Fünfzig Aasener Einwohner haben sich im vergangenen Jahr in der Zukunftswerkstatt Aasen engagiert und Perspektiven für eine gute Weiterentwicklung der Ostbaarortschaft erarbeitet. Jetzt wurden die Ergebnisse der sieben Arbeitsgruppen (AG) im Musikschuppen detailliert vorgestellt.

Als eine der großen Aufgaben erläuterte Lothar Mayer das Projekt „Bürger für Bürger“. Hier gibt es in den umliegenden Gemeinden schon gute Beispiele, denen es nachzueifern gilt. Eine organisierte Nachbarschaftshilfe, Generationen übergreifend und mit individuellen Hilfeangeboten von Hauswirtschaft, Begleitung bei Einkäufen und Spaziergängen, Kinderbetreuung, Gartenarbeiten und Menschen in Notlagen. So soll in einer älter werdenden Gesellschaft das Wohnen und Altwerden im Dorf unterstützt werden. Dabei ist die Nachbarortschaft Heidenhofen auch immer einbezogen.

Sehr zufrieden zeigte sich Ortsvorsteher Horst Hall mit den ersten Ergebnissen der Zukunftswerkstatt Aasen.
Sehr zufrieden zeigte sich Ortsvorsteher Horst Hall mit den ersten Ergebnissen der Zukunftswerkstatt Aasen. | Bild: Elisabeth Winkelmann-Klingsporn

Für die Umsetzung ist eine Vereinsgründung unumgänglich. Am Satzungsentwurf für so eine mildtätige und gemeinnützige Einrichtung wird bereits gearbeitet. Für Menschen, die sich hier engagieren, gibt es eine Aufwandsentschädigung. So eine Einrichtung stehe nicht im Wettbewerb zur Sozialstationen, sondern stelle „lediglich eine Ergänzung zu deren Angeboten dar“, so Lothar Mayer. Für die Vorbereitung von Mitarbeitenden in der Nachbarschaftshilfe ist ein Ausbildungskurs erforderlich. Zur Finanzierung zählen Gebühren, Spenden, Mitgliedsbeiträge und öffentliche Zuschüsse.

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Schnittmengen gab es in den AGs um Claudia Fluck und Manuel Hall mit Vorschlägen wie Ausbau der Kinderbetreuung, Zusatzangebote in der Grundschule, Willkommenspaket für Neuzugezogene, Kooperationen von Grundschule, Kindergarten und Vereinen, die Herstellung eines Aasen-Flyers.

Aasen-App als vielseitige Plattform

Den mehrfach vorgeschlagenen Ausbau der Homepage toppte Beate Stolz mit der Einrichtung einer Aasen-App mit umfangreichen kommunikations- und Informationsmöglichkeiten. Ein Dorffunk, bei dem jeder mitmachen darf und Reporter spielen kann, Bürger für Bürger Hilfe anbieten, Wünsche und Kritik geäußert und auch die vermisste Katze gesucht werden kann.

Karin Haas mit einem Beispiel für Hausnamenschilder aus der Nachbarschaft. Hundert für Aasens Geschichte typische Häuser sind bereits identifiziert. Einig war man sich in Farbe und Material: Für Aasen Metall in Blau-Weiß.
Karin Haas mit einem Beispiel für Hausnamenschilder aus der Nachbarschaft. Hundert für Aasens Geschichte typische Häuser sind bereits identifiziert. Einig war man sich in Farbe und Material: Für Aasen Metall in Blau-Weiß. | Bild: Elisabeth Winkelmann-Klingsporn

Geschichtspfad und Dorfmuseum?

Zum Thema Dorfkultur hatten sich interessanterweise je zwei Alt- und Neubürger stark gemacht. „Ich kumm vo Aase„, stimmte Michael Hepting ein. Weil „Zukunft Herkunft braucht“, gelte es die Dorfkultur zu erhalten und weiterzutragen. Vorgeschlagen wird dazu, den Dialekt zu stärken, einen Geschichtspfad anzulegen, ein Dorfmuseum einzurichten und alte Häuser mit Infotafeln auszustatten. Gestartet ist man bereits mit Interviews älterer Mitbürger.

Hagenstall als möglicher Standort für Gemeinschaftshaus

Noch etwas utopisch, vor allem in Blick auf die Finanzierung, muteten die Vorstellungen der AG um Hans-Peter Rolle von einem Gemeinschaftshaus an. Mit einem umfangreichen Ausbau der möglicherweise denkmalgeschützten Liegenschaft Hagenstall am Rathausplatz könnten hier unter anderem Kinoabende, Vereinsstammtische und Ferienprogramme stattfinden. Und zusätzlich zur vorhandenen Nutzung durch Landjugend und Feuerwehr könnten eine Bühne für heimische Künstler, eine E-Tankstelle und ein offenes WC hier installiert werden.

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Gespannt sein darf man auf die Weiterarbeit in den AGs und Umsetzung der Vorschläge. Ortsvorsteher Horst Hall dankte für alles bisherige Engagement und ermunterte, „weitere Ideen einzuspeisen“.

 

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