„Im Prinzip ist das ein sehr, sehr feines Sieb.“ Kai Baudis, Betriebsleiter des Wasserwerks, wählt einen einfachen Vergleich. Eine Ultrafiltrationsanlage kompensiert künftig im Hochbehälter Aufen zeitweise Schwächen dieser an sich zuverlässig arbeitenden Anlage. 366 000 Euro nimmt die Stadt in die Hand, um in dem Technikgebäude außerdem die Mess-, Steuer- und Regelungstechnik zu erneuern und die Anlage an die Fernwartung anzuschließen.

Kai Baudis (rechts) erklärt OB Erik Pauly, wie die Fernwirkanlage der Donaueschinger Wasserversorgung funktioniert.
Kai Baudis (rechts) erklärt OB Erik Pauly, wie die Fernwirkanlage der Donaueschinger Wasserversorgung funktioniert. | Bild: Wursthorn, Jens

Donaueschingen sei bei der Wasserversorgung autark, betonte Oberbürgermeister Erik Pauly. Eine Ultrafiltrationsanlage passe exakt zu den Gegebenheiten in Aufen. Die erstmals angewendete Technik diene als Pilotprojekt. Eventuell könnte in ein paar Jahren auch die Gutterquelle damit ausgestattet werden.

Technische Anlagen befinden sich im Untergeschoss des Hochbehälters.
Technische Anlagen befinden sich im Untergeschoss des Hochbehälters. | Bild: Wursthorn, Jens

Im Vergleich zum Hauptlieferanten Gutterquelle, liefert der Hochbehälter Aufen gerade 5,8 Prozent des Wasseraufkommens. Gefasst wird das Rohwasser aus mehreren Quellen aus Richtung Hubertshofen und Wolterdingen. Versorgt wird mit dem Trinkwasser der Ortsteil Aufen, 70 Prozent des qualitativ deutlich überdurchschnittlichen Wassers wird in das System eingespeist.

Der Wasser-Hochbehälter an der Alten Wolterdinger Straße ist seit ziemlich genau 40 Jahren in Betrieb.
Der Wasser-Hochbehälter an der Alten Wolterdinger Straße ist seit ziemlich genau 40 Jahren in Betrieb. | Bild: Wursthorn, Jens

Der Zwei-Kammern-Trinkwasserbehälter wurde 1979 gebaut und entspricht dem Stand der Technik. Verwendet wird ein Mehrbettfilter mit Schichten aus Feinsand und Aktivkohle, zu dem eine Ozon-Aufbereitungsstufe kommt. Weil sich die Quellen in Oberflächennähe befinden, kommt es bei starkem Regen mitunter zu Eintrübungen des Wassers. Im „Endprodukt“ konnten leichte mikrobiologische Verunreinigungen auftreten.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Ultrafiltration verhindert das. Den extrem feinen Membranfilter aus Kunststoff und Keramik können gewünschte Stoffe wie Mineralien passieren, nicht aber Viren oder Bakterien. Einen Nachteil der Ultrafiltration gleicht der Standort aus. „Menschengemachte Verschmutzungen wie Medikamentenrückstände packt sie nicht“, sagt Baudis. Das Wasser der Waldquellen sei weitgehend frei von diesen Einflüssen.

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.