Die Freude bei den Einwohnern von Allmendshofen ist groß. Die lange Zeit klaffende Lücke, wo noch 2017 die gesperrte Brücke stand, wird jetzt wieder geschlossen. "Spätestens Mitte September soll das Projekt abgeschlossen sein", verkündete Georg Hornung, technischer Leiter der ausführenden Firma Meurer Bau beim offiziellen Spatenstich zum Baubeginn. Um diesen Schritt selbst mitansehen zu können, waren zahlreiche Allmendshofener zum Bregufer gekommen.

"Es ist ein freudiges Ereignis. Leider gab es hier lange Zeit eine klaffende Lücke", sagte Oberbürgermeister Erik Pauly. Er verwies auf die lang andauernden Diskussionen um die Riedbrücke: "Bereits 1998 wurde der Zustand beklagt, so richtig im Gemeinderat war das Thema allerdings erst 2015", so Pauly weiter. Er bescheinigte den Einwohnern von Allmendshofen, auf ihren Einsatz in Bezug auf die Brücke stolz sein zu können. Der Bau werde jetzt über den Sommer laufen und im Herbst beendet sein. "Ich freue mich über den Aufbruch und das Zeit und Kosten auch eingehalten werden", so das Stadtoberhaupt. Die neue Brücke soll nicht nur für Fußgänger und Radfahrer nutzbar sein, auch landwirtschaftliche Fahrzeuge sollen sie ohne Probleme überqueren können.

Franz Wild freute sich besonders über den offiziellen Projektbeginn: "Jetzt wird diese unendliche Brückengeschichte in eine endliche verwandelt." Besonders die Entscheidung zu Weihnachten 2015 habe die Bevölkerung wie ein Blitzschlag getroffen: "Nur noch über die Brücke laufen? Maximalbelastung 100 Kilogramm? Man konnte beobachten, wie Paare stehen blieben und einzeln über die Brücke liefen", scherzte Wild. Jetzt sei allerdings der Tag gekommen, auf den man zweieinhalb Jahre gewartet habe: "Wir wollen jetzt nach vorne schauen", so Wild. Er lobte die Diskussionen rund um das Thema, die trotz der langen Dauer und der Emotionalität immer sachlich geblieben seien. Stets habe man nach einer tragfähigen Lösung gesucht.

"Der nächste große Schritt beim Bau der Brücke erfolgt im April", erklärte Georg Hornung, "dann kommen die Spundwände, die eingeschlagen werden müssen." Spannend werde es schließlich auch im Juli, wenn die großen Fertigteile angeliefert und verbaut werden sollen. Hornung appellierte an die Einwohner Allmendshofens, sich mit der Baustelle vorübergehend zu arrangieren: "Es wird Belästigungen geben. Auf einer Baustelle geht es eben nicht ohne Dreck und Lärm."

Die unendliche Geschichte der Bregbrücke Allmendshofen hat viele Kapitel

Bis zum Herbst soll die neue Bregbrücke fertig sein. Dann würde unter eine fast dreijährige Geschichte ein Schlussstrich gezogen.

  • Die Sperrung: Nach einer Kontrolle hat die Stadtverwaltung im Dezember 2015 entschieden, die Stahlbrücke, die den Ortskern Allmendshofen mit dem Allmendshofer Ried verbindet, für den Verkehr zu sperren. Zum Jahreswechsel wurde dann eine Gewichtsbeschränkung auf 100 Kilo begrenzt und die Fußgänger aufgefordert, das Bauwerk nur einzeln zu beschreiten.
  • Die Entscheidung – Teil 1: Im Februar wurde das Ersatzbauwerk im Gemeinderat diskutiert. Da zwischen der Fuß- und Radwegbrücke und einer befahrbaren Spannbetonbrücke ein Kostenunterschied von rund 400  000 Euro lagen, mussten die Stadträte eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen. Die Mehrheit der Stadträte sprach sich für die wesentlich günstigere Fuß- und Radwegbrücke aus Stahl aus.
  • Der Widerstand: Doch die Allmendshofer sind mit der Entscheidung nicht einverstanden. Es formiert sich Wiederstand, der am 16. März 2016 in einer Traktor-Demo auf der Friedrich-Ebert-Straße gipfelt und für einen Stau im Feierabendverkehr sorgt.
  • Die Entscheidung – Teil2: Großes Interesse im Gemeinderat: Die Allmendshofener verfolgen die Entscheidung über ihre Breg-Brücke. Große ist die Freude und der Applaus, dass der Gemeinderat seine Entscheidung zurücknimmt uns es nun eine befahrbare
    Variante geben soll, die bis zu 600 000 Euro kosten kann.
  • Das Denkmalamt: Bei all den Diskussionen steht aber noch lange nicht fest, dass die Brücke überhaupt abgerissen werden darf. Denn sie steht unter Denkmalschutz. Ende November 2016 teilt das Denkmalamt dann mit: Die Brücke darf abgerissen werden.
  • Volle Auftragsbücher: Eigentlich sollte Ende März 2017 entschieden werden, wer die Brücke baut. Doch aufgrund der vollen Auftragsbücher interessiert sich kein Unternehmen für den Auftrag. Die Lösung: Die Brücke soll erst 2018 gebaut werden.
  • Der Abriss: Am 20. April 2017 ist es dann so weit. Die 60-Tonnen-Brücke schwebt am Kran davon. Viele Allmendshofener verfolgen das Spektakel.
  • Jetzt aber: Im Februar 2018 kann endlich der Auftrag vergeben werden. Rund 773 000 Euro hat der günstigste
    Bieter als Kosten vorgesehen. Insgesamt mit Ingenieurhonoraren und Prüfstatistik wird das neue Bauwerk die Stadt 808 515 Euro kosten.
Stephanie Jakober