Glasfaser bis in jedes Haus: Das ist das neue Ziel, das sich auch die Stadt Schramberg gesetzt hat. Die heutige Versorgung mit Glasfaser und Kupferkabel sei für die derzeitigen Anforderungen ausreichend, so der Breitbandbeauftragte der Stadt, Konrad Ginter, im Ausschuss für Umwelt und Technik. In einigen Jahren werde es aber so sein, dass Glasfaser bis zu den Häusern verlegt sein müsse, um die möglichen und nötigen Datenmengen transportieren zu können.

Schwierigkeiten mit Baufirma

Ginter erinnerte daran, dass man im Jahr 2016/17 in einem Projekt für schnelles Internet mit der Telekom dafür gesorgt habe, dass 95 Prozent der Haushalte mindestens mit 30 MBit pro Sekunde versorgt sind. „Teilweise erreichen wir schon 250 MBit.“ Derzeit baue die Telekom noch in einigen Nahbereichen aus, habe aber Schwierigkeiten mit der beauftragten Baufirma. Einen Förderantrag für die Erschließung von Gewerbegebieten werde die Stadt gemeinsam mit dem Landkreis bis Jahresende einreichen. „Derzeit werden die Grundschulen in Tennenbronn und Waldmössingen an das öffentliche Glasfasernetz angeschlossen.“

Ade, weiße Flecken

Mit einem weiteren Antrag möchte die Stadt das Schließen „weißer Flecken“, also der noch nicht ausreichend versorgten fünf Prozent, fördern lassen. Das betreffe die Gebiete Heuwies, Vierhäuser, Hutneck, Gersbach, Ramstein, Falken und weitere abgelegene Außenhöfe im Bereich Tennenbronn. Dafür müsse aber nicht überall aufgegraben werden. Vielmehr gebe es inzwischen auch Glasfaser-Kabel die man über die bestehenden Holzmasten in der Luft verlegen könne.

Interesse ist sehr hoch

Bei der Sanierung der Fußgängerzone lässt die Stadt derzeit schon Mikro-Rohre mit verlegen, durch die Glasfaserkabel bis in die Häuser führen. Dies sei inzwischen sogar gesetzlich vorgeschrieben. „Das Interesse bei den Anwohnern ist sehr hoch“, so Ginter, „da es später auch sehr schwierig sein wird, sich nachträglich anschließen zu lassen.“ Auch für das Neubaugebiet Schoren 2. und 3. Bauabschnitt werden die Netzbetreiber Unity Media und Telekom eine Glasfaserinfrastruktur aufbauen. Die Telekom werde das neue Gewerbegebiet Madenwald erschließen. Im Bereich Hutneck werde man die Kanalisationsarbeiten nutzen und zumindest Leerrohre mit verlegen.

Hoffen auf Förderbescheide

In der Diskussion erläuterte Ginter, dass die heutigen Leerrohre von den Anbietern genutzt würden. Die Preise für die Endkunden seien auch bei sehr schnellen Verbindungen heute erschwinglich. In Tennenbronn sei man auch beim Neubaugebiet Bergacker im Kontakt mit Telekom und Unity Media, damit auch dort gleich Glasfaser bis in jedes Haus verlegt werde. Oskar Rapp (freie Liste) wollte außerdem wissen, bis wann im Außenbereich mit schnellem Internet zu rechnen sei. Die Förderbescheide kämen 2020, hofft Ginter. Dann müsse man ausschreiben und danach schauen, welche Maßnahme zuerst angegangen werde. „Es kann schon noch drei bis fünf Jahre dauern, bis alle weißen Flecken verschwunden sind“, dämpfte Ginter die Erwartungen.