Schramberg hat einen ehrenamtlichen Radbeauftragten. Oberbürgermeister Thomas Herzog hat im Verwaltungsauschuss mitgeteilt, dass er Gunnar Link aus Waldmössingen inzwischen ernannt habe. Link wird sich im Januar im Ausschuss vorstellen, kündigte Herzog an.

Die Fraktionsgemeinschaft SPD-Buntspecht hatte Anfang 2016 beantragt, die Stadt solle einen Radbeauftragten berufen. Damals hatte der Ausschuss für Umwelt und Technik dies abgelehnt, weil die Stadtverwaltung erklärt hatte, ein solches Amt sei überflüssig. Die Bürger könnten sich direkt an die Verwaltung wenden, wenn sie Vorschläge zu Radwegen hätten.

Nachdem in der Folgezeit mehrere Anfragen an die Verwaltung unbeantwortet blieben, hatte die Fraktion ihren Antrag im Januar 2017 erneut gestellt. Darin war auch der Hinweis enthalten, dass immer mehr Beschäftigte von ihren Betrieben E-Bikes bekommen können. Allein die Firma Schneider in Tennenbronn verfüge zur Zeit über 85 Firmen-E-Bikes. "E-Mobilität macht das Radfahren in unserer bergigen Schwarzwaldlandschaft immer interessanter. Freizeitsportler, Touristen und auch ältere Menschen nutzen vermehrt das Fahrrad oder Pedelec", heißt es in dem Antrag weiter. Auf diese Veränderungen sei die städtische Fahrradinfrastruktur nicht eingerichtet.

Der Fahrradbeauftragte soll ehrenamtlich arbeiten und der Stadt sollten keine zusätzlichen Kosten entstehen, hieß es in dem Antrag weiter. Er soll bei allen Planungen und Entscheidungen, die die Belange der Radfahrer betreffen, eingebunden werden und Ansprechpartner für die Bürger sein, und das Recht haben, der Verwaltung und dem Gemeinderat Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten.

Im Mai hatte dann der Ausschuss für Umwelt und Technik mit denkbar knapper Mehrheit von fünf zu vier Stimmen dem Antrag zugestimmt. Josef Günter (SPD-Buntspecht) hatte sich zuvor gewundert: "Die Stadt könnte von außen kostenlos Fach- und Sachverstand einholen und will das nicht, obwohl der Fachbereich sehr dünn besetzt ist?" Ralf Rückert (Freie Liste) sah "einen Mehrwert für Bürger und Verwaltung". Der Radbeauftragte fresse "schließlich kein Heu". Oberbürgermeister Thomas Herzog argumentierte dagegen: "Die Arbeit bleibt bei der Verwaltung." Bernd Richter, ÖDP, schlug damals vor, die Stelle auf drei Jahre zu befristen.