Fleißig wird in Hüfingen gebaut: Laut Bürgermeister Michael Kollmeier gab es im vergangenen Jahr 71 Bauanträge, darunter auch 29 Neubauten. Das wären so viele wie selten zuvor. Vor allem das niedrige Zinsniveau habe im vergangenen Jahr dafür gesorgt, dass Investitionen in die eigenen vier Wände attraktiv wären. Vor allem in der Kernstadt wird fleißig gebaut: Dort waren es im vergangenen Jahr 16 Anträge für Neubauten, gefolgt von Hausen vor Wald, wo es immerhin noch acht Bauanträge waren. Zwei Bauanträge gab es in Sumpfohren und Mundelfingen und einen in Behla.

Vor allem in Mundelfingen könnte in den kommenden Jahren die Zahl der Bauanträge wieder enorm ansteigen, denn hier wird aktuell ein Neubaugebiet erschlossen. Die Arbeiten in „Breiten II“ sind in vollem Gange und sollen bereits im Herbst abgeschlossen sein. Dann stehen in den Neubaugebieten 25 Bauplätze zur Verfügung. Laut Ortsvorsteher Michael Jerg ist das Interesse groß und es würden bereits neun Reservierungen vorliegen.

Doch der Fokus liegt nicht nur auf dem Ortsteil Mundelfingen: „Auch in den weiteren Stadtteilen, beginnend in Fürstenberg und Behla, sollen in möglichst nächster Zeit städtische Bauplätze entwickelt werden“, versprach Bürgermeister Michael Kollmeier zum Auftakt des Jahres. Die Planungen sind in unterschiedlichen Stadien, doch eigentlich in jedem Ortsteil schon im Gange.

Auch in Sumpfohren ist der Bedarf vorhanden. Innerhalb von kürzester Zeit sind im aktuellen Baugebiet alle Plätze bis auf zwei verkauft worden. Damit kein Engpass entsteht, wurde schon nach einer Fläche gesucht, denn bis dieses dann zur Verfügung steht, wird es dauern. Rund 4000 Quadratmeter sind als Fortführung des aktuellen Baugebietes „Im Einfang“ vorgesehen.

Auch in Hausen vor Wald ist schon eine Fläche im Gespräch: Hier wird aktuell geprüft, was im 2,6 Hektar großen Gebiet Auenberg überhaupt möglich ist. Ziel ist es noch in diesem Jahr die ersten Schritte zu machen, um die Fläche zum Bauland entwickeln zu können und die ersten Hürden in Richtung Bebauungsplan zu nehmen.

In Fürstenberg ist eine Fläche am südwestlichen Ortseingang für ein Neubaugebiet vorgesehen. Die Grundstücksverhandlungen mit den Eigentümern sind nahezu abgeschlossen und die Bereitschaft zur innerörtlichen Belebung durch Wiedernutzung leer stehender Gebäude ist laut Ortsvorsteher Bernhard Schmid auch vorhanden.

Und auch in Behla tut sich etwas – nicht nur, dass durch die Ortsumfahrung das Zentrum umgestaltet werden kann. Da im aktuellen Neubaugebiet, dem Grundäcker, keine freien Bauplätze vorhanden sind, steigt der Druck, das neue Baugebiet „Baarblick“ zu erschließen. Das Bebauungsplanverfahren soll 2019 durchgeführt werden.

Neben den Wohnbaugebieten widmet sich Hüfingen aktuell auch der Erschließung eines weiteren Gewerbegebietes, denn entsprechende Grundstücke zur Neuansiedlung von Betrieben oder für Erweiterungen von Hüfinger Unternehmen sind aktuell Mangelware. Mit dem Weihereschle soll sich das ändern. Auch erste Interessenten gibt es bereits. Edeka will einen Vollsortimenter bauen, der dann auch dem Neubaugebiet „Auf Hohen“ eine Einkaufsmöglichkeit bieten wird. Und ein größeres Restaurant – ein Fast-Food-Angebot ist allerdings von vorneherein ausgeschlossen – ist auch schon in der Planung.

