Eine mögliche Landesgartenschau wäre für Schramberg "eine große Chance ". Zum Auftakt einer Diskussion im Schramberger Gemeinderat über eine mögliche Bewerbung sprach Oberbürgermeister Thomas Herzog auch von einem "Schwung, der in der Stadt zu spüren" sei, seit das Thema bei den ersten beiden Spaziergängen in der Öffentlichkeit sei.

Fachbereichsleiter Rudolf Mager warb für das Konzept und die Machbarkeitsstudie, die Schramberg bis zum 22. Dezember vorlegen müsse. Der große Vorteil sei, dass die Bewerbung "von uns, aus der Stadt" komme. "Wir mussten nur die Ideen sammeln und bündeln, die schon seit Jahren da waren."

Mager berichtete von der Teamarbeit in der Stadtverwaltung: "Das ist viel Arbeit und tut manchmal richtig weh." Aber man habe ein gutes Netzwerk von Experten, mit denen die Stadt zusammenarbeite. Auch aus der Industrie erfahre das Projekt viel Zuspruch. Mager nannte die Brüder Hettich von Heco, Nicolas Schweizer vom Leiterplattenhersteller Schweizer und Kurt Mann von Trumpf-Laser, die sich alle für die Landesgartenschau stark machten.

Oberbürgermeister Thomas Herzog und Fachbereichsleiter Uwe Weisser betrachten in der Gemeinderatssitzung die Skizze vom umgestalteten Ufer am Brestenberg. Foto: him
Oberbürgermeister Thomas Herzog und Fachbereichsleiter Uwe Weisser betrachten in der Gemeinderatssitzung die Skizze vom umgestalteten Ufer am Brestenberg. Foto: him

Das besondere bei einer Landesgartenschau in Schramberg werde, dass es keine zentrale Gartenschau sei, sondern dass alle Stadtteile mit eigenen Themen beteiligt würden. Für das "blaue Band" entlang der Schiltach hatte Mager bereits erste Skizzen. Es sei wichtig, der Fantasie erst einmal keine Grenzen zu setzen. Er schwärmte von einem autofreien Bernecktal am Wochenende, einer Pendel-Seilbahn auf den Sulgen und einem Zügle durch den Eckenhof zum Wittumgelände. Bei der Verbindung Tal-Sulgen komme es darauf an, eine Dauerlösung zu finden. Viele Dinge wie Schulcampus, Stadthalle, Wohnmobilstellplatz oder Talumfahrung ließen sich mit, aber auch ohne Landesgartenschau auf den Weg bringen.

Nach einem Gemeinderatsbeschluss gehe es um das "Fine Tuning" der Bewerbung. Im März werde eine Expertengruppe die Bewerberstädte besuchen. Im Sommer entscheide der Ministerrat, wer 2026, 28 oder 30 den Zuschlag erhalte. 2020 beginne ein Planungswettbewerb. Nach seiner Präsentation gab es allenthalben große Zustimmung. Für die CDU-Fraktion sagte Clemens Maurer, er sei "begeistert, was in den wenigen Wochen geleistet" wurde.

"Phänomenal" sei, was die Verwaltung und Mager auf die Beine gestellt hätten, lobte Fraktionssprecherin Tanja Witkowski von SPD-Buntspecht. Jedes Mal habe er wieder neue Details dabei. "Das macht schon jetzt richtig Lust auf eine Landesgartenschau." Udo Neudeck (Freie Liste) meinte, Mager sei es "voll gelungen, uns zu begeistern". Er riet, nicht gleich alle Ideen auf den Prüfstand zu stellen. Man solle alles diskutieren dürfen. Auch Bernd Richter, ÖDP, fand Magers Vortrag "sehr motivierend".

 

Letzter Spaziergang

Am Samstag, 18. November, wird der dritte und vorerst letzte Spaziergang auf dem Sulgen stattfinden. Treffpunkt ist um 13 Uhr im "Atelier" der Grund und Werkrealschule Sulgen. Nach zwei Einführungsvorträgen geht es ins Wittumgelände. (him)