Weit kann er nicht gewesen sein, der Geisinger Storch. Er ist spät weggeflogen und ist nunmehr seit dem Wochenende wieder in Geisingen auf dem Nest in der Nähe der Stadtkirche zu sehen.

Das Geisinger Storchenmännchen kam in den letzten Jahren immer sehr früh auf sein Nest und verteidigte es gegenüber anderen Interessenten. Das Begrüßungsgeklapper mit dem Schnabel ist jedoch noch unerhört, die Storchendame ist noch nicht anwesend.

Die anderen beiden Nester in Gutmadingen und Aulfingen sind noch verwaist, wenn Schnee fällt wie in der Nacht auf Montag, ist auch der Geisinger Adebar wieder mal weg, kommt dann aber bald wieder zurück. Die Kälte macht dem Storch eigentlich nichts aus, allerdings findet er unter einer Schneedecke keine Nahrung. Weder eine Maus, noch ein Regenwurm oder anderes Getier ist zu finden, auch die Frösche sind noch nicht unterwegs.

Seit Jahren sehr frühe Rückkehr

"In den letzten Jahren war der Geisinger Storch immer sehr früh da", wie auch der frühere Storchenbetreuer Friedrich Wiedmann aus Neudingen immer wieder betonte. Dieser Storch blieb dem Geisinger Nest treu. In den nächsten Wochen dürfte dann auch die Storchendame von Geisingen wieder eintreffen, die Horste in Gutmadingen und Aulfingen, letzterer ist erst seit wenigen Jahren bewohnt, werden sich dann im Frühjahr wieder füllen.

Das dauerte im letzten Jahr auch bis Ende März. Dann hoffen alle, dass das Brutgeschäft in diesem Jahr in allen drei Nestern erfolgreich verläuft. Im letzten Jahr ist ja der Geisinger Nachwuchs an Pfingsten bei dem wolkenbruchartigen Regen ertrunken.

Nach dem Eintreffen der Störche wird zuerst das Nest ausgebessert, in aller Regel wird erneut Baumaterial herbeigeschafft, seien es Äste oder auch Material zum Auskleiden. Hier findet sich auch oft Plastik, das dann in Verbindung mit Moos und Erde das Nest so abdichtet, dass starke Regenfälle nicht abfließen, sondern das Wasser darin stehen bleibt, was dann in Verbindung mit kühlen Temperaturen den Tod der kleinen Störche bedeutet, solange sie noch kein Gefieder haben und im Flaum sind.

Die Altvögel setzen sich nicht wie etwa Hühner auf die Küken, um sie zu wärmen, was für die kleinen Störche manchmal schlimme Folgen hat. Wenn die Jungstörche dann größer sind, werden sie mit einem Ring von der Vogelwarte versehen, damit man sie später indentifizieren und ihren Weg verfolgen kann.