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Diese Schwerpunkte möchte die CDU setzen:

Bild: CDU

Bauen und Wohnen

Die Baugebiete in den Stadtteilen sowie in der Kernstadt sind größtenteils aufgebraucht. Zur weiteren Entwicklung muss der Bebauungsplan für das Gebiet Ziegeleschle erstellt werden. Auch in den Stadtteilen Sumpfohren, Behla, Fürstenberg und Hausen vor Wald müssen neue Baugebiete ausgewiesen werden. Die Bepreisung des Baugebiets auf „Breiten II“ in Mundelfingen muss umgehend erfolgen.

Als Initiative der CDU wurde bereits ein Förderprogramm zur Innenentwicklung beschlossen. Dieses möchten wir weiter voranbringen.

Im Hinblick auf den demografischen Wandel sind altersgerechte Wohnungen, Mehrgenerationenhäuser und betreutes Wohnen dringend anzubieten. Hierzu möchten wir die Stadtverwaltung zur notwendigen Initiative antreiben.

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Diese Schwerpunkte möchten die FDP/FW/UWV setzen:

Bild: privat

Auch bei fast gleichbleibenden Einwohnerzahlen sehen wir unsere Aufgabe, Neubaugebiete in der Kernstadt und in den Ortsteilen zu entwickeln. Gerade die starken Einengungen durch die Schutzgebiete des Roten Milan in den Ortsteilen bereiten bei der Gewinnung von neuem Bauland erhebliche Schwierigkeiten. Die nun neu ausgewiesenen Baugebiete in Mundelfingen, Behla und Fürstenberg geben etwas Entspannung. Private Sanierungen und Umnutzung vom Bestand in den Ortskernen behalten mit Landeszuschüssen Vorrang. Innenflächen, meist in privater Hand, sollten gerade an Familienangehörige mit großzügigen Genehmigungsverfahren zur Bebauung freigegeben werden. Hier stehen Bauwilligen oftmals die scharfen Einengungen am Rande des Ortsetters bei der Erlangung von Baugenehmigungen im Wege. Der Flächennutzungsplan für die Kernstadt weist noch Potenzial an möglichem Bauland aus. Diese vorgehaltene Fläche, Bauerwartungsland, sollte sukzessiv von der Gemeinde erworben werden. Angebot und Nachfrage regeln hier einen einheitlichen Preis.

Sozialer Wohnungsbau, das heißt bezahlbarer Wohnraum, bereitzustellen ist nicht vorrangiges Ziel einer Kommune. Diese hat jedoch die Aufgabe, Bauträger zu bewerben, und ihnen Grund und Boden etwa in Erbpacht bereitzustellen, um erschwingliche Wohnungen mit angepasstem Standard zu errichten. So können auch alternative Wohnformen entstehen. Der Verkauf von kommunalem Boden kann heute bei der Niederzinspolitik nicht im Vordergrund stehen. Das so bewahrte Bauland bleibt damit der Kommune erhalten und wird im Laufe der Jahre wertmäßig steigen.

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Diese Schwerpunkte möchte die SPD setzen:

Bild: SPD

Wohnen in Hüfingen ist attraktiv. Die Baugebiete in der Kernstadt und den fünf Ortschaften erfahren regen Zulauf. Die SPD ist sich bewusst, dass Grund und Boden ein begrenztes Gut ist und ressourcenschonendes Bauen eine Pflicht. Wir sind uns auch bewusst, dass das Gebiet „Loretto“ die letzte unbebaute Fläche in der Kernstadt ist. Wird Siedlungsentwicklung trotzdem in Form von attraktiven Baugebieten weiterhin möglich sein? Um Antworten zu erhalten, fordert die SPD ein Entwicklungskonzept im Hinblick auf die bauliche Entwicklung unserer Stadt. Neue und alternative Wohnformen werden von der SPD natürlich unterstützt. Siedlungsformen mit wandlungsfähigen Häusern, entsprechend dem Lebensrhythmus der Menschen, ermöglichen zum Beispiel im Alter das Wohnen nah am Geschehen. Denn Stadtentwicklung darf nicht stehen bleiben, sondern muss auf Nachhaltigkeit und Vitalität ausgerichtet sein. Zudem sind bezahlbare Mieten ein Muss für unseren ländlichen Raum. Wir Sozialdemokraten fordern bei jedem Wohnbauprojekt durch einen Investor zukünftig eine Sozialquote. Behla, Fürstenberg, Hausen vor Wald, Sumpfohren und Mundelfingen sollen lebendig bleiben und deren Dorfmitte soll ihren charakteristischen Charme behalten. Hier soll die Innenentwicklung weiter vorangebracht werden. Verständlich ist aber auch der Wunsch der Bürger in den Ortsteilen nach Bauplatzgrößen, die ländliches Leben ermöglichen. Der Bauplatzpreis soll auf der einen Seite dem Wert des begrenzten Grund und Bodens entsprechen und gleichzeitig jedem Bauwilligen, insbesondere Familien, Zugang zum Eigenheim ermöglichen.

