitlich einen Pumpsumpf mit Teichfolie angelegt. Dort hinein wird das Wasser aus dem Hang gepumpt. Mit einer über einen Schwimmer gesteuerte Pumpe wird dieses Wasser dann weiter über Schläuche Richtung Schiltach befördert. Der städtische Bauhof hat inzwischen eigene Pumpen aufgestellt und löst die Feuerwehrleute ab.

Video: Martin Himmelheber

Nach diesem ersten Erfolg müssten die weiteren Sofortmaßnahmen umgesetzt werden, erläutert Geologe Ruch: Oberhalb der Abbruchstelle beim Schilteckhof gräbt ein Schreitbagger eine Querrinne für ein Drainagerohr. Unten am Auslauf der Klinge gilt es, die Rinne frei zu halten, damit Wasser und möglicherweise doch noch kommendes Geröll direkt in die Schiltach abgeleitet werden kann.

Nur Einsatzkräfte und Fachleute dürfen hier rein. Für alle anderen macht das Schild am Tor deutlich: "Das Betreten des Geländes ist wegen Lebensgefahr behördlich strengstens untersagt."
Nur Einsatzkräfte und Fachleute dürfen hier rein. Für alle anderen macht das Schild am Tor deutlich: "Das Betreten des Geländes ist wegen Lebensgefahr behördlich strengstens untersagt." | Bild: Martin Himmelheber

"Wenn das abgeschlossen ist, kann ein Statiker auch die Sicherheit des Marktes prüfen", kündigte Ruch an. Das werde aber wohl erst nach dem Wochenende so weit sein.

Auch der Radweg auf der anderen Seite der Schiltach bleibe so lange gesperrt. "Wenn doch noch eine große Rutschung kommt, besteht die Gefahr, dass da was rüberschwappt", geht Ruch auf Nummer sicher. Auch die Wege im Bereich des Hangrutsches werden für Spaziergänger gesperrt und Warnschilder aufgestellt, kündigt Tiefbauleiter Klaus Dezember an.

Hier wird deutlich, welche Menge Erdmaterial zu Tal gerutscht ist.
Hier wird deutlich, welche Menge Erdmaterial zu Tal gerutscht ist. | Bild: Martin Himmelheber

Wie es mit dem Hang weitergeht, das müssten Fachleute, die die Stadt beauftragt, überlegen. "Das ist nicht mehr unsere Baustelle", sagt Ruch und fügt an: "Die Zusammenarbeit hier war exzellent." Mit Feuerwehr, THW, Bauhof, Baufirmen und der Stadtverwaltung habe man "unaufgeregt" entschieden.

Ein Blick auf die Erdrutschschäden: Es wird dauern, bis das alles weggeräumt ist.
Ein Blick auf die Erdrutschschäden: Es wird dauern, bis das alles weggeräumt ist. | Bild: Martin Himmelheber

OB Thomas Herzog dankte allen Beteiligten: "Alle haben Hand in Hand gearbeitet." Er dankte insbesondere den Feuerwehrleuten, die sich "zwei Nächte um die Ohren geschlagen haben. Enorm, was die Feuerwehr geleistet hat." Es gab auch andere, spontane Unterstützer, berichtet Abteilungskommandant Wöhrle: "Irgendwann spätabends am Montag kam Özgür Omar vom Café Hirschbrunnen mit einer großen Reispfanne und Getränken hier hoch." Er blieb nicht der einzige Unterstützer in dieser Nacht: "Gegen 23 Uhr kam Kirsten Moosmann von der Café-Bar Majolika und hat uns was Warmes vorbeigebracht."

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