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Diese Schwerpunkte möchte das BFSO setzen:

Bild: BFSO

Die Bevölkerungsentwicklung Hüfingens hat sich seit einigen Jahren wieder stabilisiert, jedoch sind die Einwohnerzahlen in fast allen Ortsteilen sinkend. Hier muss entgegengesteuert werden. Die Bauplatzpreise dürfen bauwillige Interessierte, insbesondere junge Familien, nicht daran hindern, in die Gesamtstadt zu ziehen. Viele junge Einheimische bauen durch die Bauplatzpreisentwicklung in Nachbargemeinden. Bei städtischen Bauplätzen sprechen wir uns gegen eine Gewinnmaximierung der Stadt aus. Bauplätze in den Ortsteilen sollen aufgrund der dezentralen Lage deutlich günstiger als in der Kernstadt angeboten werden. Außerdem müssen die neuen Baugebiete zügig in Planung gehen. Wir sprechen uns für die innerörtliche Bebauung auf Baulücken aus. Statt ideologischen Enteignungen befürworten wir aber positive Anreize für private Grundstücksbesitzer. Mit einer „Privaten Bauplatzbörse“ könnte die Stadt verkaufsbereite Eigentümer mit Bauinteressenten zusammenbringen.

Das Thema sozialer Wohnungsbau spielt bisher in Hüfingen keine Rolle, obwohl gerade in der Kernstadt die Mietpreise stark ansteigen und viele Menschen Angst davor haben ihre Wohnung zu verlieren. Daher muss die Stadt verstärkt in den kommunalen Wohnungsbau für am Wohnungsmarkt benachteiligte Haushalte einsteigen.

Der Unterversorgung bei Tagesmüttern muss die Stadt insbesondere durch den weiteren Ausbau von Kita-Plätzen für unter Dreijährige entgegentreten. Die Öffnungszeiten müssen sich jedoch an die realen Arbeitszeiten der Eltern richten, da nämlich nicht alle die Möglichkeit haben erst um 8 Uhr mit ihrer Arbeit zu beginnen.

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Diese Schwerpunkte möchten die Grünen setzen:

Bild: Die Grünen Bündnis 90

Wichtig ist eine solide Finanzplanung der Stadt. Für ein schnelles und funktionierendes Internet. Das Flächenmanagement muss aktiviert und umfassend ausgebaut werden. Wir setzen uns für bezahlbaren Wohnraum für alle ein. Eine attraktive Innenstadt mit angenehmen Wochenmarkt ohne belastenden Verkehrslärm ist unser Ziel. Auch der Erhalt der Infrastruktur in den Ortschaften liegt uns am Herzen.

Wir befürworten und unterstützen altersgerechtes Wohnen in allen Facetten. Dazu gehört beispielsweise auch ein Mehrgenerationenhaus in der Stadt. Ferner möchten wir für unbelastetes Trinkwasser sorgen.

Bei der Erschließung neuer Wohn,- und Gewerbegebiete achten wir auf verdichtete Maßnahmen. Wir möchten den Schulstandort stärken und Perspektiven für die Zukunft schaffen. Der sogenannte Flächenfraß muss in Zukunft vermieden werden.

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